Archiv der Kategorie: Rosenallerlei

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Spicy Roses: Rosenpesto & Apfel-Rosen-Chutney

Ende Oktober sind die Rosen immer noch voller Blüten. Bevor der Herbst endgültig einzieht, habe ich ein weiteres Mal Rosenblüten geerntet. Diesen Duft und diese Pracht will ich mir für den nahenden Winter konservieren. Lebkuchen & Co liegen ja bereits in den Supermarktregalen. Es ist höchst an der Zeit, an Geschenke zu denken. Selbst gemachte natürlich!
Mit etwas Fantasie lassen sich aus Rosen originelle Kreationen bereiten. Nicht nur Rosensirup, Rosenzucker oder Rosenpotpourris. Heute habe ich ein spicy Rosenrezept. Ich habe die Rosenblüten zu Rosenpesto & Rosenchutney verarbeitet.

Rosa-RosenschaleRosenpesto-Zubereitung1

Rosenpesto

Pesto muss nicht zwingend aus Basilikum, Rucola, Pinienkernen und Pecorino bestehen. Die Kombination aus Kräutern und Rosen, aus würzig und lieblich, ist ein aromatisches Geschmackserlebnis. Ich habe den Parmesan weggelassen und die Pinienkerne durch gemahlene Mandeln ersetzt, das Basilikum mit Petersilie und Koriander gemischt und es mit Kardamom anstelle von Knoblauch gewürzt.
Rosa Pesto? Auf den ersten Blick ungewöhnlich. Und auf jeden Fall ganz anders, als gewohnt. Rosenpesto schmeckt lieblich, ein klein wenig süß und duftet angenehm zart nach Rosen. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber allemal interessant. Manchmal muss man neue Wege beschreiten, um zu neuen Genusserlebnissen zu kommen.

Rosenpesto2Pesto gehört zu Pasta – so der erste Gedanke. Allerdings nicht unbedingt das Rosenpesto. Geht natürlich auch. Zum Beispiel in Kombination mit Spargel. Ist aber nicht unbedingt meine erste Wahl.
Als Brotaufstrich ist Rosenpesto aber echt klasse! Ganz besonders auf frisch getoastetem Weißbrot. Es passt auch wunderbar zu Käse. Rosenpesto ist ein raffiniertes Gericht, mit dem man selbst Feinschmecker und Genussmenschen noch überraschen kann.

Rosenpesto-Zutaten1Rosenpesto-ZubereitungRosenpesto1Da ich mein Pesto nur kalt in Gläser abgefüllt habe, bewahre ich es im Kühlschrank auf. Dort ist es verschlossen einige Wochen haltbar. Pasteurisiert oder tiefgefroren natürlich viel länger.

Rezept hier als PDF downloaden.

Rosen auf Vorrat trocknen

Ob für Süßspeisen, Weihnachtskekse, Kosmetika, Duft-Potpourris oder Rosengeschenke – getrocknete Rosen verzaubern uns mit ihrem Duft über die Rosen-Gartensaison hinaus. Am besten trocknet man die ungespritzten Rosen an der Luft, auf einem Gitter in einem dunklen Raum.

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Rosen-Apfel-Chutney

Für das Rosen-Apfel-Chutney können sowohl frische Rosenpetalen als auch getrocknete verwendet werden. Die Basis von süß-sauren Chutneys bilden neben Gemüse oft Marillen, Mangos oder Zwetschken. Ich habe mich für eine Mischung aus Äpfeln und getrockneten Aprikosen entschieden, um den zarten Rosenduft nicht zu überlagern. Chutneys können entweder eingekocht oder kalt püriert werden.

Rosen-Apfel-Chutney-2Rosen-Apfel-Chutney-7Das Apfel-Rosen-Chutney passt gut zu hellem Fleisch und Geflügel. Ich serviere es gerne als Dip zu Chapati oder Papadam, einem indischen Linsen-Fladenbrot.

Rezept hier als PDF downloaden.

Ein Herz für Rosen

Der warme und trockene Herbst hat mir heuer eine derart reichliche Rosenblüte geschenkt, wie ich sie seit Jahren nicht erlebt habe. Während in den vergangen Jahren Ende Oktober die Rosen nur mehr vereinzelt nachblühten, stehen die Chartreuse de Parme oder die Rose de Resht ein weiteres Mal in Vollblüte. So habe ich – nach erfolgter Hagebutten-Ernte bei den Wildrosen – bei den Englischen Rosen und Edelrosen nochmals unzählige Blüten geerntet, getrocknet bzw. zu Sirup eingekocht.

