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Marmorierte Birnen-Schoko-Tartelettes

Die Natur beschenkt uns seit Monaten mit frischem Obst, doch der Herbst ist für mich bei weitem die aufregendste Erntezeit des Jahres. Die Bäume im Garten meiner Familie ächzen geradezu unter der Last der Äpfel und Birnen. Alles will gleichzeitig geerntet, verkocht oder eingewintert werden. Ich bin ja eher der Backtyp. Saft- oder Most-Machen überlasse ich anderen. Den Birnensaft und -most für die marmorierten Birnen-Schoko-Tartelettes habe ich daher am Bauernmarkt gekauft und darin die Birnen kurz aufgekocht, bevor sie auf die süßen Törtchen durften.

Drei kleine Metallförmchen mit Birnen-Schoko-Tartelettes auf einem Gitter, mit Puderzucker bestreut und kleinen rosa Röschen dekoriert.

Rezept „Marmorierte Birnen-Schoko-Tartelettes“ hier downloaden.

Drei Birnen-Schoko-Tartelettes auf einem schwarzen quadratischen Gitter, welches auf einem weißen Stoffband steht, daneben drei weiße Rosen und eine gelbe Birne

Mürbteig marmorieren

Je nach Zeit und Laune mache ich Mürbteig selber – wenn ich beispielsweise eine größere Menge brauche oder den Teig besonders würzen will. Wenn’s schnell gehen muss, greife ich gerne auch zum Fertigteig. Wichtig: süßen Mürbteig verwenden!
Als ich den Frischteig entrollte, war er mir im Hinblick auf die dunkle Schokoladenfüllung plötzlich zu hell. Brauner Teig, dachte ich, passe besser. Aber den Teig verkneten und nochmals ausrollen? Das wäre ja wie selber machen. Und so habe ich schließlich nur etwas Kakaopulver auf die Teigplatte gestreut und dieses mit dem Nudelholz in den Teig eingearbeitet. Dabei ist die schöne Marmorierung entstanden.

Mit Kakao marmorierter Mürbteig in sechs Tarteletteförmchen auf weißem Tuch

Schokofüllung mit weichem Kern

Ich bin absolut kein „Death-by-Chocolate“-Typ. Das wissen alle, die meinem Blog schon länger folgen. Aber Birnen harmonieren wunderbar mit Schokolade. Und wenn schon Schokolade, dann nur ganz dunkle, also ab 70% Kakaoanteil.

Frontalansicht eines Birnen-Schoko-Tartelettes, vorne ein angebrochenes Tartelette, wo man den weichen Schokokern sieht, rundum reichlich Puderzucker

Das Schokomousse habe ich mit Kardamom gewürzt. Eine traumhafte Geschmackskombi! Wer dieses Aroma noch toppen will, kann zusätzlich eine leichte Rosennote einbringen. In Form von einem Spritzer Rosenwasser oder kandierten Rosenblüten.

Birnen-Schoko-Tartelette auf einem rosa Desserteller, dazu drei pinkfarbene Rosenköpfe, daneben ein alter silberner Dessertlöffel

Birnen-Schoko-Tartelettes warm genießen

Am besten schmecken die Birnen-Schoko-Tartelettes frisch aus dem Ofen beziehungsweise handwarm. Wenn der flüssige Schokoladekern am Gaumen schmilzt, liegt das Glück zum Greifen nah. Rundum nur zufriedene Gesichter am Familientisch.

Ein Birnen-Schoko-Tartelette, daneben eine Tartelette auf weißem Vintage-Dessertteller, dekoriert mit fünf pinkfarbenen Rosenköpfen, davor ein Stück von einem Schokotartelette
Ein Schokotartelette auf weißem Vintageteller mit fünf pinkfarbenen Rosen in Großaufnahme auf weißem Stofftuch, dieses auf mit Puderzucker dicht bestreuter Arbeitsplatte und ein angebrochenes Stück eines Tartelettes. Auf dem Bild steht rechts unten in pinkfarbener Schrift "Bake someone happy!"

Ich wünsche euch noch einen schönen Herbstsonntag. Eure sugar&rose

Besoffener Mostschober

Minikapuziner, Mostgugln oder Bröslküchlein. Namen für diese typisch österreichische Süßspeise gibt es viele: Besoffener Kapuziner, B’soffene Liesl, Durstige Nonne oder Bröselpudding. Ich will gar nicht wissen, woher diese Bezeichnungen alle stammen. Bei meiner Mühlviertler Oma hieß der mit Gewürzmost getränkte Kuchen Mostschober oder Bröslschober, weil der Kuchen (= ugs. Schober) mit Semmelbrösel (Paniermehl) zubereitet und mit gewürztem Birnenmost übergossen wurde. Meist stark gezuckert, weil Birnenmost im Vergleich zu Apfelmost eher herb ist.

BesoffenerKapuziner4
Sobald im Herbst der erste Most gepresst wurde, gab es bei Oma eine süße Mostsuppe und später, wenn der Most vergoren war, einen Besoffenen Kapuziner. In Kranzkuchenform gebacken und in einer Steingut-Schüssel platziert, hat sie ihn am Samstag Abend zubereitet, damit er Sonntag mittags abgekühlt und gut vollgesogen war.
Warum wir Kinder immer nur ein ganz kleines Stück bekamen, war mir damals nicht klar. Heute weiß ich nur zu gut, warum uns dieser saftige Kuchen vorenthalten wurde. Hicks! 😉

IMG_E5339IMG_E5336Letzte Woche haben wir in der Südsteiermark einen wunderschönen Herbsttag verbracht. Hoch oben in Kitzeck konnten wir einen frischen Schilchersturm genießen. Köstlich und sehr süß. Aber schon das erste Viertel hatte es in sich, ganz zu schweigen vom zweiten …
Beim Geruch der frischen Weintrestern und des Mosts erinnerte ich mich an dieses einfache und köstliche Herbstrezept. Und es stellte sich wieder mal die Frage: mit Most oder mit Wein?
Meine Schwiegermutter aus dem Weinviertel verwendete nämlich statt Most Glühwein zum Tränken, also Grünen Veltliner mit Zimtstangen, Gewürznelken und Zucker. Und so diskutierten wir auf  der Heimfahrt, wie der Kapuziner besser schmeckt: mit Most oder mit Wein?
Am Spittelberg entdeckte ich dann zufällig einen Speckbirnenmost vom Grossreither Hof aus Kaumberg/NÖ. Damit war das Problem gelöst. Eine gute Entscheidung!

BesoffenerKapuziner2BesoffenerKapuzinerMostAnstelle eines großen Gugelhupfs habe ich kleine Gugl gebacken. Erstens geht das Backen schneller und zweites sind sie besser portionierbar.
Und eine weitere Entscheidung stand an: lauwarm und mit einer Portion geschlagenem Obers oder kalt und pur? Für mich auf jeden Fall letzteres. Aber das muss jede/jeder für sich entscheiden!
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