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Original Wiener Briochekipferl und ein Kopfbrioche

Ein Briochekipferl gehört zum traditionellen Wiener Frühstück ebenso wie die Kaisersemmel und Wachauer Marillenmarmelade. Das feine und nicht allzu süße Hefegebäck erlangt seine Zartheit durch den hohen Butteranteil. Aus dem gleichen Teig wie die Kipferl wird auch Kopfbrioche zubereitet. Durch eine lange Teigführung bekommt der Briocheteig seine besondere Mürbheit. Das Rezept nach Barbara van Melles neuem Buch „Vom Kipferl zum Croissant“ ist also nichts für Eilige!

Sieben Stück Briochekipferl mit Hagelzucker auf einem schwarz-weiß-bedruckten Zeitungspapier

Rezept Briochekipferl hier als PDF downloaden.

Vier Briochekipferl auf weißer Tischplatte mit einer weißen Rose mit mehreren Blüten, daneben ein herzförmiges Milchkännchen und eine kleine Schale mit Marillenmarmelade im Vordergrund

Langzeitgeführter Briocheteig

Für besonders flaumige Gebäckstücke sollte man sich etwas Zeit nehmen. Optimal ist eine Teigführung mit geringer Hefemenge über einen Zeitraum von 12 bis 20 Stunden. Der zunächst langsam, danach schnell geschlagene Germteig wird nach zweimal 10 Minuten Knetzeit über Nacht zur Reifung in den Kühlschrank gestellt. Das ist aufgrund des hohen Butteranteils sehr wichtig für die Stabilität des Briocheteigs.
Am besten bereitet man den Teig am Vorabend zu, holt ihn am nächsten Morgen aus dem Kühlschrank und lässt ihn in vorgegebenen Schritten und Zeiträumen (siehe Rezept) bei Raumtemperatur gehen. Wer die Briochekipferl zum Frühstück servieren möchte, muss also früh aufstehen.

Links eine Mixschüssel mit glänzendem frisch gerührten Butterbriocheteig, daneben der bereits aufgegangen Briocheteig in runder Briocheform

Kopfbrioche

Für Kopfbrioche wird der Briocheteig zubereitet wie für die Kipferl. Ob als kleine Briochestücke oder in einer großen Form gebacken, ist Nebensache. Einzig die Backzeit ist bei der großen Kopfbriocheform nahezu doppelt so lang (etwa 25 bis 30 Minuten bei 180 °C).
Typisch für Kopfbrioche ist der kugelförmige Kopf und die runde, blütenförmige Briocheform. Wer keine Briocheform hat, kann die Brioches auch im Muffinblech zubereiten.
Damit der Kopf beim Backen nicht von der Brioche fällt, drückt man bei kleinen Brioches mit dem Knöchel des Zeigefingers und bei großen Brioches mit der ganzen Hand in der Teigmitte eine Mulde bis zum Boden und setzt den kleinen Teigling in diese Vertiefung.

Auf einem alten Zeitungspapier liegend, von oben fotografiert, eine große Kopfbrioche, eine kleine Holzkiste mit Metallgriffen mit 6 braunen Eiern, ein Butterteller, ein Marmeladeschälchen und weiße Rosen
Großer Kopfbrioche, in der Mitte auseinandergebrochen, sodas man den flaumigen Germteig sieht. Davor ein Teller mit Butterflocken und ein Schälchen mit oranger Marillenmarmelade. Im Hintergrund ein Körbchen mit frischen Eiern und ein Rosenzweig mit weißen Blüten.

Briochekipferl

Sonnengelb durch reichlich Eidotter, herrlich flaumig durch die viele Butter und typisch im Geschmack durch den Hagelzucker – Briochekipferl sind ein wahrhaft königlicher Genuss und DER Frühstücksklassiker!
So schön geformt wie die Kipferl aus der Bäckerei waren meine selbst gemachten Briochekipferl nicht, aber geschmeckt haben sie hervorragend. Die aufwändige Zubereitung (kneten, kühlen, rasten, kneten, rasten …) schmeckt man gleich beim ersten Bissen. Die Kipferl sind wirklich butterzart geworden.

Aufgeschlagenes Kochbuch mit abgebildeten Kipferln, davor eine weiße Rosenblüte, ein herzförmiges Milchkännchen, ein Marmeladeschälchen und drei Briochekipferl auf weißem Untergrund, der mit Hagelzucker bestreut ist.
Zwei ganze und ein angebrochenes Briochekipferl auf weißer Tischplatte mit einer weißen Rose, daneben ein herzförmiges Milchkännchen und eine kleine Schale mit Marillenmarmelade sowie ein herzförmiger Teller mit einem Stück Brioche, ein Messer mit etwas Marmelade

Barbara van Melle & Pierre Reboul: Vom Kipferl zum Croissant

Dass die Ursprünge des Kipferls eigentlich in Wien liegen und ein Wiener die alte Tradition im 19. Jahrhundert nach Paris gebracht hat, wo die französische Backkunst „Viennoiserie“ genannt wird, war mir nicht bekannt. Barbara van Melle erzählt in ihrem neuen Buch „Vom Kipferl zum Croissant“ neben vielen Rezepten auch die Geschichte des Wiener Feingebäcks. Von Kaisersemmeln bis Erdäpfelmilchbrot, von Girafferln über Croissants, von Briochekipferln bis Herzenzwieback. Pierre Reboul zeigt in Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie man Kipferl, Semmerl und Kleingebäck richtig formt.

Buchumschlag mit mürben Kipferl und eine Innenseite mit Brioche des Buches von Barbara van Melle "Vom Kipfer zum Croissant". Der Buchtitel in blau auf weißem Untergrund, im Buch ein goldgelbes Lesebändchen
In Sepiabrauntönen eine alte Zeitung, darauf eine original blütenförmige, schwarze Metallbriocheform mit Kopfbrioche

Viel Spaß beim Nachbacken! Eure sugar&rose

Apfelkoch mit gerösteten Brotwürfeln

Apfelkoch war eine meiner Lieblingsspeisen als Kind. „Arme-Leute-Essen“ nannte es mein Vater, weshalb meine Oma die köstliche, süße „Suppe“ nur für uns Kinder zubereitete – im Herbst, wenn die Äpfel auf der Obstgartenwiese dicht an dicht lagen und in der Brotlade altes Brot war.
Meine Oma hatte zahlreiche warme Mehlspeisen wie diese im Programm: Zwetschken-, Holler- oder Süßmostsuppe, allesamt wie das Apfelkoch süß und mit „Brotschnirln“ serviert. Hauchdünn vom großen Brotlaib abgeschnittene Brotschnitten. Meine Mutter hat das Brot in Würfel geschnitten und in Butter knusprig geröstet. So oder so, zum Apfelkoch gehört ein Bauernbrot!

Graue Steingutschale mit zartgelbem Apfelkoch, daneben eine kleine weiße Schale mit gerösteten Brotwürfeln, dahinter ein Bauernbrot auf einem schwarzen Brotgitter, ein Apfel und zwei kleine rosa Röschen. Neben der Apfelsuppe ein Vintagelöffel.

Rezept Apfelkoch mit gerösteten Brotwürfeln hier downloaden.

Weißer, alter Steinguteller mit Apfelkoch, daneben ein großer alter Suppenlöffel, dahinter ein kleines weißes Metallschälchen mit dünn aufgeschnittenen Brotschnitten, alles auf einer grau-weiß gestreiften Serviette mit rosa Rosenblüten und grünen Blättern dekoriert

Herbstzeit = Erntezeit

Zur Erntezeit waren stets eine Menge Helfer am Hof meiner Großeltern. Diese wollten natürlich auch verköstigt werden. Damit es keine schlechte Nachred‘ gab, hat meine Oma in aller Früh schon Germteig geschlagen und am Vormittag Unmengen an Bauernkrapfen gebacken. Dann hat sie einige Stücke „Bratl“ ins Rohr geschoben, Kraut für einen Krautsalat gehobelt, Erdäpfel gekocht und zum Schluss noch eine kräftige Suppe auf den Herd gestellt.
Brot wurde in großen Mengen gebacken. Vierzig Laibe passten in den holzbefeuerten Backofen. Klar, wurde das Brot mit der Zeit hart. Mitunter auch eine Sparmaßnahme, denn vom harten Brot aß man weniger … Das Rezept vom Roggensauerteigbrot oder von Omas Bauernbrot findet ihr hier.
Gekocht hat sie in erster Linie mit Zutaten, die es am Hof gab. Natürlich sehr saisonal. Im Herbst vor allem mit den vielen Äpfeln.

Großer flacher Metallgitter-Korb mit vielen frisch geernteten rotgestreiften Äpfeln
Auf einer grau-weiß gestreiften alten Leinenserviette ein Topf gefüllt mit Apfelspalten und Wasser, einer Zimstange und Gewürznelken. Daneben ein Holzkochlöffel, bei dem vorne ein Herz ausgestanzt ist. Dahinter eine Miniobstkiste mit Holzwolle, darin vier Äpfel

Apfelkoch, Apfelsuppe, Apfelmus

Und dann gab es neben Apfelstrudel und Apfelgolatschen ein Apfelkoch, ein Apfelsuppe! Obgleich das Apfelkoch mit einer Suppe nicht viel gemeinsam hat, außer dass es heiß aus einem Suppenteller gegessen wird. Traditionell wurde es allerdings aus einer großen Gemeinschaftsschüssel gelöffelt, erzählte meine Mühlviertler Oma.

Weißer, alter Steinguteller mit Apfelkoch, daneben ein großer alter Suppenlöffel, dahinter ein Bauernbrot auf einem schwarzen Brotgitter, zwei kleine rosa Röschen und eine weiße Schale mit dünn aufgeschnittenen Brotschnitten

Tatsächlich ist das Apfelkoch ein dünnflüssiges, leicht eingedicktes Apfelmus. Die Äpfel werden mit Gewürznelken und einer Zimtstange weich gekocht, dazu kommt etwas Zucker und eine Prise Zimt. Die danach fein pürierten Äpfel werden mit einer Milch-Mehl-Mischung gebunden. Ich habe das Mehl durch Maizena/Maisstärke ersetzt, da es nicht so leicht klumpt wie Mehl.
Außerhalb des Mühl- und Mostviertels wird mit „Epfökooch“ auch ein mit einer Einbrenn (Mehlschwitze) eingedicktes, kaltes Apfelkompott bezeichnet.

Weißer, alter Steinguteller mit Apfelkoch, daneben ein großer alter Suppenlöffel. Im Apfelkoch eingestreut die dünn aufgeschnittenen Brotschnitten. Unter dem Teller, der auf einem flachen passenden Teller steht eine grau-weiß gestreifte alte Leinenserviette.

Alle Jahre wieder: der Apfelkalender 2020 ist da

Zwei Jahre lang schon begleitet mich der Apfelkalender „An Apple A Day“ (siehe s&r-Bücherblog) und kredenzt mir täglich einen neuen, alten Apfel. Heuer könnte ihm allerdings ein Brotkalender (vorgestellt im letzten Blogpost) den Rang ablaufen. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, welcher das Rennen macht. Einer bleibt, einer geht und wird zu Weihnachten verschenkt. Ausreichend Zeit für eine Entscheidung.

Graue Steingutschale mit Apfelkoch, darin ein alter Löffel, daneben eine kleine weiße Schale mit gerösteten Brotwürfeln und einer Brotzange, dahinter ein schwarzes Brotgitter, darauf ein Apfel und zwei kleine rosa Röschen. Am Gitter liegt der neue Tagesabreißkalender "An Apple a day 2020", auf dem in der Mitte ein rotgelb gestreifter Apfel abgebildet ist, darüber der Kalendertitel in gebrochenen schwarzen Lettern

Das Apfelkoch-Rezept habe ich hervorgekramt, weil sich meine Nichte zum Geburtstag nichts sehnlicher gewünscht hat, als ein Apfelkoch. In ihrer Kindheit hat sie es oft bei meiner Mutter in den Ferien gegessen. Während sie die traditionellen „Brotschnirln“ vorzog, habe ich die gerösteten Brotwürfel als Einlage gewählt.
PS: Mein sugar&rose-Ehemann hat das Apfelkoch verweigert: „Eine Nachspeise als Vorspeise?“ Er weiß nicht, was er versäumt hat 😉 Eure sugar&rose

Unser täglich Brot: Kürbis-Speckweckerl

Der Herbst ist da, und damit auch die Kürbiszeit. Ich liebe Kürbisse vor dem Haus ebenso wie in der Küche. Nachdem das Haus bereits dekoriert ist, bekommen auch der Gugelhupf und die Brötchen etwas vom Kürbis ab. Die herzhaften Kürbis-Speckweckerl schmecken ohne Belag ebenso wie zu einer kräftigen Brotzeit. Wer dem Speck nichts abgewinnen kann, ersetzt ihn durch knackig geröstete Kürbiskerne oder Käsewürfel.
Den Teig könnte man durch mehrfaches Abbinden mit Küchengarn auch in Kürbisform bringen. Aber soviel Geduld konnte ich heute nicht aufbringen und habe den Teig einfach zu Kugeln gerollt und aufs Backblech gesetzt bzw. einige in kleinen Muffinsformen gedrückt.