RosenreiheRosenherzEinen herzigen Rosengruß an all meine treuen Follower & -innen. Eure sugar&rose

Die Hetschepetsch sind reif: Zeit für Hagebuttenmarmelade

Ende September kann man die ersten Hagebutten ernten und zu Marmelade, Chutneys oder Tee verarbeiten. So glänzen die einfach blühenden Rosen ein weiteres Mal mit ihren herbsüßen Früchten. Nach ein paar kühlen Nächten steigt der Zuckergehalt. Die Hagebutten werden süßer, schmackhafter und reicher an Vitamin C.
Als Kinder haben wir die frischen „Hetschnpetschn“ als Juckpulver verwendet. 😉 Später habe ich sie in herbstlichen Blumengestecken verarbeitet. Heute schätze ich sie als kleine Vitaminbomben – vor allem als Hagebuttenmarmelade.

Hagebuttenmarmelade2Hagebuttenmarmelade4Hagebuttenmarmelade3

Die Hundsrose (Rosa canina) 

Die Rosa canina wird landläufig als Hagebutte bezeichnet. Ein Wort, das genau genommen die Früchte von sämtlichen Rosenarten beschreibt. Sie wächst in ganz Mitteleuropa. Meist wild am Waldrand und auch an recht trockenen Standorten. Bei mir hat sie sich irgendwann „von selbst“ angesiedelt. Mit ihren zartrosa Blüten zieht sie zahlreiche Insekten und Bienen an.
Im Herbst schenkt sie uns Jahr für Jahr Unmengen der kräftig roten Scheinfrüchte. Die Hagebutten haben ein angenehmes Apfelaroma und sind wichtige Vitamin-C-Lieferanten. Sie wirken immunstärkend und entzündungshemmend. Und doch habe ich sie jahrelang an die Vögel „verschenkt“, bevor ich ihren Wert schätzen lernte.
Obwohl oft empfohlen wird, ein paar Frostnächte vor dem Pflücken abzuwarten, sollte man nicht zu lange warten. Die fleischige Hülle wird schnell mehlig und geschmacklos.

Rosa-canina-HagebuttenHagebutten-Rosa-Canina

Die Kartoffel- oder Apfel-Rose (Rosa rugosa)

Die frostharte Rosa rugosa wächst in erster Linie in Küstennähe. Von Sylt bis zur amerikanischen Ostküste, auch in China bin ich ihr bereits begegnet. Und ich habe selbst ein Exemplar dieser dauerblühenden, anspruchslosen und pflegeleichten Rose in meinem Garten. Ihre purpurfarbenen Blüten und der intensive Duft locken allerlei Insekten an. Und während sie im September kräftige, dicke Hagebutten bildet, blüht sie daneben immer noch weiter. Die kugelige, apfelförmige Form der Hagebutten war wohl Namensgeber.

Rosa-Rugosa-HagebuttenDie Hagebutten beider Arten eignen sich hervorragend zum Verzehr und zur Verarbeitung. Zu Hagebuttenmarmelade, Mus oder Chutney, Hagebuttentee oder -pulver. Als Basis von Eintöpfen und Suppen oder als Zutat von Kuchen …

Wer keine Wildrosen zuhause hat – jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Herbstspaziergang an Waldrändern entlang. Es lohnt sich!

Ist das nicht furchtbar aufwendig? 

Beim Sammeln der Hagebutten empfehle ich Gartenhandschuhe und die Verwendung einer Gartenschere. Ich schneide die Früchte gleich büschelweise ab und entferne erst in der Küche Stiel- und Blütenkelch-Ansätze.
Zur Weiterverarbeitung verwende ich ein Keramikmesser. Nach dem Halbieren müssen die Kerne samt der anhaftenden Härchen entfernt werden, da diese den Rachen reizen. Dabei ziehe ich Wegwerf-Handschuhe an.
Will man die Kerne weiter verwenden (z. B. für Hagebuttenpulver), müssen sie in einem feinmaschigen Sieb gut gewaschen werden, um alle Haare zu entfernen. Dann werden die Kerne getrocknet. Das braucht schon etwas Zeit.

Hagebutten-Hundsrose.jpgHagebutten-KombiHagebuttenmarmelade8

Hagebuttenmarmelade, -mus oder -gelee

Für die Marmeladenherstellung ist dieser Aufwand aber nicht nötig. Das Aufschneiden und Herauskratzen der Kerne kann man sich getrost sparen.
Ich dünste die ganzen Hagebutten mit Orangensaft und Wasser bedeckt weich. Danach zerquetsche ich sie mit einem Kartoffelstampfer und streiche die breiige Masse durch ein feinmaschiges Sieb oder drehe sie durch die Flotte Lotte. Somit bleiben die Kerne mit den Härchen zurück.
Die Kochzeit der Hagebutten richtet sich nach der Reife. Ein, zwei Frostnächte machen die Früchte ausreichend weich und saftig. Das passierte Fruchtmus wird dann mit Gelierzucker zu Marmelade eingekocht.

Sugar&Rose Tipps

  • Am Ende der Kochzeit gebe ich ein, zwei geschälte Äpfel zu den Hagebutten.
  • Und zusammen mit dem Gelierzucker (2:1) mische ich auch etwas Zimt unter.

Hagebuttenmarmelade7Hagebuttendekoration.jpgHagebuttenmarmelade5Das Ergebnis ist derart köstlich! Hätte ich selbst nicht gedacht. Ob als Aufstrich am Frühstücksbrötchen, als Dip zu Wild oder als Zutat von Mehlspeisen. Probiert doch mal Hagebuttenmarmelade als Füllung von Palatschinken oder einer Linzer Torte. Hmmh!

Rezept hier downloaden

Nächstes Mal gibt es dann ein süßes Backrezept mit Hagebuttenmarmelade. Kann mich grad nicht entscheiden, welches ich euch vorstellen werde.
Bis dahin schöne Herbst- und Gartentage. Eure Sugar&Rose

Eine Ode an das gute alte Butterbrot – Buttermilchbrot und Roggensauerteigbrot mit Rosenbutter

Dem Duft von frisch gebackenem Brot kann ich nicht widerstehen. Was schmeckt besser? Schon seit meiner Kindheit liebe ich ofenwarmes Brot. Meine Oma hat Woche für Woche mehrere Roggensauerteig-Brotlaibe aus dem Holzbackofen gezogen. Wir Kinder konnten kaum erwarten, dass es auskühlt. Jeder wollte das Scherzerl (Brotkante) mit der knusprigen Kruste. Oma schnitt mit einem riesigen Messer dicke Scheiben vom Brot und legte ordentlich Butter drauf. Mit etwas Salz. Und für uns Kinder hin und wieder auch mit Kristallzucker … Butterbrot, das Fastfood von früher.
Nahezu in Vergessenheit geraten und lange verpönt, taucht das Butterbrot heute bei den Nobelbäckern in der Innenstadt wieder als Frühstückssnack auf. Mit Bio-Almbutter und feinsten Salzen. In Maßen genossen sicher nicht schädlich.

Bauernbrot2rosenbrot1Mittlerweile zieht auch bei mir immer öfter frischer Brotduft durchs Haus. Manchmal nehme ich mir die Zeit und backe nach dem Rezept meiner Oma ein Sauerteigbrot mit langsamer Teigführung. Ein andermal muss es schnell gehen. Dann verrühre ich blitzschnell mit dem Mixer Mehl, Wasser, Gewürze, Salz und Trockenhefe und ziehe nach einer Stunde mein Vollkornbrot aus dem Rohr. Brotbacken muss also nicht zwingend aufwendig sein.

Heute habe ich für euch zwei Rezepte: einmal ein schnelles, einfaches und ganz ohne große Vorkenntnisse herzustellendes Buttermilchbrot mit Rosen. Und dann das langsam gebackene Roggensauerteigbrot-Rezept meiner Oma.
Dazu gibt es Rosenbutter …

Schnelles Buttermilchbrot mit Rosen

RosenbuttermilchbrotRosenbuttermilchbrot-Rosenbutter.jpg
Vor einigen Jahren noch erschien mir Brotbacken viel zu aufwendig, obwohl ich ansonsten leidenschaftlich gerne backe. Dann stieß ich auf das Brotbackbuch für Einsteiger: „Brotbacken für Eilige“. Ich war nicht mehr zu bremsen. Jedes Brot gelang auf Anhieb. Der Trick dabei liegt einzig in der Verwendung von Hefe bzw. Trockenhefe statt Sauerteig!
Mittlerweile bin ich mutig geworden und experimentiere mit verschiedenen Mehlsorten (Buchweizen, Einkorn, Amaranth), mit Zutaten abseits von Getreide (Käse, Speck, Zwiebel, Tomaten), Nüssen und Saaten. Auch Kräuter und essbare Blüten wie Minze oder Lavendel kommen ins Brot. Warum nicht auch mal Rosen?