Kürbis-Speckweckerl im Brotkörbchen, dahinter zwei Kürbisbrötchen in Metallförmchen und eine kleine schwarze Tafel mit Aufschrift "Unser täglich Brot"

Rezept Kürbis-Speckweckerl hier downloaden.

Kürbis-Speckweckerl im Brotkörbchen, dahinter ein Tagesabreisskalender 2020 und eine kleine schwarze Tafel mit Aufschrift "Unser täglich Brot"

Kürbisse auf der Veranda

Auch wenn der Brauch ein amerikanischer ist, vor Halloween und zum Ausklang der Gartensaison dekoriere ich Haus und Terrasse gerne mit frischen Herbstblühern und Zierkürbissen in allerlei Farben. Diese Woche habe ich mir einige richtig große „Plutzer“ gekauft und vor dem Hauseingang zusammen mit Heidekrautpflanzen, Chrysanthemen und Zierkohl aufgestellt.

Kürbis im Kuchen

Die große Vielfalt der derzeit angebotenen Speisekürbisse verführt zum Ausprobieren. Anfangs gab es Kürbis bei uns meist als Kürbissuppe oder Kürbispüree. In den letzten Jahren oft als Hauptspeise – ich liebe gebackenen Hokkaido mit Feta oder gegrillten, gefüllten Kürbis. Seit kurzem arbeite ich Kürbis auch in Süßspeisen ein. In Waffeln oder Kuchen. Für den saftigen Kürbisguglhupf mit Orangenglasur passt beispielsweise der leicht nussig bis buttrig schmeckende Butternuss-Kürbis hervorragend.

Butternusskürbis im ganzen und ein halbierter, geschälter Butternusskürbis, daneben eine pinkfarbene Rosenblüte und eine Hortensiendolde in Grüntönen

Kürbis im Brot: Kürbis-Speckweckerl

Am Markt habe ich auch einen ausnahmsweise nicht ganz so riesigen Muskatkürbis erstanden und diesen im Rohr – ungeschält und in grobe Stücke zerteilt – gut 20 Minuten bei 180 °C weich gedämpft. Das ausgelöffelte, leuchtend orange Fruchtfleisch habe ich abkühlen lassen und in meine Kürbis-Speckweckerl eingeknetet. Neben der kräftigen Farbe verleiht es den Brötchen eine enorme Saftigkeit.
Und selbstverständlich können die Brötchen auch fleischfrei zubereitet werden. Einfach die Speckwürfel durch geröstete Kürbiskerne ersetzen!

Kürbis-Speckweckerl im Brotkörbchen in Großaufnahme, ein angebrochenes Brötchen und eine orangefarbene Kapuzinerkresseblüte mit grünen Blättern
Kürbis-Speckweckerl im Brotkörbchen, davor angebrochene Weckerl und eine orangefarbene Kapuzinerkresseblüte

Unser täglich Brot: Mit Laib und Seele durch 2020

Obwohl es bei uns über 3000 Brotsorten gibt, greife ich meist zu den bekannten Brotspezialitäten. So auch beim Selberbacken. Omas gut gewürztes Roggensauerteigbrot mache ich immer wieder gern. Denn nichts geht über eine ordentliche Brotkruste! Hin und wieder bekommt unser Brot auch ein schönes Mehlstaub-Ornament, manchmal bloß ein paar Kerben.
Der neue Tages-Abreißkalender Unser täglich Brot. Mit Laib und Seele durch 2020 wird mich im kommenden Jahr sicher zu neuen Brotkreationen inspirieren. Er wurde in einem hübschen ovalen Brotkörbchen mit cremefarbener Baumwollserviette geliefert. Welch nette und praktische Idee! Ich habe mein frisch gebackenes Bauernbrot gleich darin serviert. Zu beziehen ist der Bildkalender hier.

Brotkörbchen mit einem Bauernbrotstrietzel, auf einem rosa-weiß karierten Brotsack, daneben der Tagesabreisskalender "Unser täglich Brot. Mit Laib und Seele durch 2020"
Angeschnittenes Roggensauerteigbrot in Brotkörbchen mit weißer Stoffserviette, auf einem rosa-weiß karierten Brotsack, davor groß der Tagesabreisskalender "Unser täglich Brot. Mit Laib und Seele durch 2020", ein altes Brotmesser und einige Scheiben vom Brot

Rezept Roggensauerteigbrot hier downloaden.

Zwei sternförmige Metallförmchen samt Kürbis-Speckweckerl in Sternform gebacken, davor ein in zwei Teile gebrochenes Kürbis-Speckbrötchen, eine Kapuzinerkresseblüte, einige grüne Kapuzinerkresseblätter, alles auf einem alten weißen Leinentischtuch

Einen schönen, goldenen Herbst wünscht euch eure sugar&rose.

Marmorierte Birnen-Schoko-Tartelettes

Die Natur beschenkt uns seit Monaten mit frischem Obst, doch der Herbst ist für mich bei weitem die aufregendste Erntezeit des Jahres. Die Bäume im Garten meiner Familie ächzen geradezu unter der Last der Äpfel und Birnen. Alles will gleichzeitig geerntet, verkocht oder eingewintert werden. Ich bin ja eher der Backtyp. Saft- oder Most-Machen überlasse ich anderen. Den Birnensaft und -most für die marmorierten Birnen-Schoko-Tartelettes habe ich daher am Bauernmarkt gekauft und darin die Birnen kurz aufgekocht, bevor sie auf die süßen Törtchen durften.

Drei kleine Metallförmchen mit Birnen-Schoko-Tartelettes auf einem Gitter, mit Puderzucker bestreut und kleinen rosa Röschen dekoriert.

Rezept „Marmorierte Birnen-Schoko-Tartelettes“ hier downloaden.

Drei Birnen-Schoko-Tartelettes auf einem schwarzen quadratischen Gitter, welches auf einem weißen Stoffband steht, daneben drei weiße Rosen und eine gelbe Birne

Mürbteig marmorieren

Je nach Zeit und Laune mache ich Mürbteig selber – wenn ich beispielsweise eine größere Menge brauche oder den Teig besonders würzen will. Wenn’s schnell gehen muss, greife ich gerne auch zum Fertigteig. Wichtig: süßen Mürbteig verwenden!
Als ich den Frischteig entrollte, war er mir im Hinblick auf die dunkle Schokoladenfüllung plötzlich zu hell. Brauner Teig, dachte ich, passe besser. Aber den Teig verkneten und nochmals ausrollen? Das wäre ja wie selber machen. Und so habe ich schließlich nur etwas Kakaopulver auf die Teigplatte gestreut und dieses mit dem Nudelholz in den Teig eingearbeitet. Dabei ist die schöne Marmorierung entstanden.

Mit Kakao marmorierter Mürbteig in sechs Tarteletteförmchen auf weißem Tuch

Schokofüllung mit weichem Kern

Ich bin absolut kein „Death-by-Chocolate“-Typ. Das wissen alle, die meinem Blog schon länger folgen. Aber Birnen harmonieren wunderbar mit Schokolade. Und wenn schon Schokolade, dann nur ganz dunkle, also ab 70% Kakaoanteil.

Frontalansicht eines Birnen-Schoko-Tartelettes, vorne ein angebrochenes Tartelette, wo man den weichen Schokokern sieht, rundum reichlich Puderzucker

Das Schokomousse habe ich mit Kardamom gewürzt. Eine traumhafte Geschmackskombi! Wer dieses Aroma noch toppen will, kann zusätzlich eine leichte Rosennote einbringen. In Form von einem Spritzer Rosenwasser oder kandierten Rosenblüten.

Birnen-Schoko-Tartelette auf einem rosa Desserteller, dazu drei pinkfarbene Rosenköpfe, daneben ein alter silberner Dessertlöffel

Birnen-Schoko-Tartelettes warm genießen

Am besten schmecken die Birnen-Schoko-Tartelettes frisch aus dem Ofen beziehungsweise handwarm. Wenn der flüssige Schokoladekern am Gaumen schmilzt, liegt das Glück zum Greifen nah. Rundum nur zufriedene Gesichter am Familientisch.

Ein Birnen-Schoko-Tartelette, daneben eine Tartelette auf weißem Vintage-Dessertteller, dekoriert mit fünf pinkfarbenen Rosenköpfen, davor ein Stück von einem Schokotartelette
Ein Schokotartelette auf weißem Vintageteller mit fünf pinkfarbenen Rosen in Großaufnahme auf weißem Stofftuch, dieses auf mit Puderzucker dicht bestreuter Arbeitsplatte und ein angebrochenes Stück eines Tartelettes. Auf dem Bild steht rechts unten in pinkfarbener Schrift "Bake someone happy!"

Ich wünsche euch noch einen schönen Herbstsonntag. Eure sugar&rose

Gebackene Zwetschkenknödel in der Rein‘

Gebackene Zwetschkenknödel – eine oder besser DIE Spezialität meiner Mühlviertler Oma. Das Freitag-Mittagessen meiner Kindheit war fleischlos und im Herbst nahezu immer mit Obst. War doch der Garten voller Äpfel, Birnen, Zwetschken, Ringlotten und Trauben. Wenn wir Kinder von der Schule heimkamen, wartete im Rohr des Holzofens eine warme Mehlspeise auf uns. Im Gegensatz zu meinem Bruder liebte ich die süßen Hauptspeisen, besonders die gebackenen Obstknödel mit Rahmguss. Diesen „Glücksmoment meiner Kindheit am Land“ habe ich erstmals selber zubereitet. Beim Guss habe ich allerdings etwas reduziert und Milch statt Rahm verwendet.

Gebackene Zwetschkenknödel in einer pastellrosa Emailpfanne, daneben ein alter Eßlöffel und Tortenheber, dahinter eine grüne Hortensienblüte, eine weiße Rose, einige Zwetschken und ein rosa Email-Messbecher mit Milch

Rezept Gebackene Zwetschkenknödel hier downloaden.

Erdäpfelteig – für süße und pikante Knödel

Mehlige Erdäpfel …

Entscheidend für das Gelingen von Erdäpfelteig ist die Wahl der richtigen Sorte, was – wie sich herausstellte – der schwierigere Teil war. Mehlig müssen sie sein! Das wurde zum Spießrutenlauf durch die Stadt. Drei große Supermärkte und überall nur speckige, festkochende oder Salat-Erdäpfel. Geht alles gar nicht. Fündig bin ich schließlich in einem Bio-Supermarkt geworden. Früher, als Knödelteig und Püree noch selber zubereitet wurden, eine Selbstverständlichkeit. Bei Verwendung von vorwiegend festkochenden Erdäpfeln müssen diese nach dem Kochen und Schälen völlig auskühlen, sonst wird der Teig klebrig und grobporig.
Die mehligen, in der Schale gekochten Erdäpfel hat meine Oma gleich nach dem Kochen geschält, noch heiß durch die Presse gedrückt und sofort weiterverarbeitet.

Ein mintgrüner Melaminteller mit frisch gepressten Kartoffeln und einer Kartoffelpresse, dahinter eine dunkelgraue Tonschale mit Zwetschken und weißer Rosenblüte

… und griffiges Mehl …

Für einen geschmeidigen Erdäpfelteig wird ausschließlich griffiges Mehl, allenfalls noch Universalmehl verwendet. Keinesfalls aber glattes Mehl.
Die leicht überkühlten, aber noch warmen Erdäpfel werden mit dem Mehl, etwas Stärke, einer Prise Salz und Eidotter zügig zu einem geschmeidigen Teig geknetet. Butter braucht es keine. Die mehligen Erdäpfel verbinden sich wunderbar mit dem griffigen Mehl.

Schritt-für-Schritt-Bilder: einmal rohe Erdäpfel in Gitterkorb, eine Schüssel voll Zwetschken, ein weißes Emailhäferl mit Mehl und zwei ganze Eier; darunter ein Teller mit gepressten Kartoffeln; daneben eine weiße Schüssel mit den Teigzutaten gepresste Kartoffel, Mehl, Stärkemehl und Eidotter

… machen die Knödel flaumig …

Knödel gab es bei uns im Mühlviertel ausschließlich mit Erdäpfelteig. Marillen- oder Zwetschkenknödel, aber auch pikante wie Speck-, Grammel- oder Hascheeknödel wurden aus Erdäpfelteig zubereitet. Danach entweder klassisch gekocht oder eben im Rohr knusprig gebacken. Waldviertel und das obere Mühlviertel sind ja Hauptanbaugebiete für Erdäpfel.
Auch heute noch gibt’s bei mir gefüllte Knödel mit Erdäpfelteig und nicht mit Topfenteig, obwohl ich Topfen sehr gern esse. Einzig bei Marillenknödeln könnte ich es mir vorstellen …

Schritt-für-Schritt-Fotos: links der Erdäpfelteig in vier Rollen geteilt, eine Rolle gedrittelt, daneben sieben rohe Erdäpfelknödel, einer davon mit noch sichtbarer Zwetschke, auf einem mintgrünen Melaminteller liegend, dahinter Blütendekoration

… nicht ohne heimische Zwetschken

In gebackene Zwetschkenknödel gehören unbedingt heimische Zwetschken. Vollreif, aber leicht säuerlich, keinesfalls Pflaumen. Der Kern darf nicht entfernt werden, da sonst vorzeitig Saft austritt und die Knödel matschig werden. Sollten die Zwetschken zu säuerlich sein, kann man sie vor dem Einschlagen in den Teig in Kristallzucker wälzen.