Brotteig mit Rosen

trockenrosenBrotteigMein liebstes Schnellrezept aus dem Buch „Brotbacken für Eilige“ ist das supersaftige Buttermilchvollkornbrot. Für mein Buttermilchbrot mit Rosen habe ich die Hälfte der Buttermilch durch Topfen (Quark) ersetzt und Streifchen von Duftrosenblüten in den Teig eingearbeitet.
Das sieht nicht nur wunderschön aus, wie ich finde, sondern schmeckt auch köstlich. Der Buttermilch-Brotteig ist – im Vergleich zu Sauerteig – eher weich, weshalb ich ihn in einer Silikonform backe.

>zum Rezept Buttermilchbrot mit Rosen


Rosenbutter – salzig oder süß

Zum Buttermilchbrot mit Rosen gibt es selbst gemachte süße oder salzige Rosenbutter.

rosenbutter
Für die Rosenbutter habe ich einige Rosenpetalen (ungespritzte natürlich!) in Streifen geschnitten und über die Butterwürfel gestreut.
Für die süße Rosenbutter werden die gehackten Rosenblüten mit etwas Zucker in die weiche Butter eingearbeitet. Besonders dekorativ sieht die Butter aus, wenn man sie in kleine Pralinenförmchen drückt.

Rosenbutter-sweet>zu den Rosenbutter-Rezepten

Und jetzt zum Sauerteigbrot meiner Mühlviertler Oma, einem klassischen Bauernbrot.

Roggensauerteigbrot

Bauernbrot1Als routinierte Hefebrotbäckerin habe ich mich schließlich an den Sauerteig und das Roggenbrotrezept meiner Oma gewagt. Den ersten Sauerteig (im Mühlviertel Ura, Url oder Ui genannt) habe ich nicht selbst angesetzt, sondern bei Joseph-Brot gekauft. Mittlerweile nehme ich bei jedem Backvorgang ein wenig vom Teig ab und stelle ihn in den Kühlschrank fürs nächste Mal. Dort hält er bis zu zwei Wochen. Wenn ich länger nicht zum Brotbacken komme, friere ich ihn ein.
Für all jene, die ihren Sauerteig selber ansetzen möchten, gibt es auf meiner Rezeptseite eine Anleitung.
Mein „Bauerbrot“ sieht bereits recht passabel aus, oder? Schmecken tut es jedenfalls wie bei meiner Oma damals. Das haben mir meine Cousinen bei ihrem letzten Wienbesuch glaubhaft versichert. So glaubhaft, dass vom ganzen Brotstriezel nichts übrig blieb. 😘
Obwohl ich keinen Holzofen habe. Aber mit der richtigen Heiztechnik gelingt es auch im Backrohr. Diese findet ihr beim Rezept.

Roggensauerteigbrot-imRohrRoggensauerteigbrot1Wenn man Brot selber bäckt, kommt man um das Thema Brotgewürze nicht herum. Wie schon bei meiner Oma und Mama kommen vier Gewürze in mein Sauerteigbrot: Anis, Fenchel, Koriander und Kümmel. Auf ein Kilo Mehl (900 g Roggenmehl und 100 g Weizen- oder Dinkelmehl) zwei Esslöffel voll: die Hälfte fein gemörsert, die andere als ganze Körner.

Zwei Buch-Empfehlungen rund ums Brotbacken

Brotbackbuecher

  • Angelika Kirchmaier, Schnelles Brotbacken für Eilige / Pichler Verlag
    Ein Buch für Einsteiger. Mit diesem Buch habe ich meine Brotbackkünste erlernt.
  • Christine Metzger & Elisabeth Ruckser, Brot backen, wie es nur noch wenige können / Servus Verlag
    Neben einigen (Sauerteig-)Brotrezepten werden Getreidesorten und Traditionsberufe rund ums Brotbacken vorgestellt.

Mehr zu diesen beiden Büchern findet ihr auf meinem kleinen Bücherblog.

Roggensauerteigbrot4Und jetzt wird das frische Brot angeschnitten. Mit einem großen Messer. Nicht mit der Maschine. Unregelmäßig geschnittenes Brot schmeckt weitaus besser, als die gleichmäßig dicken Schnitten mit glatter Oberfläche.
Und dann gibt es ein Butterbrot. Für mich mit bitte mit dick Schnittlauch drauf. 😉

>zum Roggensauerteigbrot-Rezept meiner Oma

 

Kandierte Rosenblüten mit Schokolade für Prinzessinnen

Kandierte Rosenblüten waren nicht nur für die legendäre Kaiserin Sisi eine Delikatesse. Sie sind auch für mich Prinzessin eine süße Versuchung. 😉 Die ausgefallene Nascherei kann man recht einfach selber machen. Durch Eiweiß und Zucker werden die zarten Blütenblätter von Duftrosen haltbar gemacht. Danach in weiße oder Zartbitter-Schokolade getunkt – ein wahrer Hochgenuss! Kandierte Rosenblüten sind etwas ganz Besonderes.

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Edible Roses oder: Rosen kann man essen!

Rosen, Flieder, Veilchen, Stiefmütterchen … Sofern sie biologisch gezogen und ungespritzt sind, sind sie alle essbar. Genau wie Kräuter. Am besten schmecken Rosenblüten, wenn sie nur ganz leicht duften. Besonders stark riechende Rosen sind eher für Kosmetikprodukte geeignet. Wer also selbst Rosen hegt und pflegt, bedient sich frühmorgens im eigenen Garten. Da ist der Gehalt der ätherischen Öle am höchsten. Während man für Rosengelee, Sirup oder Rosenessig eine große Menge Rosenköpfe braucht, reichen für kandierte Rosenblüten schon zwei bis drei.
Sehr vereinzelt werden essbare Blüten – beispielsweise für Salate – auf Märkten angeboten. In den Niederlanden gibt es Rosenköpfe – unter dem Namen Incredible Roses – zu vier Stück abgepackt in Kunststoffschalen zu kaufen.

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Kandierte Rosenblüten – ein Fest für die Sinne

Zum Kandieren reinige ich die frisch geernteten Rosenblüten mit einem Pinsel, zupfe die Blütenblätter von den Knospen und schneide die gelben Blattansätze weg. Das Eiweiß ziehe ich zwei-, dreimal mit einem Schneebesen durch und drücke es durch ein feinmaschiges Sieb. Mit einem Silikonpinsel streiche ich die einzelnen Rosenpetalen gleichmäßig und dünn ein und bestreue sie rundum mit feinem Kristallzucker. Zum Trocknen an der Luft lege ich sie auf ein Backtrennpapier. Oder ich trockne sie im Backrohr bei 40° C eine bis eineinhalb Stunden. Bei höheren Temperaturen geht es zwar schneller, aber die Rosenpetalen verlieren ihre Farbe oder werden bräunlich. Ganze Rosenköpfe brauchen 2–3 Stunden zum Trocknen.

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Duftende Rosenblüten und Schokolade – eine Traumkombination

Kandierten Rosen adeln jedes Kuchenbuffet und sind eine wunderschöne Dekoration für Sommertorten oder Muffins. Die Krönung aber sind kandierte, schokolierte Rosenblüten.
Rosa Rosen getunkt in Zartbitterschokolade, rote Rosen in weißer Schokolade.

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Roenzucker & rosa Rosenblütenzucker

Die schönsten Rosenköpfe und Rosenpetalen verwende ich zum Kandieren. Mit den übrigen und den sehr stark duftenden Blüten mache ich Rosenzucker. Je nach Jahreszeit variiere ich die Zubereitungsart. Im Sommer kommen frische Duftrosenblüten zum Zucker, bis dieser das Aroma angenommen hat. Danach trockne ich den Rosenzucker im Rohr. Im Winter verwende ich getrocknete Rosenblüten – zur Hälfte fein gemahlen, die andere Hälfte in kleine Streifen geschnitten oder gezupft. Beides mische ich zum Kristallzucker. Dieser aromatisierte Zucker eignet sich für Desserts, Waffeln oder auch als Beigabe zu Topfencremen, geschlagenem Obers und Tortenfüllungen.
Heuer habe ich eine neue Variante probiert. Einen rosa Rosenblütenzucker: eine Mischung aus – mit Himbeersirup gefärbtem – Kristallzucker und roten Rosenpetalen, die ich zuvor mit etwas Eiweiß vermengt habe. Auch hier habe ich die Restfeuchtigkeit durch eine kurze Trockenzeit im Rohr entzogen. Rosa Rosenblütenzucker ist eine schöne Dekoration für Cupcakes, Cruffins und Desserts … oder für Naschkatzen auch zum Knabbern.