Heimische Zwetschken in einer grau glasierten runden Tonschale, einmal in Großaufnahme, einmal die Schüssel im Vordergrund, dahinter ein weißer Emailkrug mit grün-rosa Rosen, daneben eine Holzspule mit einem breiten hellen Leinenband mit rosa Muster

Gebackene Zwetschkenknödel mit Guss – aber welcher?

Milch, Obers oder Rahm? Da scheiden sich die Geschmäcker. Ich würde sagen: jeder, wie er mag. Wer Kalorien sparen möchte, verwendet Vollmilch. Wer es säuerlich mag, nimmt saure Sahne/Sauerrahm. Schleckermäuler übergießen mit flüssigem Obers/Sahne. Meine Oma hat stets frisch abgeschöpftes, ungeschlagenes Obers verwendet, verrührt mit etwas Kristallzucker. Das macht den austretenden Obstsaft cremiger und gehaltvoller.
Meine andere Mühlviertler Oma hat die gebackenen Zwetschkenknödel mit einer Mischung aus Sauerrahm und versprudeltem Ei übergossen.

Schritt-für-Schritt-Bilder: einmal die Emailpfanne mit den rohen Erdäpfelknödeln, einmal die Pfanne mit den vorgebackenen Knödeln und daneben ein Häferl mit gezuckerter Milch zum Übergießen der Knödel

Gebackene Mühlviertler Zwetschkenknödel in der Rein‘

Ohne Rein‘ ging beim Holzofen gar nichts – eine Rein‚ ist eine längliche Auflaufform bzw. rechteckige Bratpfanne mit zwei Metallgriffen, die man ins Backrohr schieben kann. Bei meiner Oma war die Rein‘ eine riesige Emaillepfanne, außen weinrot, innen blaugrau, an den Rändern leicht abgeschlagen …
Meine Rein‘ ist klein und pastellrosa. Eine aus der Pastell-Serie des Riess-Emaille.

Gebackene Zwetschkenknödel in einer pastellrosa Emailpfanne, von oben fotografiert, neben der rosa Pfanne liegt ein alter Esslöffel und ein alter Tortenheber, daneben ein rosa Emailhäferl mit Maßeinheiten und mit etwas Milch drinnen, vorne eine grüne Hortensienblüte, eine weiße Rose und einige Zwetschken
Gebackene Zwetschkenknödel in einer pastellrosa Emailpfanne, ein Knödel fehlt, in der Pfanne liegt ein alter Esslöffel, daneben ein kleiner weißer Teller mit einem angeschnittenen Knödel, dahinter eine grüne Hortensienblüte, eine weiße Rose, aufgeschnittene Zwetschken und ein rosa Email-Häferl mit Henkel, darin etwas Milch

Wie viele Knödel pro Person?

In meine Emaillepfanne passen 12 Knödel. Sind 4 Portionen á 3 Knödel. Wir sind zu dritt, also pro Mann 4 Knödel? Möglich oder doch nicht? Zwetschkenknödel sind ja nicht so groß wie Marillenknödel. Ich bin gespannt.
In seiner Kindheit, so erzählt mein Mann, da hat seine Mutter für ihn und seinen Bruder 20 Zwetschkenknödel zubereitet. OmG!
Drei sind übrig geblieben. Die habe ich am nächsten Tag mit etwas Milch bestrichen und im Rohr nochmals aufgewärmt. So hatte ich auch am nächsten Tag noch einen „Glücksmoment meiner Kindheit“ am Teller.

Im Hintergrund eine Pfanne mit gebackenen Zwetschkenknödel, einige Knödel fehlen, in der Pfanne liegt ein alter Esslöffel, danvor ein Dessertteller, zur Hälfte pastellrosa, zur andern Hälfte cremeweiß, darauf zwei Knödel mit Staubzucker, etwas Zwetschkensaft und eine weiße Rosenblüte. Neben dem Teller ein alter Teelöffel und ein Kuchengaberl
Ein weiß-rosa Keramikteller mit grauen Tupfen, darauf zwei gebackene Zwetschkenknödel und eine aufgeschnittene Zwetschke, daneben Gaberl und Löfferl, dahinter die Rein mit einigen Knödeln, daneben Zwetschken und Blüten
Großaufnahme des rosa-weißen Dessertellers mit zwei gebackenen Zwetschkenknödeln, zwei Zwetschkenspalten, daneben Gabel und Löffel, im Hintergrund der Griff der rosa Pfanne sichtbar. Alles steht auf einem alten weißen Leinentuch mit gehäckelter weißer Spitzenborte.

Guten Appetit! Eure sugar&rose

Brain Food: Rosen-Safran-Energiekugeln & Marillen-Kokos-Energyballs

Brain Food mit orientalischen Gewürzen: Rosen-Safran-Energiekugeln und Marillen-Kokos-Energyballs sind wahre Energielieferanten und bringen einem schnell wieder auf Touren. Der perfekte Power-Snack für zwischendurch. Vegan und wirklich einfach zuzubereiten. Trockenfrüchte, Nüsse oder Getreideflocken, etwas Bio-Kokosöl und Gewürze. Zu Kugeln rollen und fertig!
Bei den Gewürzen sind Kreativität und persönliche Vorlieben gefragt. Meinen Energiekugeln habe ich mit typisch persischen Gewürzen ein besonderes Aroma verliehen.

Rosen-Safran-Energiekugeln auf kleinem Kupfertablett mir drei pinkfarbenen Rosen als Deko, daneben zwei kupferfarbene Löffel mit einem halbierten Energyball

Rezept Rosen-Safran-Energyballs hier downloaden.

Energie aus dem Orient: Rosen-Safran-Energiekugeln

Pistazien, Mandeln und Datteln sind die Energielieferanten dieser Powerkugeln. Safran, Rosenwasser und Kardamom verleihen den Rosen-Safran-Energiekugeln den orientalischen Geschmack.
Pistazien sind ein ganz besonderer Nährstoff-Lieferant und in ihnen stecken auch jede Menge Antioxidantien. In Persien sind sie daher nahezu in jedem Gebäck zu finden. Ich habe die ungesalzenen Pistazienkerne von meiner letzten Iranreise mitgebracht. Bei uns gibt es die geschälten grünen Pistazienkerne mit dem typisch nussigen Geschmack mittlerweile auch öfter im Regal zu finden.

Kupfertablett mit Henkeln, darauf ein Menge Rosen-Safran-Energiekugeln, obenauf eine Rosenblüte, rund um das Tablett einzelne Rosenpetalen der Rose de Resht

Safran & Rosenwasser

Ohne Safran und Rosenwasser geht in Persien absolut nichts. Das habe ich in meinem Blogpost Safran-Reispudding mit Rosenwasser und Berberitzen ausreichend erzählt. Ebenso wie man Safran richtig verwendet.
Den Geschmack des persischen Shole Zard habe ich nun auch meinen Energiekugeln verliehen. Sie sind absolut köstlich und ganz einmalig geworden. Meine eher heiklen männlichen „Testesser“ haben sie für akzeptabel befunden. Ich selbst liebe den orientalischen Geschmack!

Kleines weißes Porzellanschälchen mit einigen Rosen-Safran-Energiekugeln in Großafufnahme, rundum gehackte grüne Pistazien gestreut, im Hintergrund drei grellpinkfarbene Rosenköpfe
Weißes Leinentischtuch mit grünen Pistazienstiften bestreut, in der Mitte drei pinkfarbene Rosen, daneben zwei kupferfarbene Herzlöffelchen mit überkreuzten Stielen. Auf den Löffeln je ein halbierter Energyball

Energie aus dem Okzident: Marillen-Kokos-Energiekugeln

Wer bei Gewürzen keine Experimente mag, für den gibt’s Marillen-Kokos-Energiekugeln. Beim Betriebsausflug letzte Woche wurde mit Begeisterung zugegriffen (Rezept hier).
Für den feinen Kokosgeschmack sorgen Bio-Kokosraspel (Kokosflocken, Kokosette) und das native Bio-Kokosöl von Alnatura. Damit die Energiekugeln auch wirklich Energie und Nährstoffe liefern, sollte auch bei den Trockenfrüchten auf gute Qualität geachtet werden. Getrocknete Marillen (Aprikosen) enthalten wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Allerdings nur, wenn sie nicht geschwefelt wurden (erkennbar an der bräunlichen Farbe). Für ausreichend Ballaststoffe und ein längeres Sättigungsgefühl sorgen weiters feinblättrige Haferflocken.

Kupferfarbenes Minitablett mit getriebenem Musterrand und zwei Henkeln auf einer grau-weiß gestreiften Leinenserviette. Am Tablett nebeneinander dicht aufgelegte Marillen-Kokos-Energiekugeln. Links hinten eine einzelne weiße Rosenblüte, rund um das Tablett grüne Blätter der Kapuinerkresse und einige weiße Rosenpetalen
Weißer flacher, runder Teller mit dunkelblauem Rand auf einer grau-weiß gestreiften Leinenserviette. Am Teller einige Marillen-Kokos-Energiekugeln und eine einzelne weiße Rosenblüte sowie eine orange Kapuzinerkresseblüte, rundum grüne Blätter der Kapuinerkresse und einige weiße Rosenpetalen

Ob als Büro-Snack, zum Frühstück oder als kleines Dessert – Energyballs schmecken köstlich und passen zu jeder Tages- oder Jahreszeit. Die hochwertigen Energielieferanten sind auch ein idealer Reiseproviant oder ein wunderbares Mitbringsel. Sie lassen sich gut auf Vorrat herstellen und halten im Kühlschrank eine ganze Woche lang.
Für mich sind sie vor allem Powerspender an langen Bürotagen. Eure sugar&rose

Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfel und Rosenblüten

Es gibt viele gute Gründe, warum man sich hin und wieder einen Cocktail gönnen sollte. Einer davon: wenn Freundinnen auf einen Plausch vorbeikommen. Ein Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfel und Rosenblüten kommt da besonders gut an. Ist der Drink floral, fruchtig und pink, findet er bei Girls, Mädels, Ladys … gleichermaßen Gefallen. Egal, ob Trendgetränk oder nicht. Bei sugar&rose ist Pink Gin gerade voll angesagt und die Farbe Pink ohnehin immer in.

Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfelkernen in zwei Cognac-Schwenkern, daneben ein zarter weißer Porzellanteller mit zwei rosegoldfarbenen, herzförmigen Metalllöffelchen, eine Schale mit einer pinkfarbenen Rose und zartrosa Baisertuffs auf einer weißen Leinenserviette mit zartrosa Rosenmotiven

Rezept Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfel hier downloaden.

Pink oder Rosé Gin & Rosenlimo

An rosa Produkten komme ich nur schwer vorbei. Als ich den Pink Gin entdeckte, habe nicht erst überlegt, was ich damit machen könnte. Die Flasche ist praktisch von selbst in den Einkaufskorb „gesprungen“.
Sekt ist im sugar&rose-Haushalt ohnehin seit Jahren ausnahmslos Rosé. Gin hingegen für gewöhnlich klar. Nun ist er ebenso rosafarben. Rote Beeren verleihen ihm ein fruchtig-süßes Aroma, meist Himbeeren, Erdbeeren oder Johannisbeeren.

Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfelkernen in zwei Cognac-Schwenkern, daneben ein Porzellanteller mit zwei rosegoldfarbenen, herzförmigen Metalllöffelchen, eine Schale mit einer pinkfarbenen Rose und Rosenmotiv im Vordergrund. Alles steht auf einer weißen Leinenserviette mit zartrosa Rosenmotiven. Links hinten steht eine Flasche Beefeater London Pink Gin, daneben ein Eiscrusher mit Hebel für Handantrieb.

Gin Tonic – eigentlich der einfachste Drink der Welt! Erfrischend und leicht bitter. Nun bin ich aber kein Freund von Bitterstoffen, obgleich sie gerade hoch im Kurs stehen. Bei Cocktails greife ich stets zu fruchtigen und lieblicheren. Campari & Co sind nicht mein Ding. In unserem Kühlschrank lagert daher eher ein Fläschchen Fentimans Rose Lemonade als Tonic Water. Für den Fall der Fälle. Ja, welchen eigentlich? Für den Fall, dass es einen Anlass gibt?
Und jetzt steht eben auch eine Flasche Pink Gin im Schrank. Für den Fall, dass … Dann wird Pink Gin mit prickelnder Rosenlimo gemischt und mit Mineralwasser oder Rosé Sekt aufgespritzt. Fertig ist ein perfekter Lady-Drink.

Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfelkernen in zwei Cognac-Schwenkern, daneben ein zarter weißer Porzellanteller mit zwei rosegoldfarbenen, herzförmigen Metalllöffelchen, eine Schale mit einer pinkfarbenen Rose und zartrosa Baisertuffs auf einer weißen Leinenserviette mit zartrosa Rosenmotiven. Daneben stehen eine Flasche Beefeater London Pink Gin und ein Fläschen Fentimans Rose Lemonade

Rosé-Gin-Cocktail mit Blüten-Eisstäbchen

Im Frühling habe ich im Garten essbare Blüten gesammelt. Veilchen und Gänseblümchen. Und zum Aromatisieren von Trinkwasser auch tiefgefroren. Einfach mit Leitungswasser. Die Blüten-Eisstäbchen sind echte Hingucker und verleihen den Getränken zusätzlich Aroma. Sind sie nicht herzig?
Genau wie die Rosegold-Eislöffel. Die hat mein beste Freundin Imi mitgebracht. Sie passen perfekt zum Rosé-Gin-Cocktail und zum Löffeln der Granatapfelkerne.

Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfelkernen in zwei eckigen Whiskeygläsern, daneben zwei rosegoldfarbene, herzförmigen Metalllöffelchen, eine Schale mit Granatapfelkernen und Minzblatt, alles auf einer weißen Leinenserviette mit zartrosa Rosenmotiven. In den Cocktailgläsern stecken längliche Eiswürfel mit eingefrorenen Blüten

Rosé-Gin-Eislutscher

Bevor sich der Sommer dem Ende zuneigt, habe ich nochmal Eis gemacht. Herrlich erfrischende Eislutscher aus gefrostetem Fruchtsaft. Einmal mit und einmal ohne Früchte. Beide köstlich. Die Fruchtstücke dürfen nur nicht zu groß sein, sonst wird’s kalt im Mund.
Dieses Mal habe ich dem Granatapfelsaft einen Schuss Rosé Gin zugesetzt. (Aber Vorsicht bei Kindern im Haushalt! Nicht dass sich da ein Kleiner heimlich an die bunten Lutscher ranmacht.)

Sechs pinkfarbene Eislutscherformen mit gelben Griffen liegen kreisförmig angeordnet auf einem taubenblau marmorierten Melaminteller, daneben zwei cremefarbene Rosenblüten mit roten Rändern (Blumenstadt Tulln)

Also nix wie raus aus den Formen mit den Eislutschern! Und rein in den Rosé-Gin-Cocktail! Das Wochenende wird gut … Hicks!

Rosé-Gin-Cocktail mit Granatapfelkernen in zwei Cognac-Schwenkern, daneben ein zarter weißer Porzellanteller mit zwei rosegoldfarbenen, herzförmigen Metalllöffelchen, eine Schale mit einer pinkfarbenen Rose und zartrosa Baisertuffs auf einer weißen Leinenserviette mit zartrosa Rosenmotiven. In den Cocktails stecken dunkelrote Eislutscher mit Stiel

Eure sugar&rose

Herzerl-Ricotta-Tarte mit Zwetschkenmus

Vorbei der Urlaub, vorbei die Sommerpause, retour an den Schreibtisch. Vorige Woche habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Mit Wandern in Vorarlberg und Rigoletto auf der Seebühne in Bregenz. Den „versäumten“ Geburtstag haben meine Bürokollegen+innen aber nicht vergessen. TATATATA, Happy Birthday, Blumen, Küsschen, Rosésekt! Natürlich haben sie von mir einen Kuchen erwartet. Und natürlich habe ich einen dabei gehabt. Eine fruchtige Herzerl-Ricotta-Tarte mit Zweitschkenmus aus den ersten Frühzwetschken. Auch die familiären Gratulanten sind nicht ohne Kuchen geblieben. Ich habe einen zweiten gebacken, eine Variante mit Frischkäse und Marillenmus-Herzen.

Herzerl-Ricotta-Tarte mit Zwetschkenmus in einer runden Tarteform, dekoriert mit rotrandigen Rosen
Herzerl-Ricotta-Tarte mit Zwetschkenmus in einer runden Tarteform. Ein Stück Kuchen wurde herausgeschnitten und auf einem weißen rechteckigen Tellerchen mit Silbergabel präsentiert.

Rezept Herzerl-Ricotta-Tarte hier downloaden.

Mürbteig „blind“ backen

Für Käsekuchen akzeptiere ich als Boden nur einen hauchdünnen Mürbteig. Was früher oft in einem Desaster endete: der Teig bröselte oder war zu weich zum Ausrollen. Ausschlaggebend für einen dünnen Boden ist die entsprechende Menge (kalte) Butter, dann klappt es einwandfrei. Kein Abbröseln von Mehl und Butter auf kalter Unterlage usw. Einfach alle Zutaten mit dem Knethaken des Mixers verrühren, die Teigkugel gleich in einer beschichteten Form mit der flachen Hand auseinander drücken und einen Rand hochziehen. Mit einer kleinen Nudelholz-Rolle (oder auch einem Marmeladeglas) die Oberfläche glätten.
Während der Vorbereitungszeit für die Fülle kommt der Teig kurz in den Kühlschrank. Es geht aber auch ohne Ruhezeit, wenn er „blind“ gebacken, also beim Backen beschwert wird.

Mürbteig im Rohzustand in einer runden Tartform und daneben mit Backtrennpapier und Keramik-Backbohnen belegt

Hierzu habe ich mir wiederverwendbare Blindbackkugeln aus Keramik angeschafft. Sehr empfehlenswert! Die Baking Beans gibt’s im Fachhandel oder immer wieder mal bei Tschibo.
Durch das Gewicht bleibt der Teig schön flach und macht keine Blasen. Die Backzeit für den Mürbteigboden beträgt bei 170 °C etwa 15 Minuten.

Fruchtmus-Herzerl

Die relativ flüssige Käsefüllung kommt auf den vorgebackenen, noch warmen Mürbteigboden. Darauf „kleckse“ ich dann mit einem Esslöffel große Fruchtmus-Punkte und ziehe mit einem Kochlöffelstiel kreisförmig eine Runde durch die Fruchtmus-Tupfen, wodurch die wunderschönen Fruchtherzen entstehen.

Kuchenfüllung im Rohzustand mit herzförmig aufgebrachtem Fruchtmus
Ungezuckerte, gebackene Käsetarte mit Fruchtmus, dekoriert mit Minze und kleinen rosa Blütendolden

Variante mit Frischkäse und Marillenmus

Die Herzerl-Tarte ist sehr wandlungsfähig. Je nachdem, was der Kühlschrank hergibt, ersetze ich den Ricotta durch Frischkäse oder Topfen, den Sauerrahm durch Crème fraîche oder auch Mascarpone.
Die erfrischende Fruchtfüllung variiert nach Saison: beginnend mit Himbeeren, Heidelbeeren, dann Marillen oder Weinbergpfirsiche, später Ringlotten oder Zwetschken. Wenn die Früchte vollreif sind, brauchen sie nicht erst weich gekocht werden und benötigen auch keine Zuckerzugabe. Nach dem Pürieren streiche ich sie durch ein feinmaschiges Sieb, um die Schalenreste oder Kerne zu entfernen.

Marillentarte in runder Tarteform, dekoriert mit einer großen schalenförmigen porzellanfarbenen Rose (Apricot Parfait), dahinter ein kleines weißes Körbchen mit Marillen und einer Rosenblüte

Frühzwetschken sind die besten!

Gleich nach den Marillen färben sich Anfang/Mitte August die Frühzwetschken rötlich-blau. Der Baum im elterlichen Garten ist wieder prall gefüllt. Leider sind die frühen Sorten nicht lagerfähig, sie müssen also schnell verarbeitet werden. Zu Zwetschkenröster, Zwetschkenmus, Zwetschkenkompott oder Zwetschkenkuchen. Das Rezept vom Zwetschkengermfleck findet ihr hier zum Downloaden.

Herzerl-Ricotta-Tarte mit Zwetschkenmus in einer runden Tarteform. Ein Stück fehlt. Es steht im Hintergrund auf einem weißen Keramikteller und man sieht den Anschnitt des Kuchens.
Ein Stück der Herzerl-Ricotta-Tarte mit Zwetschkenmus auf einem eckigen weißen Teller, dekoriert mit einer Rosenblüte (Blumenstadt Tulln, porzellanfarben mit roten Rändern) und grünen Rosenblättern. Daneben eine antike Silber-Dessertgabel auf einer weißen Leinenserviette

Herzallerliebste Grüße und danke an alle Geburtstagsgratulanten+innen! Eure sugar&rose

Marillen-Ricotta-Tarte & 5 weitere süße Marillen-Rezepte

Süß, riesengroß und super saftig sind die Marillen heuer durch die vielen Sonnentage. Bevor sich die Saison dem Ende zuneigt, will ich euch noch zwei köstliche Sommertarte-Rezepte ans Herz legen. Eine marmorierte Marillen-Tarte mit Ricotta mit ganz viel Marillenpüree in einer dicken Schicht cremigem Ricotta auf hauchdünnem Mürbteig – während ich sie in Stücke schnitt und einige zum Fotografieren auf ein Tablett legte, wurden die restlichen bereits aufgefuttert –und eine Marillen-Tarte mit Topfen, Heidelbeeren & Lavendel.

Marillen-Ricotta-Tarte in länglicher Tarteform auf weißem Spitzenschal mit aufgeschnittenen Marillen, apricotfarbenen Rosenköpfen und einem silbernen Tortenheber
Marillen-Tarte in länglicher Tarteform auf weißem Spitzenschale, daneben eine Jugendstilschale mit Glaseinsatz und schwimmenden apricotfarbenen Rosenköpfen

Rezept Marillen-Ricotta-Tarte hier downloaden.

Marillen-Tarte mit Ricotta

Ricotta wird aus Molke gewonnen, ist fettarm und hat einen intensiven Geschmack. Zum Backen eignet sich der cremig milchige und leicht süßliche Frischkäse daher hervorragend. Wer keinen Ricotta zur Hand hat, kann ihn durch eine Mischung aus Topfen und Crème fraîche oder anderen ungesalzenen Frischkäse ersetzen.
Vanille und Zitronenschale harmonieren mit Ricotta ebenso gut wie mit Topfen. Auch Orangenschale oder Zimt machen jedem Käsekuchen Ehre. Dennoch habe ich dieses Mal auf jegliche Zusatzaromen in der Ricotta-Masse verzichtet. Die Marillen sind derzeit so aromatisch, dass sie keinerlei geschmackliche Ablenkung brauchen.

Marillen-Ricotta-Tarte aufgeschnitten auf flachem silbernen Jugendstiltablet mit Rand, dekoriert mit einer milchigweißen Rosenblüte und zwei Marillen
Drei Stück Marillen-Tarte Schnitten auf einem silbernen Jugendstiltablet, dekoriert mit einer milchigweißen Rosenblüte

Marillen-Tarte mit Topfen, Heidelbeeren & Lavendel

Auch die Heidelbeeren haben gerade Hochsaison. Das vergisst man beinahe, weil sie das ganze Jahr über angeboten werden. Als Kinder waren wir in den Sommerferien mit der Oma des Öfteren im nahen Wald zum Heidelbeer-Pflücken. Zugegeben, damals nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Aber Omas Heidelbeerstrudel hat uns die Plackerei schnell vergessen lassen.
Und so dürfen die zwei Saison-Früchtchen zusammen auf den Topfenkuchen – und der gerade kräftig blühende Lavendel als Aroma mit auf die Marillen-Tarte.

Runde Tarteform mit Marillen-Tarte vor dem Backen. Halbierte Marillen und Heidelbeeren ruhen im Topfenbeet. Hinter der Tarteform stehen zwei Packungen Qimiq
Gebackene Marillen-Tarte, ein Stück wurde aus der Tarteform herausgeschnitten und auf einem Tellerchen dafür präsentiert. Am kleinen weißen Teller mit dunkelblauen Rand passend zu den Heidelbeeren liegt neben dem Marillenkuchenstück eine kleine silberne Gabel und eine orange Kapuzinerkresse-Blüte im Farbton der gebackenen Marillen.

Rezept Marillen-Heidelbeer-Topfentarte mit Lavendel hier downloaden.

’s ist Marillenzeit in der Wachau

Eine große halbkugelförmige Drahtschale mit zwei Henkeln überbordend gefüllt mit rotbackigen Wachauer-Marillen auf einem sonnenüberfluteten alten Holzbrett

Die Marillen sind heuer nicht nur besonders aromatisch, sondern – wie ich letztes Wochenende am Bauernmarkt festgestellt habe – aufgrund der reichen Ernte auch vergleichsweise günstig. Ich habe den ganzen Einkaufstrolly gefüllt und bereits Unmengen von Marillenmarmelade eingekocht. Familie und Freunde warten ohnehin stets auf „ihre“ Gläschen. Laut „unserem“ Marillenbauern am Yppenmarkt ist jetzt die absolut beste Zeit zum Einkochen. Je reifer, desto besser die Marmelade und auch die Kuchen.
Und so gibt es dieser Tage nicht nur Marillen-Tarte, sondern auch Marillenknödel – natürlich mit Erdäpfelteig! – und einen super flauschigen Topfenauflauf mit Marillen. Meine Lieblings-Marillenrezepte habe ich euch hier verlinkt:

Rezeptzusammenstellung: links oben ein schwarzes Riess-Reindl gefüllt mit einem Dutch-Baby Palatschinkenteig und Marillenstücken, daneben Marillenknödel, einer davon aufschnitten; links unten ein Marillen-Schicht-Dessert im Glas auf orange-goldener Serviette stehen mit einem orangen Plastiklöffel; daneben in einer kleinen rechteckigen weißen Porzellanform ein flauschiger Topfenauflauf mit Marillen, leicht angezuckert, dahinter ein Zuckerstreuer, aufgeschnittene Marillen, einige Kirschen und apricotfarbene Rosenblüten

Was tut sich im August im Rosengarten?