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Selber essen oder verschenken

Rosenzucker und kandierte Rosenblüten sind wunderbare Mitbringsel. Hin und wieder braucht es bei den Beschenkten aber etwas Erklärung. Bringen doch einige den Rosenduft immer noch mit Seife, Parfum oder Duftkissen der Großmutter in Verbindung.
Wenn ich Rosenzucker oder andere essbare Rosenprodukte verschenke, hänge ich daher stets ein Schildchen mit Verwendungstipps an.

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Oh, die schmecken aber gut! Dachte nicht, dass man Rosen essen kann …“ – Ja, man kann!

DIY-Badepralinen mit Rosenöl

Badepralinen oder Badebomben sind ein wahres Vergnügen. Entspannung und Spaß zu gleichen Teilen. Sie sprudeln, schäumen und blubbern im Wasser und verbreiten einen herrlichen Duft. Baden inmitten von schwimmenden Rosenblüten. Wer tut sich nicht gerne selber was Gutes?
Badepralinen kann man ganz einfach und preiswert selber machen. Momentan gibt es ausreichend Rosen im Garten. Die Blüten sind bei den Temperaturen in Kürze getrocknet.

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Badepralinen einfach selber machen

Was zur Badepralinen-Herstellung benötigt wird, ist recht einfach. Die Basis bilden Natron, Stärke und Zitronensäure. Das gibt es alles im Drogerie- oder Supermarkt. Die Rosenblüten sammle ich selbst und trockne sie auf Vorrat.
Das echte Rosenöl habe ich von meiner Rosenreise aus Bulgarien mitgebracht. Ätherische Öle sind relativ teuer, allerdings benötigt man nur sehr geringe Mengen. Sheabutter und Kokosbutter gibt es in Apotheken und Drogeriemärkten, können aber auch durch Kokosöl ersetzt werden. Ich empfehle hier die etwas teureren Bioprodukte, kommen sie doch direkt mit unsere Haut in Kontakt.
Damit in der Badewanne keine unschönen Fettaugen schwimmen, gebe ich etwas Lecithin als Emulgator dazu. Muss aber nicht sein. Sämtliche Zutaten für die selbst gemachten Kosmetikprodukte kaufe ich in der Kosmetikmacherei in Wien/Laudongasse mit eigenem Onlineshop.

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Inhaltsstoffe

Wer weiß nicht gerne, was in Badezusätzen drinnen ist bzw. möchte keine künstlichen Zusatzstoffe oder allzu chemische Zusätze an seine Haut lassen? – Die selbst gemachten Badekugeln beinhalten nichts anderes als die trockenen Zutaten Natron, Stärke und Zitronensäure sowie flüssige Körperbutter oder ein gutes Öl (wie Jojoba, Kokos, Mandel oder Oliven). Dazu kommen einige Tropfen ätherisches Öl und Blüten oder Kräuter (Rosmarin, Lavendel, Ringelblumen oder ein Blütenmix). Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch Gewürze wie Zimt oder Orangen sind möglich. Wer den Bomben eine besondere Farbe geben möchte und keine Seifen- oder Lebensmittelfarbe verwenden will, kann sie mit getrockneten pulverisierten Beeren färben.
Variantenreiche Möglichkeiten auch bei der Form: kugel- oder herzförmig oder in Blütenformen, Minigugelhupf- oder Pralinenförmchen gedrückt … Silikonformen sind besonders gut geeignet, da man die Dinger nach dem Trocknen leicht herausdrücken kann. Hartplastik- oder Metallformen sollte man mit Klarsichtfolie auslegen oder sie mit Backtrennspray einsprühen.

Zutatenmengen und Zubereitungstipps für die Badepralinen findet ihr
hier als PDF zum Downloaden.