Da hat soeben die zweite Rosenblüte gestartet. Nicht ganz so überbordend wie die Hauptblüte im Juni, aber üppiger und prächtiger als in den Vorjahren. Besonders die englischen Rosen blühen reichlich und nahezu durchgehend. Anfänglich hatte ich vorwiegend rosa blühende Rosen in meinem Garten, in den letzten Jahren habe ich die Farbpalette stark erweitert, besonders um champagner-, creme- und apricotfarbene Rosen wie Abraham Darby, Garden of Roses, Apricot Parfait oder Schloss Eutin.

Apricotfarbene Rosen: links oben die englische Rose Abraham Darby, daneben Garden of Roses, darunter die apricotfarbenen Blüten der Austinrose Apricot Parfait und die überreichlich blühende Rose Schloss Eutin, alle im Garten fotografiert.

Die Dahlien nicht unähnliche Märchenrose von Kordes Schloss Eutin habe ich sofort ins Herz geschlossen. Ihre Blüten haben einen milchig-weißen Rand und werden zur Mitte hin apricot- bis lachsfarben und im Abblühen nahezu rosa. Ihr Duft ist eher dezent, die Blütenfülle sehr reichlich. Weitere Traumrosen und Rosenschönheiten aus meinem Garten findet ihr hier.

Art-Deco-Schale mit Fuß in altem Silber mit einem passenden Glaseinsatz. In der Schale schwimmend im Wasser drei Blüten der apricotfarbenen Rose Schloss Eutin, einige hellgrüne Rosenblätter und eine winzig kleine pastellgelbe Rosenblüte, davor einige Marillen, eine davon aufgeschnitten mit sichtbarem Kern

Eure sugar&rose

Brioche con Gelato – der Eis-Burger als Instagram-Star

#briochecongelato – der Eis-Burger aus Sizilien erobert gerade Instagram. Ein süßer Briocheknopf, gefüllt mit Eiscreme. Nichts anderes ist der Brioche con Gelato. Hefeteig statt Eistüte also. Das musste ich unbedingt probieren. Ich mag Brioche und ich mag Eis, also warum nicht beides zusammen? Mein Resümee nach dem Selbstversuch: Sollte man probiert haben! So ein Gelato-Burger sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern schmeckt köstlich. Auch unsere Freunde waren entzückt von der Kombination.

Eisburger (Brioche con Gelato) in gefüllt mit Roseneiskugeln auf Vintageteller, dahinter ein ebensolcher Keramikteller mit ungefüllten Brioschknöpfen, ein Eisportionierer mit einer Kugel Eis und daneben kleine grüne Rosen
Eisburger (Brioche con Gelato) in Papiertüte mit Rosenmotiv, gefüllt mit Roseneiskugeln, daneben kleine grüne Rosen

Rezept Brioche con Gelato (Eis-Burger) hier downloaden.

Sizilianische Brioches mit Tuppo

Frühstücken im Süden und bei uns ist nicht vergleichbar. Während bei uns Schinken, Käse, Ei, Butter und Marmelade auf den Tisch kommen, trinkt man in Italien morgens nur einen Espresso. Unterwegs, im Stehen. Bestenfalls noch einen Cappuccino oder Latte. Punkt. Dazu gibt es maximal ein süßes Cornetto, ein Hörnchen mit Marmelade- oder Schokoladefüllung.
In Sizilien gibts zum Kaffee ein Brioche col Tuppo, ein Briocheweckerl mit „Tupfer“, einer Kugel obenauf. Mancherorts auch schneckenartig aufgerollt. Damit der Tuppo beim Aufgehen nicht einsinkt, wird der Hefeanteil im Vergleich zu andern Hefeteigen reduziert. Zitronenschale und Vanille verleihen dem Gebäck den besonderen Duft. Ob mit Butter oder Öl, frischer oder Trockenhefe, mit Marsala oder ohne … Ähnlich wie bei unserem Hefezopf hat hier jede+r ein Geheimrezept.

Zwei herzförmige Keramikteller mit jeweils drei frisch gebackenen Briocheknöpfen, stehend auf einem weißen Platzset mit Lochstickerei, dekoriert mit einigen Rosenblättern und einem kleinen Rosensträußchen in grün-rosa

Ich habe die Brioches nach einem sizilianischen Rezept meiner Freundin Elisabetta gebacken, die aus Neapel stammt (das dereinst ja zu Großsizilien gehörte). Sie hat übrigens gerade ein sehr persönliches Buch über „Neapel abseits der Pfade“ herausgebracht, das ich Italien-Liebhabern nur empfehlen kann.
Man kann natürlich auch Briocheknöpfe vom Bäcker verwenden. Allerdings sollten diese innen relativ fest sein, damit sie nicht gleich matschig werden.

Drei rosa Roseneiskugeln auf einem aufgeschnittenen Brioche, liegend auf einem herzförmigen weißen Vintage-Keramikteller, dahinter ein weiterer Keramikteller mit drei ungefüllte Briocheweckerln von oben und ein Eisportionierer mit einer Kugel Roseneis. Als Deko ein Zweig mit grün-rosa Röschen der Rose Lovely Green

Eis aufpeppen

Die Eiscreme für die Füllung meiner Brioches con Gelato habe ich selbst gemacht, naja, eher selbst aufgepeppt. Das heißt, ich habe fertiges Vanilleeis mit Früchten variiert. Einmal Kirscheis mit klein geschnittenen Kirschen und Kirschsaft, einmal Himbeereis mit frischen Himbeeren und gefriergetrocknetem Himbeerpulver für die rosa Färbung und die dritte Portion Vanilleeis habe ich mit Rosenwasser und Rosenblüten aromatisiert.
Ein Rezept für ein selbst gemachtes Roseneis (Foto) für die Eismaschine gibt es hier.

Zwei rosa Roseneiskugeln auf zwei winzig kleinen Keramiktellern mit Goldrand, dazu ein kleiner Vintagesilberlöffel. Daneben eine Jugendstilschale mit Glaseinsatz und Henkel, gefüllt mit drei rot-weißen Rosenblüten der Rose Blumenstadt Tulln und einigen kleinen cremefarbenen Rosenblüten

Brioche con Gelato – am Teller oder in der Tüte?

Für den Familiennachtisch habe ich die aufgeschnittenen Brioches zum Selberfüllen samt Eisbox und Eisportionierer einfach auf den Tisch gestellt. Beim Eis sind die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden. Ich mag Vanilleeis, mein Mann Schokoladeneis, meine Sohn Fruchteis … Und dann wieder umgekehrt? Eben!

Zwei Eisburger (Brioche con Gelato) auf jeweils einem herzförmigen Keramikteller mit Lochmusterdekor auf einem weißen Platzset mit Lochstickerei, dekoriert mit Kirschen und rosa Baisertuffs, dahinter als Deko ein leerer Eisportionierer aus Stahl
Zwei Eisburger (Brioche con Gelato) auf jeweils einem herzförmigen Keramikteller mit Lochmusterdekor auf einem weißen Platzset mit Lochstickerei, dekoriert mit Kirschen und rosa Baisertuffs
Zwei Eisburger (Brioche con Gelato) auf jeweils einem herzförmigen Keramikteller, gefüllt mit Kirscheneis. Der vordere Eisburger in Nahaufnahme, dekoriert mit gefrorenen Kirschen und rosa Baisertuffs
Ein mit Puderzucker bestäubter Eisburger (Brioche con Gelato) auf einem herzförmigen Keramikteller, gefüllt mit rosa-weiß marmoriertem Kirscheneis, dekoriert mit Kirschen und rosa Baisertuffs

Ob Eis-Burger in Sizilien tatsächlich bereits zum Frühstück serviert werden, kann ich nicht sagen. Warum auch nicht? An heißen Sommertagen durchaus vorstellbar. Ich habe meine Brioche con gelato als Nachspeise gereicht.
Auf einem Teller UND in einer Papiertüte. So kann man den Eis-Burger gut in die Hand nehmen und man kleckert sich beim Reinbeißen nicht von oben bis unten voll.

Eisburger (Brioche con Gelato) in einer Papiertüte mit Rosendekor, liegend auf einem Keramikteller auf einem einem weißen Platzset mit Lochmuster, dekoriert mit einer rosa Rosenblüte der Rose Leonardo de Vinci

Auf Instagram gilt übrigens: Je größer die Brioches, desto mehr Likes …

Rosenbadesalz mit Rosenöl – einfach selber machen

Rosenbadesalz mit Rosenöl entspannt Körper und Geist gleichermaßen. Das ätherische Rosenöl duftet herrlich, die Rosenblüten streicheln die müde Haut und machen Baden zum Genuss.
Selbst gemachtes Badesalz ist im Unterschied zu gekauftem garantiert palmölfrei und ohne bedenkliche Farbstoffe oder Parfums. Abgefüllt in transparenten kleinen Fläschchen ist es wunderschön anzuschauen und ein perfektes Mitbringsel. Entspannung zum Verschenken!

Rosa Rosenbadesalz mit getrockneten rosa Rosenblüten in einer kleinen herzförmigen Keramikschale und abgefüllt in zwei durchsichtigen Fläschchen, dekoriert mit rosa Bändchen, einem kleinen rosa Röschen und rosa Etiketten sugar&rose

Anleitung Rosenbadesalz mit Rosenöl hier.

Rosa Rosenbadesalz mit getrockneten rosa Rosenblüten in einer kleinen herzförmigen Keramikschale und abgefüllt in zwei durchsichtigen Fläschchen, dekoriert mit rosa Bändchen, einem kleinen rosa Röschen und rosa Etiketten sugar&rose

Rosenbadesalz mit Rosenöl und getrockneten Rosen

Badesalze bestehen aus nur vier Grundzutaten: Salz, Natron, Pflegeöl und einem ätherischen Öl. Das ganze wird einfach vermischt und fertig. Fürs Auge können noch Kräuter oder Blüten untergemengt werden. Kindereinfach also.
Die Hauptzutat Salz sollte möglichst grobkörnig sein, zum Beispiel grobes Meersalz oder Totes-Meer-Badesalz, Steinsalz, Bittersalz oder Glaubersalz bzw. eine Mischung aus diesen.
Natron ist in Drogeriemärkten in größerer Verpackung erhältlich und wird für die bessere Reinigungswirkung untergemengt.
Als hautpflegende, beruhigende Komponete kommt ein Trägeröl hinzu: Argan-, Avocado-, Kokos-, Mandel- oder Jojoba-Öl, notfalls auch ein gutes Olivenöl.

Zweierlei Rosenöl in kleine Philolen, zwei im Vordergrund durchsichtig, vier in metallenen Behältern und eine in einem Holzbehälter mit der Aufschrift Rose Oil Bulgaria, dazu eine große Rosenblüte der historischen Rose Ispahan

Als ätherisches Öl verwende ich kostbares Rosenöl aus Bulgarien oder Persien, welches ich selbst auf meinen Rosenreisen eingekauft habe. Es verleiht meinem Badesalz den wohligen Duft. Qualitätsvolle naturreine Rosenöle bietet beispielsweise die Vorarlberger Firma feeling.

Zwei unterschiedlich große türkis-melierte flache Teller mit frischen Rosenpetalen zum Trocknen in unterschiedlichen Farben: apricot, rosa, rosa-gelb, pink, dunkelrosa und dunkelrot

Schlussendlich kommen noch gut getrocknete rosa oder rote Rosenblüten hinzu. Wer keinen eigenen Rosengarten hat, kann diese im Reformhaus kaufen.
Für eine schöne bunte Färbung des Rosenbadesalzes eignen sich pulvrige oder auch flüssige Seifenfarben bzw. Rote-Bete-Pulver (für rosa oder rot). Dabei achte ich besonders darauf, dass die Farben ohne künstliche Farbzusätze hergestellt sind.

Mini-Dekor-Badewanne mit Füßchen und Rosendekor außen, gefüllt mit Rosenbadesalz und pinkrosa getrockneten Rosenblüten, stehend auf einem Vintage-Gazetuch mit gestickten Blüten

Rosenbadesalz mit Rosenöl – zum Verschenken

Abgefüllt in gut verschließbaren Gläsern oder durchsichtigen Lotion-Fläschchen hält der Badezusatz lange Zeit und sorgt garantiert für unvergessliche Bademomente. Für ein Wannenbad reichen etwa fünf Esslöffel voll.