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Verpacken und verschenken

Ob als Mitbringsel oder Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk – Badezusätze sind immer willkommen. Sie können in größeren Mengen zubereitet werden und sind je nach Ölart auch relativ lange haltbar. Durch die Zugabe von Sheabutter oder Kokosöl sind die Badepralinen nicht so zerbrechlich und man kann entsprechend fragile Formen fertigen.

Und schließlich noch hübsch verpacken! Ich setze sie gerne in Papierförmchen und schiebe je eine Badebombe oder Badepraline zusammen mit einigen getrockneten Rosenblüten in zarte Organzabeutelchen. Diese sammle ich bei Modeschmuck-Käufen. Es gibt sie auch in der Kosmetikmacherei oder in Bastelgeschäften.
An die Verpackung kommt ein Kärtchen mit Herstellungsdatum und Zutaten. So wissen auch die Beschenkten, dass die Badepralinen aus hautfreundlichen Zutaten hergestellt sind.

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Ab ins sprudelnde Vergnügen

Also nichts wie los! Badepraline ins Wasser geben und losblubbern … Sie sprudeln und schäumen fantastisch. Ein Badeerlebnis der besonderen Art: Baden in Rosenblüten mit dem Duft von Rosenöl, pflegender Sheabutter … Was braucht es mehr?

Rosenessig

Rosen einmal nicht in die Vase, sondern in den Essig! Aus nur zwei Zutaten – einer Handvoll Blüten und einem guten, neutralen Essig – kann man leicht und preisgünstig selbst Rosenessig herstellen. Rosenessig ist noch immer ein Geheimtipp. Nach wie vor gibt es ihn nur in Spezialgeschäften zu kaufen. Es lohnt sich also …

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Geheimtipp Rosenessig

Vor drei Wochen habe ich Duftrosen aus meinem Garten zusammen mit Weinessig in ein großes Schraubglas gefüllt und zum Ziehen an ein sonniges, helles Plätzchen gestellt. Von Zeit zu Zeit habe ich das Glas einmal auf den Kopf und retour gedreht. Jetzt ist er „reif“. Er duftet herrlich, hat ein liebliches Aroma und eine wunderschöne rote Farbe.
Der milde Essig mit zarter Rosennote harmoniert wunderbar mit leichten, fruchtigen Sommersalaten und Fruchtdesserts.

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Rosenessig selbst gemacht

ZUTATEN für ½ Liter
500 ml Weißweinessig, Apfelessig oder heller Balsamico
3–5 stark duftende, pinke oder rote Rosenblüten (ca. 15 Gramm Petalen), ungespritzt

Einmachglas mit Schraubverschluss (Größe 1 Liter)

ZUBEREITUNG
Am frühen Morgen geerntete Duftrosen-Blüten (z. B. Damaszenerrosen oder Rosa Rugosa) vom Stielansatz befreien, beschädigte Blätter entsorgen, die weißen Blattansätze entfernen. Die Rosenpetalen in das Einmachglas geben, mit Essig übergießen und mit einem Schraubdeckel verschließen.
Das Glas für zwei bis drei Wochen auf ein sonniges Plätzchen stellen und ziehen lassen. Während dieser Zeit entzieht der Essig den Rosen Farbe und Aroma. Das Glas anfangs täglich, dann alle paar Tage einmal sanft durchschütteln.
Nach der Reifezeit durch ein Sieb gießen, dabei die Blüten nur sehr leicht ausdrücken. Den Rosenessig in Flaschen abfüllen und gut verschließen.

TIPPS
Zum Filtern verwende ich ein Passiertuch von Dr. Oetker oder auch ein großes, mit einem Leinentuch ausgelegtes Sieb. Die Flaschen koche ich vor dem Befüllen kurz aus und lasse sie abkühlen.
Kühl und dunkel gelagert ist der Rosenessig rund ein Jahr haltbar.
Blütenessig kann man auch mit Veilchen, Flieder, Linden- oder Holunderblüten aromatisieren.

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Wozu passt Rosenessig?