Rosa Rosenbadesalz mit getrockneten rosa Rosenblüten abgefüllt in zwei durchsichtigen Fläschchen, dekoriert mit rosa Bändchen, einem kleinen rosa Röschen und rosa Etiketten sugar&rose sowie zwei kleine Schraubgläser mit dunklem Deckel

Lust auf weitere DIY-Rosenprodukte?

Ob fürs eigene Entspannungsbad oder zum Weiterschenken – Badepralinen mit Rosenöl kann man ebenso einfach selber zubereiten. Die Anleitung findet ihr hier.
Ein bis zwei Badepralinen ins Wasser legen und los blubbern … Sie sprudeln und schäumen fantastisch und duften aufgrund des ätherischen Rosenöls ebenso intensiv wie das Rosenbadesalz.

Rosa Badepralinen auf einem grauen Steingutteller, davon sechs Stück in Rosenform, eine als Badebomben-Kugel, alle dekoriert mit dunkelroten getrockneten Rosen

Also jetzt im Sommer ausreichend Rosen trocknen, dann hat man den ganzen Winter über Vorräte für Wellness-Produkte oder Duftpotpourris zur Hand. Eure sugar&rose

Porridge mit bunten Wiesenblumen in einer Steingut-Bowl auf türkisem Teller, daneben ein alte Silberlöffel mit rosa Masche und rosa Rosen mit Band im Hintergrund

Sommer-Porridge mit Wiesenblumen aus der Stadt

„Porridge? Jetzt im Sommer? Die Hitze ist ohnehin kaum zu ertragen.“ – Ja, gerade im Sommer! Weil wir bei der Hitze eher kalte Speisen essen, ist eine warme Mahlzeit am Morgen, die langanhaltende Energie gibt, sehr empfehlenswert. Anstelle von Gewürzen habe ich dem Sommer-Porridge essbare Blüten beigemengt und dafür mitten in der Stadt einen bunten Wiesenblumenstrauß gepflückt.
Das Sommer-Porridge mit Wiesenblumen schmeckt aber auch kalt hervorragend. Und so geht mir auch an heißen Tagen die Energie nicht aus, wenn ich mir mittags nur einen kühlen Salat gönne oder das Essen ganz auslasse.

Sommer-Porridge mit bunten Wiesenblumen in einer einer grauen Schale mit Silberlöffel, dahinter ein Wiesenblumenstrauß mit gelbem Hornklee, violetten Flockenblumen und weißer Schafgarbe in einer grauen Vase

Rezept Wiesenblumen-Porridge als PDF hier downloaden.

Essbare Wiesenblumen & Wildkräuter mitten in der Stadt

In jeder Stadt gibt es öffentliche Wiesen, Sträucher und auch Obstbäume, wo man Blumen, Kräuter und Obst ernten und sammeln kann. Diese Planzen wachsen nicht nur am Stadtrand, sondern auch mitten in der Stadt. Man muss nur genau hinschauen! Frische Blüten und Kräuter ohne lange Transportwege, ohne Verpackung und obendrein kostenlos.

Wiesenblumenstrauß mit gelbem Hornklee, weißer Schafgarbe, Rotklee und violetter Flockenblume in der Hand gehalten

Wildkräuter und Wildgemüse haben meist weit mehr gesunde Vitalstoffe als gekaufte oder im Garten gezogene Kulturkräuter. Brennnesseln zum Beispiel haben doppelt soviel Eisen wie Spinat, Hagebutten siebenmal mehr Vitamin C als Zitronen. Klarerweise sollten diese nicht direkt an Straßenrändern oder an belasteten Standorten (Hundezonen, stark gedüngten Wiesen oder in Friedhofsnähe) gepflückt werden.
Meinen Blütenstrauß habe ich beispielsweise auf den Steinhofgründen mitten in Ottakring gesammelt. Nachhaltiger geht’s nicht.

Blumenwiese in den Steinhofgründen, einem Erholungsgebiet in Ottakring, dahinter ein Wald und strahlend blauer Himmel

Es gibt natürlich auch giftige Wildpflanzen. Für den Anfang sollte man nur Pflanzen sammeln, die man auch bestimmen kann. Wenn noch keine Blütenstände zu sehen sind oder man sich nicht sicher ist, sollte man sie lieber stehen lassen. Es gibt tolle Apps zur Pflanzen-Bestimmung.
Kamille, Löwenzahn, Schafgarbe, Wiesenklee, Glocken- und Kornblumen kennen die meisten. Auch Holunder und Brennnesseln sind leichte Anfänger-Beute. Also Augen auf beim nächsten Spaziergang!
Meine Ausbeute: violett-purpurfarbene Wiesen-Flockenblumen, blau-violette Vogel-Wicken mit traubigen Blütenständen, fliederfarbene Acker-Witwenblumen, Rotklee und gelber Gewöhnlicher Hornklee.
(Die zartrosa Wicken im Strauß am Bloganfang sind nur Dekoration und sind nicht zum Verzehr geeignet.)

Wiesenblumenstrauß mit gelbem Hornklee, violetten Flockenblumen, rotem Hornklee und fliederfarbenen Acker-Weitwenblumen und weißer Schafgarbe in einer weißen Vintagekanne mit Henkel auf einem alten weißen Handtuch mit gehäckeltem weißem Rand

Kaltes Sommer-Porridge mit Wiesenblumen

Porridge kennen wir als wärmendes Winterfrühstück. Laut TCM (Traditionell Chinesischer Medizin) gibt es wärmende, kühlende und neutrale Lebensmittel. Ziel ist es, eine Balance im Körper zu schaffen. Haferflocken zählen zu den neutralen Lebensmitteln, rohes Obst, insbesondere Südfrüchte, zu den kühlenden.
Die wärmenden Gewürze wie Zimt und Ingwer bleiben beim Sommer-Porridge natürlich außen vor. Die zuckerhältigen Bananen werden durch frische Beeren, Kirschen, Pfirsiche und Marillen ersetzt.
Ein zusätzlicher Eiweiß-Kick im Frühstück ist immer fein, ganz besonders im Sommer. Daher mische ich gerne einen Esslöffel Hanfsamen oder Sonnenblumenkerne unter.

Sirup und bunte Blüten als Topping

Ein Löffelchen Sirup macht glücklich und mein kaltes Sommer-Porridge ganz besonders lecker.
Ob mit Holunder-, Rosen-, Ahorn- oder Kokosblütensirup oder gänzlich ungesüßt, bleibt jedem überlassen. Selbst gemachter Löwenzahnhonig oder -sirup passt zum Sommer-Porridge mit Wiesenblüten besonders gut.
Gelb, rot, blau und grün dazu die Blüten: Löwenzahn, Rotklee, Kornblumen und das Grün der weißen Schafgarbe.

Sommer-Porridge mit bunten Wiesenblumen in einer einer grauen Schale mit Silberlöffel, dahinter zwei rosa Rosen mit einem rosa getupften Bändchen; die Schale steht auf einem türkis marmorierten Teller. Das Porridge ist garniert mit blauen Kornblumenblüten, rotem Hornklee und gelbem Löwenzahn, darüber etwas Löwenzahnsirup geträufelt

Einen energiereichen Start in die nächste heiße Sommerwoche wünscht euch sugar&rose.

Erdbeerzeit! Fünf erfrischende Erdbeerrezepte + eins dazu

Die nächste Hitzewelle rollt an und die Erdbeerzeit neigt sich dem Ende zu. Erdbeeren mögen Sonne, aber keine Hitze oder Trockenheit. Also schnell zugreifen und einkochen! Ich habe euch für die kommenden heißen Tage fünf erfrischende Erdbeerrezepte zusammengestellt und eine herrliche Mehlspeis‘ mit Erdbeeren.
Wenn die ersten Erdbeeren rote Wangen bekommen, beginnt für mich der Sommer. Nix geht über frisch gepflückte aus dem Garten oder direkt von den regionalen Erdbeerfeldern. Nicht die mit dem Flugzeug angereisten wässrigen Dinger! Heuer sind sie besonders süß und geschmackvoll. Zunächst der warme April, dann der kühle Mai, perfekte Bedingungen also.
Bei mir gibt’s gerade ausschließlich Erdbeer-Nachspeisen. Bei der Dauerhitze möglichst unaufwendig und erfrischend, vom Kühlschrank auf den Tisch!

1. Erfrischender Topfenkuchen mit Skyr und Erdbeeren

Rezept „Topfenkuchen mit Skyr und Erdbeeren“ hier klicken.

Topfenkuchen schmeckt nicht nur warm, sondern auch gekühlt großartig. Mit Erdbeeren und einer Portion Skyr – oder alternativ einer Mischung aus Topfen und Joghurt – ein echter Frischekick. Vielleicht noch mit Rosenblüten und Mandelblättchen dekorieren, fertig.

2. Erdbeer-Rhabarber-Gelee

Erdbeer-Rhabarber-Gelee, erfrischende Erdbeerrezepte

Rezept „Erdbeer-Rhabarber-Gelee“ hier klicken.

Erdbeeren und Rhabarber – für mich die beste Kombi überhaupt. Ob als kühles Kompott oder zur Abwechslung als Jelly. Aromatisiert mit Holunder- oder Rosensirup und serviert direkt in der Rein‘ (Pfanne mit Griffen). Jeder nimmt sich, so viel er will und mag. Halbgefroren aus dem Tiefkühler ist das Erdbeer-Rhabarber-Gelee an Hitzetagen ebenso erfrischend wie Eiscreme – und bei weitem kalorienärmer!

3. Joghurt-Topfencreme mit Erdbeeren

Joghurt-Topfencreme mit Erdbeeren
Joghurt-Topfencreme mit Erdbeeren, erfrischende Erdbeerezepte

Rezept „Joghurt-Topfencreme mit Erdbeeren“ hier klicken.

Joghurt und Topfen mit etwas Obers oder Quimiq und einer dicken Erdbeer-Fruchtschicht. Am Vortag oder in den noch kühleren Morgenstunden zubereitet, in Gläser gefüllt und ab in den Kühlschrank. Zeitsparend, optimal vorzubereiten, direkt vom Kühlschrank auf den Tisch!
„Heißer“ Tipp: ein Löffelchen Fragolino-Likör zu den Erdbeeren – und schon gehen die Mundwinkel der Gäste weit nach oben. 😊

4. Erdbeerjelly-Törtchen

Rezept „Erdbeerjelly-Törtchen“ hier klicken.

An besonderen Wochenenden oder zu Feiertagen gibt es mehrere Schichten in kleinen Gugelhupfförmchen. Schichtgugel sozusagen. Eine Schicht Erdbeerjelly, eine Rosenjelly, dann eine Erdbeer-Cheescake-Schicht und zum Abschluss eine Kuchenabdeckung. Kuchenreste aus dem Tiefkühler sparen Zeit und machen die Gugel noch ein Stück weit erfrischender.

5. Erdbeer-Frangipane-Tarte

Rezept „Erdbeer-Frangipane-Tarte“ hier klicken.

Diese Tarte ist zugegebenermaßen etwas aufwendiger. An heißen Tagen will man aber nicht stundenlang in der Küche stehen. Warum dann dieses Rezept?
In Etappen zubereitet, macht auch dieses Törtchen keinen Stress. Denn Mürbteig und weiße Parisercreme können ohne weiteres am Vorabend zubereitet werden und im Kühlschrank rasten. Oder auch zwei Tage früher, denn die Tarte kann ebenso einen Tag im Kühlschrank chillen. Gekühlt schmeckt sie ohnehin am besten.

Fünf erfrischende Erdbeerrezepte + eins dazu:

Warmer Erdbeerauflauf (Erdbeer-Clafoutis)

Erdbeeer-Clafoutis
Warmer Erdbeerauflafu

Rezept „Warmer Erdbeerauflauf (Erdbeerclafoutis)“ hier klicken.

Manchmal darf es aber trotz Hitze auch eine warme Mehlspeis sein. Ein (echter) Wiener verzichtet auch im Sommer nicht auf seinen Auflauf. Ob mit Erdbeeren, Rhabarber, Kirschen oder Marillen. Am allerbesten schmeckt er direkt aus der Rein‘. Und sollte tatsächlich was übrig bleiben, kann der Auflauf natürlich auch kalt gegessen werden.
Eure sugar&rose

Persiens zur Rosenblütezeit – ein Reisebericht

Persien und Rosen – Wörter, die Bilder im Kopf malen, märchenhafte Bilder aus 1001 Nacht. Rosenfelder, prächtige Gärten, vielfältige Naturlandschaften, beeindruckende Kulturdenkmäler.
Als Rosenliebhaberin muss man zumindest einmal ins Ursprungsland der Rosenöl-Gewinnung. Ich habe immer noch den Duft der Damaszenerrosen vom bulgarischen Tal der Rosen in Erinnerung. Auf nach Persien, nach Schiraz, in die Stadt der Nachtigallen und der Rosen!

Persien-Highlights, Persien und Rosen
Oben: Arg-e Karim Khan Zitadelle, der schiefe Turm von Schiraz, und die Jame Abassi Moschee in Isfahan;
unten: Persepolis und die Si-o-se Pol Brücke mit Schneewittchen-Rose

Seit Jahrtausenden ist die Rose Bestandteil der persischen Kultur. Rösenöl- und Rosenwasser-Gewinnung haben hier ihren Ursprung. Rosen begegnet man im Iran auf Schritt und Tritt – nicht nur auf den Rosenfeldern, sondern auch ornamental. Auf tausenden Kacheln, Wandmalereien, in Moscheen, auf Keramiken, Tüchern und Teppichen. Rosenwasser ist Bestandteil vieler persischer Süßspeisen, wird Erfrischungsgetränken beigemengt oder findet in medizinischen wie kosmetischen Produkten Verwendung.

Persien-Rosen-Highlights, Persien und Rosen
Oben: Rosenfelder nahe Kaschan, Nische in der Rosenmoschee von Shiraz;
unten: Kacheln mit Rosen, frische und getrocknete Blüten der Rose „Mohammadi

Anfang bis Mitte Mai war ich zusammen mit einer Gruppe Gleichgesinnter auf den Spuren des alten Perserreichs unterwegs. Frauen müssen im Iran in der Öffentlichkeit langärmelige, bis zur Oberschenkelmitte reichende Oberteile und ein Kopftuch tragen. Daran führt kein Weg vorbei. Anfänglich mehr als gewöhnungsbedürftig, besonders bei Temperaturen über 30 Grad – bis wir den Formenreichtum der angebotenen Tücher und Schals entdeckten und mittels Haarklammern das Fixieren heraus hatten. Ab da fragten wir uns morgens nicht: „Was ziehe ich heute an?“, sondern „Welches Tuch trage ich heute?“

Botanisch Interessierte Reisegruppe
Unsere botanisch interessierte Gruppe aus Österreich, Deutschland und der Schweiz

Begleitet wurden wir von der steirischen Gartenexpertin Angelika Ertl-Marko (Oliva-Reisen). Die Kulturschätze seines Landes zeigte uns Amir Nazari.

Angelika Ertl & Amir Nazari
Links: Angelika Ertl im Kaiserkronen-Glück; rechts: unser hervorragender Reiseleiter Amir Nazari mit enormem kunsthistorischen Wissen und rhetorischem Talent in Bezug auf die Botanik

Teheran: selbstbewusst, laut & umgeben vom schneebedeckten Elburs-Gebirge

Die Reise beginnt im farbenfrohen Teheran. Nach einem historischen Überblick über die älteste Zivilisation zwischen Orient und Okzident im Nationalmuseum besichtigen wir den Golestan-Palast mit angrenzendem Park. Rosen auf Fliesenmosaiken, an den Palastwänden, Rosen im Garten und im Museum, auf Rosenporzellan und Gebrauchsgegenständen.
Vom ersten Tag an begleiten uns in Persien zwei Rosen. Der weißen Strauchrose Schneewittchen und der orange-roten Beetrose „Krambambuli“ (deren Züchternamen ich leider noch nicht herausgefunden habe) begegnen wir in allen Städten.

Golestan-Palast, Teheran, Rosen-Utensilien Museum
Der Golestan-Palast in Teheran, Regierungspalast der Kadscharen, mit Spiegelsälen und kunstvollen Rosenkacheln
Schneewittchen-Rose und Yucca-Palmlilien, Persien und Rosen
Die weiße Schneewittchen-Rose und Yuccas mit meterhohen Blütentrieben
Rose Krambambuli, Persien und Rosen
Die Rose „Krambambuli“ mit leuchtend rot-orange-gelben Farben und offenen Staubgefäßen

Den für nächsten Tag geplanten Rosendorf-Besuch verschieben wir wegen des Ramadan-Beginns, da zu den Feiertagen halb Teheran in Qamsar Erholung sucht. Wir widmen uns dem modernen Iran und bestaunen den Azadi-Tower, das Wahrzeichen Teherans, und den Borj-e Milad, den Fernsehturm mit herrlicher Aussicht auf die Millionenstadt.

Azadi Tower und Milad Tower
Links Azadi Tower, rechts oben Milad-Tower, unten Kaufmannshaus Tabatabai

Am Weg nach Kaschan besichtigen wir ein traditionelles Kaufmannshaus, das der Familie Tabatabai, und wandeln mit zahlreichen Iranern durch den Bagh-e Fin, die vielleicht älteste Gartenanlage der Welt. Mit einem Schutzwall und vier runden Türmen umgeben ist er mit zahlreichen wasserführenden Elementen und Wasserbecken sehr formal angelegt. Sonne, Schatten, Wasser und Gebäude („Kiosk“) sorgen für Erholung und Entspannung. Wir tauchen unsere müden Füsse zusammen mit einer Gruppe persischer Frauen, die mit uns plaudern und uns nach Hause einladen, ins kühlende Wasser.

Bagh-e Fin Garten
Links oben die Berge um Kashan; unten und rechts der Bagh-e Fin Garten

Rosendorf Qamsar: Rosenfelder und Rosenwasserproduktion

Auf nach Kaschan, ins Rosendorf Qamsar! Entlang der Strecke unzählige Damaszenerrosenfelder. Eingebettet zwischen schneebedeckten Bergen und wüstenartigen Landstrichen wächst hier die Mohammadi-Rose, eine leuchtend rosafarbene, kleinblütige, stark duftende Ölrose. Der Rosenanbau in Persien erfolgt nicht in Monokulturen. Tausende Familien leben hier einzig vom Rosenanbau, genauer gesagt von der Herstellung von Rosenwasser. In Qamsar praktisch der ganze Ort. Die Kleinstadt ist zum Touristenmagnet geworden.

Rosenfelder nahe Qamsar, Persien und Rosen
Rosenfelder nahe Qamsar

Ein Rosenbauer im alten Viertel von Qamsar erklärt uns enthusiastisch die traditionelle Gewinnung von Rosenwasser und Rosenöl. Er hat ein kleines Rosenwasser-Museum inmitten seines recht archaischen Betriebs eingerichtet. Stolz erzählt er uns – und zeigt uns ein Dokument –, dass im Vorjahr die Kaaba von Mekka mit Rosenwasser aus seinem Betrieb rituell gereinigt wurde.
Sehr interessant auch die folgende Geschichte: Im Ort werden Kleinkinder vorbeugend gegen Allergien und Hautbeschwerden für 15 Minuten in Wannen mit Rosenblüten gelegt. Eine Art „Impfung“.
Der umtriebige Rosenbauer war auch schon bei der UNESCO. Das Rosendorf Qamsar ist bemüht, als Kulturerbe anerkannt zu werden.

Rosendorf Qamsar

Persien und Rosen

Weil laut Aussage unseres Rosenbauern zerriebene Rosenblüten im Joghurt gegen Alzheimer vorbeugen, decken wir uns nicht nur mit Rosenwasser, sondern auch mit getrockneten Rosenblüten ein. Ein echtes Verkaufsgenie, der Herr! – Wird doch mittlerweile auch im Iran der Großteil des Rosenwassers in großen Fabriken gewonnen.
In der islamischen Welt ersetzt Rosenwasser sozusagen die alkoholischen Kochzutaten. Statt Wein wird der Sauce Rosenwasser beigemengt, ebenso dem Champagner, Eis, Milchreis, Keksen u.a. Süßspeisen. Im Schwarztee, zu dem ein Stück Würfelzucker gereicht wird, ist ebenso ein kräftiger Schuss Rosenwasser.
Das Rosenhydrolat, welches als Nebenprodukt bei der Rosenöl-Gewinnung anfällt, wird großteils zur Herstellung von Parfums und Kosmetikprodukten verwendet.

Rosenwasserproduktion Persien
Unser Rosenwasser- und Rosenöl-Produzent aus Qamsar mit Familie

Wir reisen weiter Richtung Yazd durch abgelegene Wüstenlandstriche und sehen zum ersten Mal die Wüste „blühen“. Wermut, wilder Mohn, Wildtulpen und Wüstensalbei.

Die Wüste in Persien blüht

Yazd: Wüstenstadt mit Lehmhäusern und Windtürmen

In der recht ruhigen Wüstenstadt Yazd suchen wir in den engen, labyrinthischen Gässchen zwischen den Lehmhäusern Schutz vor der Hitze. Und lernen die Bedeutung von Windtürmen, die kühle Luft in die Keller leiten, kennen.
Wir besichtigen den Feuertempel und erklimmen bei enormer Hitze die Türme des Schweigens, einen Ort der Totenbestattung – die Verstorbenen wurden den Geiern überlassen.

Türme des Schweigens
Links die Schweigetürme, oben ein Windturm und unten der zoroastrische Feuertempel

Nach der vielen Wüstenhitze haben wir uns eine persische Siesta verdient. Idyllische Restaurants mit gemütlichen, schattigen Innenhöfen, plappernden Papageien und Wasserbecken in der Mitte. Gegessen wird traditionell auf dem Boden oder im Schneidersitz auf einer niedrigen, mit Teppichen belegten Holzbank. Wir probieren eine Melonen-Shisha, dazu werden Tee, frische Datteln und Kichererbsen-Gebäck mit Kardamom gereicht.

Wasserpfeife Persien
Wasserpfeifen-Siesta

Nächstes Ziel ist die imposante Freitagsmoschee mit den höchsten Minaretten im Iran. Die mit tausenden blauen Fliesenmosaiken dekorierte Fassade zieht uns magisch an.
Danach spazieren wir durch den Dowlat-Abad-Garten. Bei Temperaturen über 30 Grad begreifen wir die Notwendigkeit von Gärten in Wüstenstädten – trotz des hohen Wasserverbrauchs. Der Park ist voller Granatapfel- und Maulbeerbäume. Und Wein – obwohl die Iraner keinen Alkohol trinken. Ach ja, Rosinen 😉

Freitagsmoschee von Yazd
Freitagsmoschee von Yazd; das Blau-Türkis zieht sich auch in den Innenräumen weiter; Ton in Ton auch die Kopftücher
Granatapfelbäumen im Dowlat-Abad-Garten
Blüten und Früchte von den Granatapfelbäumen im Dowlat-Abad-Garten
Dowlat-Abad-Garten, Persien und Rosen

Am Weg nach Shiraz besichtigen wir in Abarqu eine über 4000-jährige Zypresse – die älteste Zypresse der Welt. Rundherum ist ein Rosengarten angelegt, großteils Edelrosen, aber auch einige historische.

4000-jährige Zypresse, Persien und Rosen
Über 4000-jährige Zypresse in Abarqu

Persepolis: die Hauptstadt des antiken Perserreichs

Am Weg nach Persepolis bestaunen wir die Gräber der Achämeniden Könige, die in eine Bergwand gehauen sind. Danach stehen die imposanten Überreste von Persepolis am Programm.

Persepolis
Links oben: Naqsch-e Rostam, rechts und unten die Überreste von Persepolis

Shiraz: die Stadt der Rosen, Nachtigallen und der Dichter

Die Iraner verehren ihren Nationaldichter Hafis. Verliebte und Frischverheiratete reisen nach Shiraz zur letzen Ruhestätte des persischen Schutzpatrons der Liebenden. Auch wir statten dem Mausoleum von Hafis in Shiraz einen Besuch ab. Den aufdringlichen Orakel-Sprüche-Verkäufern kann ich eher wenig abgewinnen.
Im botanischen Garten Bāgh-e Eram laufe ich angesichts der Größe des Gartens und der Vielfalt an Rosen stundenlang in der prallen Hitze herum, während mein Mann den Kräutergarten bewundert und auf einem Schattenbankerl geduldig wartet, bis ich sämtliche Rosen bestaunt habe.

Eram-Garten in Shiraz, Persien und Rosen
Der Eram-Garten in Shiraz, der älteste und berühmteste unter den historischen botanischen Gärten;
rechts unten: Grab des Hafis

Die Rosenmoschee in Shiraz

Mein absolutes kulturelles Highlight der Reise: die Rosenmoschee in Shiraz. Von außen eher unscheinbar, könnte man fast an der kleinen Holztür mit zwei Mauerbänken vorbeigehen. Nach innen öffnet sich ein schöner Hof mit Wasserbecken. Die Gebetshalle ist mit Teppichen ausgelegt, die Schuhe müssen ausgezogen werden. Wir haben den Zeitpunkt perfekt gewählt, die Moschee ist menschenleer. Beim Betreten halte ich kurz die Luft an. Den Tränen nahe, stumm vor Demut, schreite ich durch den Raum. Abertausende Rosendarstellungen vom Boden bis zu den Deckengewölben. Ich bin überwältigt!
Die außergewöhnlichen Lichtspiele, welche die Morgensonne durch die bunten Fenstergläser auf die Gebetsteppiche wirft, können wir gerade noch erahnen. Nach unzähligen Fotos setzen wir uns auf den Boden und lassen den märchenhaften Raum auf uns wirken. So etwas Kunstvolles habe ich noch nie gesehen!

Rosenmoschee in Shiraz
Rosenmoschee in Shiraz
Rosenmoschee in Shiraz
Rosenmoschee in Shiraz
Nasir al mulk Moschee – die Rosenmoschee von Shiraz

Abends schlendern wir durch den Basar von Shiraz und tauchen unsere Nasen tief in die zahlreichen Gewürzstände.

Bazar Shiraz

Das Zagros-Gebirge und die Kaiserkronen

Über das Zagros-Gebirge geht es am nächsten Tag weiter nach Yasudsch. Entlang der steinigen Straßen treiben die Ghasga’i Nomaden Schaf- und Ziegenherden – oder transportieren sie im Lastwagen über die Pässe. In regelmäßigen Abständen sehen wir ihre Lagerplätze.
Die Fahrt über den 3300 m hohen Pass mit atemberaubender Landschaft wird plötzlich zum botanischen Highlight der Reise.

Kaiserkronen im Zagros-Gebirge
Kaiserkronen im Zagros-Gebirge

Wir stoßen auf riesige Bestände von Kaiserkronen (Fritillaria imperialis). Bergziegen gleich klettern wir die steinigen Hänge hinauf und können uns kaum satt sehen an den stramm stehenden, orangeroten Blüten. „Verkehrte Tulpen“ nennt Amir sie und freut sich ebenso über die riesige Population. Vor Begeisterung übersehen wir beinahe die kleineren Blüten in der Umgebung. Blaue Traubenhyazinthen, Schachbrettblumen und Quirlsalbei.
Wir strahlen vor Glück, haben wir doch exakt den richtigen Zeitpunkt erwischt. Die Blütezeit der Zwiebelpflanzen ist recht kurz. Danach ziehen sie wieder für ein Jahr vollständig in die Erde ein.

Kaiserkronen im Zagros-Gebirge
Kaiserkronen

Nach einem Picknick im Grünen – die absolute Lieblingsform des Essens im Iran – finden wir auf der Weiterfahrt noch zahlreiche Blüten, die wir in kultivierter Form von Zuhause kennen: rosa Polsterkraut, dunkelviolette und bordeauxfarbene Wildgladiolen, Zierlauch, Wildthymian …
Und da – STOPP! – die nächste Sensation: ein riesiges Arial mit purpurfarben blühenden Aronstab-Gewächsen. Die leuchtenden Blütenstände des Arum stehen wie violette Fähnchen in der ausgedörrten Landschaft.

Picknick unter Apfelblüten & Aronstab
Oben: Picknick unter Apfelblüten; unten: Wildgladiolen, Quirlsalbei; rechts: Aronstab (Arum orientale var. elongatum)

Isfahan: die Perle Persiens

Über Steinwüsten mit faszinierenden Felsformationen und weitläufigen Steineichen-Gebieten erreichen wir Isfahan, eine der schönsten Städte der Welt. Spätabends führt uns Amir zum riesigen Palastareal von Naqsch-e Dschahan, dem zweitgrößten Platz der Welt nach dem Tian’anmen-Platz in China.
Ein Bild aus 1001 Nacht! Ein Bild, das sich einbrennt. Vom schwarzen Nachthimmel heben sich die bunt beleuchteten, zwecks Symetrie doppelstöckigen Iwane – oben spitz zulaufende Torbögen – ab. In der Mitte ein großer Springbrunnen, an den vier Seiten imposante Gebäude. Zwei Moscheen, der Ali Qāpu Palast und ein großer Eingangs-Iwan. Der Platz wimmelt von essenden Leuten auf Picknickdecken. Fastenbrechen nach Einbruch der Dunkelheit.

Isfahan bei Nacht
Isfahan bei Nacht

Am nächsten Morgen erfassen wir erst die immense Größe des Platzes. Moscheen und Palast sind mit türkis-blau-gelben Kacheln überreichlich dekoriert. Besonders die Scheich-Lotfollāh-Moschee mit ihrer hellen Kuppel, deren Farbe sich je nach Lichteinfall verändert, trägt aufwendig verzierte Fliesen. Für die Besichtigung der Gebäude bedarf es eines ganzen Tages. Der Blick von der Holzterrasse des Ali Qāpu Palastes auf den Imam-Platz mit Brunnen ist atemberaubend. Besonders imposant auch das, nur über hohe Stufen erreichbare, Musikzimmer, eine Gipskonstruktion mit tiefen Stucknischen.

Naqsch-e Dschahan
Palastareal von Naqsch-e Dschahan
Ali Qāpu Palast
Ali Qāpu Palast; links unten: Musikzimmer; rechts oben: Holzterrasse
Sugarandrose im Ali Qāpu Palast
Nicht ohne passendes Tuch – eines von vielen neu erworbenen – und natürlich nicht ohne meinen Mann!

Abends trennt sich die Gruppe. Die einen besuchen ein traditionelles Teehaus, während ich zusammen mit den Kochbegeisterten einen Crashkurs in Persisch-Kochen bei Maryam mache. Wir lernen die spezielle Gewürzmischung Haft Advieh kennen und auch, wie man Safran richtig zubereitet. Mehr dazu im Blogpost „Safranreispudding mit Rosenwasser und Berberitzen“.

Maryam Persian Cooking Class,
Maryam Persian Cooking Class, Isfahan

Tags darauf brauchen wir angesichts der kalorienreichen persischen Gerichte, die wir gekocht und verzehrt haben, dringend Bewegung. Wir besichtigen die historische Freitagsmoschee von Isfahan mit einer Kuppel aus dem 11. Jahrhundert, die ausnahmsweise mal nicht gekachelt, sondern durch versetzte Ziegel höchst kreativ gestaltet ist.

Jame-Moschee (Freitagsmoschee)
Jame-Moschee (Freitagsmoschee)

Nach einem Besuch im armenischen Viertel Dschulfa und der Besichtigung der 33-Bogen-Brücke, speisen wir in einer wunderschönen, palastartigen Hotelanlage mit prächtigem Rosengarten.

Armenisches Viertel und 33-Bogen-Brücke
Links oben: Vank-Kathedrale im armenischen Viertel in Isfahan, rechts oben: Abbasi Hotel; unten Mitte: traditionelles persisches Essen mit Graupensuppe und hauchdünnem Fladenbrot, Pflaumen in Granatapfelsauce, Berberitzen-Safranreis und Mirza Ghasemi (Auberginen) und Gemüse
Si-o-se-Pol
Si-o-se-Pol (33-Bogen-Brücke) über den Zayandeh Rud, Isfahan
Kopftuchparade vor der 33-Bogen-Brücke
Kopftuchparade vor der 33-Bogen-Brücke: „Zeigt her eure Tücher!“

Am Ende des Tages drehen wir noch eine Runde durch den Basar von Isfahan. Teile des Basars wurden bereits im 8. Jhdt. errichtet. Er ist so riesig, dass eine „Umrundung“ Stunden dauern kann. Nicht so labyrinthisch wie in anderen Städten Persiens, eher touristisch. Teppichhändler bieten uns freundlich und nicht aufdringlich in ihre Geschäfte, wollen uns ihre speziellen Knüpftechniken erklären. Wir gehen weiter und decken uns mit allerlei Mitbringsel ein. Kekse, Tücher, Keramik, Gewürze, Berberitzen und Safran.

Basar-e-Bosorg
Basar-e-Bosorg, der große Basar von Isfahan

Vor der Rückreise nach Teheran besuchen wir noch den Bagh-e-Golha, einen traumhaft schönen Blumen- und Staudengarten in Isfahan. Angesichts der Rosen- und Blütenfülle und einem Teich mit Wasserfall vergisst man beinahe, dass man in einer Wüstenstadt zu Gast ist. Natürlich blühen hier auch zahlreichen Rosen.

Bagh-e-Golha
Bagh-e-Golha
Bagh-e-Golha, Kräutergarten
Fachkundige Führung von Angelika Ertl durch den Kräutergarten von Bagh-e-Golha

Ein letztes Mal erfreuen wir uns an den unzähligen Schneewittchen-Rosen und meterhohen weißen Blütenkerzen der Yucca Palmen entlang der Straßen.

Schneewittchenrose, Persien & Rosen
Schneewittchen-Rose und Yucca

Über Teheran geht es nach zwei Wochen retour nach Österreich. Es bleibt die Erinnerung an ein märchenhaft schönes Land mit überaus netten Menschen. Ich hoffe für die iranische Bevölkerung auf eine Deeskalation der gegenwärtige Krise und darauf, dass sie in ihrem an Natur- und Kulturschätzen reichen Land in Frieden leben können.

Hefegebäck

Gedrehter Hefekranz mit Rosen und Topfenfüllung

Rosige Zeiten sind angebrochen. Wildrosen, Ramblerrosen und Edelrosen blühen heuer alle gleichzeitig. Der Rosenduft und die kräftig leuchtenden Blüten ziehen unzählige Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Und das mitten in der Stadt. Angesichts der Blütenfülle komme ich kaum mit dem Trocknen nach. Im gedrehten Hefekranz mit Topfenfüllung habe ich daher frische Rosenblüten eingebacken. Und den Zopf zudem mit Duftrosenpetalen dekoriert. Köstlicher und schöner kann ein Wochenende nicht beginnen …

Hefekranz mit Topfenfüllung, Pistazien und Rosenblüten
Hefekranz mit Quarkfüllung, Pistazien und Rosenblüten

Rezept Hefekranz mit Topfen-Pistazien-Rosenfüllung hier downloaden.

„Ohne Duft ist eine Rose keine Rose!“

Bei weitem nicht jede faszinierende Rosenschönheit duftet auch. Viele meiner knapp sechzig Rosen verströmen lediglich einen dezenten Wohlgeruch. Besonders betörend ist der Duft der historischen Rosen Louise Odier, Jacques Cartier und Mme Boll oder der Damaszenerrose Ispahan, aber auch einiger moderner Rosen wie Abraham Darby oder Nahema.

Zum Backen und für die Herstellung von Rosensirup, Rosenzucker oder Rosensalz verwende ich in erster Linie Petalen roter oder pinker Rosen wie Rosa Rugosa, Rose de Resht oder Chartreuse de Parme.

Superfluffiger Hefekranz mit Topfenfüllung …

Topfen (Quark) darf in meinem Kühlschrank nie ausgehen. Zum Frühstück streiche ich statt Butter frischen Magertopfen aufs Marmeladenbrot oder mische ihn mit Avocado und Kürbiskernen, bei Heißhunger verrühre ich ihn mit Beeren.
Und auch der Hefekranz wird mit einer Topfenmasse gefüllt sowie mit Pistazien, Rosenzucker und frischen oder getrockneten Rosenblüten.

Hefezopf füllen
Hefzopf drehen zum Kranz
Hefekranz mit Topfenfüllung, Pistazien und Rosenblüten

… und mit Rosenaroma

Die Rosenblüten verleihen dem Hefekranz ein ganz besonderes Aroma. Für die Rosen-Topfenfüllung habe ich in kleine Streifchen geschnittene, taufrische Blüten der Rosa Rugosa – auch Kartoffelrose, Dünenrose oder Sylter Rose genannt – verwendet.
Der kräftig pink blühende, recht stachelige Strauch lockt mit seinen zahlreichen ungefüllten Blüten und offen liegenden Staubgefäßen viele Insekten an. Und diese wiederum zahlreiche Vögelchen. Im Herbst bildet diese Rose riesige, apfelförmige Hagebutten aus, die ich zu köstlichem Hagebuttengelee oder -tee weiterverarbeite.
Nicht nur zum Backen, auch wegen der Bienen ist daher eine biologische Rosenpflege unumgänglich.

Hefekranz mit Quarkfüllung, Pistazien und Rosenblüten
Hefekranz mit Topfenfüllung, Pistazien und Rosenblüten

Im Unterschied zum Hefezopf bleibt der Topfenkranz bis zum letzten Stück saftig. Bei uns „hält“ er allerdings nie lange. Ein Stück zum Frühstück, eines als Nachtisch, dann zum Kaffee … Und ehe man sich’s versieht, ist er weg. Dabei könnte er – in Folie verpackt – mindestens drei, vier Tage aufbewahrt werden.
Hefezopf gibt es bei uns das ganze Jahr über, nicht nur zu Ostern. Mit saisonal wechselnder Füllung: mal mit Mohn, Nüssen oder Pistazien, mit getrockneten Aprikosen oder kandierten Orangen, mit Kirsch- oder Schokoladenfüllung oder einfach nur mit Zimtzucker. Und zur Rosenblütezeit eben mit Rosen.

Quarkhefezopf mit Rosen
Hefezopstücke mit Flieder

Darf man Kuchen aus der Hand essen?

Sonntagnachmittag verziehe ich mich gerne mit einem Buch, einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen in der Hand in den Garten. Ich liebe schönes Geschirr, besonders skandinavisches Design. Aber im Garten darf rumgebröselt werden. Zur Kaffeejause am Esstisch werden die Teller passend zum Kuchen gewählt. Je bunter das Essen, desto schlichter die Teller. So halte ich es meist. Mit entsprechender Blütendekoration passt beim Hefekranz auch helles Geschirr. An der weißen Nordal-Keramik mit blauem Rand konnte ich nicht vorbei. Eine Erinnerung an die Blechteller meiner Kindheit. Nordal-Geschirr gibt es in Wien beispielsweise bei Nanna oder Hannibal.

Ein Stück Hefekranz mit Topfenfüllung auf einem Nordal-Teller

Nächste Woche geht’s nach Persien – mit einem Garten- und Rosen-Reisebericht.
Eure sugar&rose