Rosenessig ist ein vergleichsweise milder Essig und daher auch vielseitig einsetzbar. Ich verwende Rosenessig für fruchtige Sommersalate, z.B. in Kombination mit Erdbeeren oder Käse, sowie für Saucen und Dressings. Und ich gebe ab und an auch einen Spritzer Rosenessig über Obstsalat. Im Prinzip kann Rosenessig wie andere Obstessige verwendet werden. Ausprobieren lohnt sich!
Nebenbei hat Essig auch eine heilende Wirkung, fördert Verdauung und Stoffwechsel und entschlackt. Mit Essig werden wichtige Nährstoffe vom Körper besser aufgenommen.

rosenessig4Selbst gemachter Rosenessig ist auch ein tolles und außergewöhnliches Mitbringsel.

 

Rosensalz selber machen ist recht einfach

Selbst gemachtes Rosensalz ist nicht nur ein Blickfang am Tisch, sondern schmeckt auch fabelhaft. Die Mischung aus naturbelassenem, grobkörnigem Meersalz und getrockneten, fein gehackten Rosenblüten ist ganz leicht und schnell selbst herzustellen. Eine schöne Färbung bekommt das Salz von dunkelroten oder pinkfarbenen Rosenpetalen, beispielsweise von der Wildrose Rosa rugosa oder Rose de Resht. Für einen verführerischen Duft und hervorragenden Geschmack menge ich vorzugsweise Damascena-Rosen wie die Ispahan unter.

Rosensalz im Glas

Rosensalz selber machen

ZUTATEN
Getrocknete Rosenblüten, rot oder pink
Fleur de Sel (kristallines Meersalz) oder Salzflocken

ZUBEREITUNG
Die gut getrockneten Rosenblütenblätter grob hacken, mit den Fingern zerreiben oder mit der Kräuterschere in kleine Streifen schneiden und mit dem Salz vermengen.
Einige Tage in einem verschlossenen Schraubglas stehen lassen, damit das Salz den Rosenduft annimmt.

TIPPS
Ich verwende Rosenblüten aus dem eigenen Garten. Wichtig ist, dass diese nicht gespritzt wurden. Wer keine eigenen Rosen hat, nimmt getrocknete, unparfümierte Rosenblüten aus dem Reform- oder Teehaus bzw. findet sie im gut sortierten Drogeriehandel.
Rosenpetalen müssen schonend getrocknet werden, damit sie ihre Farbe behalten. Am besten auf einem feinmaschigen Gitter in einem dunklen Raum.
Als Richtwert für selbst gemachtes Rosensalz empfehle ich 1 gehäuften Esslöffel zerkleinerte Rosenblüten auf etwa 80–100 Gramm Meersalz.
Salze sind generell sehr lange haltbar, die Blüten ebenso. Allerdings verlieren sie nach zu langer Lagerung das Aroma, deshalb keine zu großen Mengen herstellen.

Rosensalz selber machen

Verwendung von Rosensalz

Rosensalz kommt besonders in der marokkanischen und persischen Küche zum Einsatz, aber auch in der Spitzengastronomie als optisches Highlight. Mit Rosensalz können praktisch alle Fleisch- oder Fischgerichte verfeinert werden. Es schmeckt auch hervorragend zu Salaten, Gemüse, Kartoffelgerichten, Frischkäse und Quark. Rosensalz kann aber auch als Tafelsalz bzw. zum Dekorieren von Speisen eingesetzt werden. Besonders schön wirkt es auf Butterflocken oder Butterbrot.
Durch die grobe Körnung wird es leicht feucht, daher sollte man es nicht in Salzmühlen füllen und trocken aufbewahren.

Rosensalz in Eprovetten abgefüllt
Rosensalz in Eprovetten mit Rosenanhänger

Geschenktipp Rosensalz-Eprouvetten

Ich sammle die Eprouvetten von Vanilleschoten oder Gewürzen, wasche sie aus und fülle sie – gut getrocknet – mit selbst gemachtem Rosensalz oder Rosenzucker. Passende Glasröhrchen gibt es im Onlinehandel oder beispielsweise bei bellaflora. Optimal sind solche mit Korkverschluss.
Um die befüllten Röhrchen wickle ich eine gehäkelte Blüte oder ein Rosenlesezeichen und/oder hänge ein Etikett dran, worauf ich die Verwendungsmöglichkeiten notiere. Geschenke aus der eigenen Küche kommen immer gut an …

Rosenlikör – eine rosige Verführung

Was macht man instinktiv, wenn man eine Rose vor sich hat? – Man riecht daran. Im Mai und Juni liegt der Duft von Rosen ja regelrecht in der Luft.
Nachdem bereits ein Jahresvorrat Rosensirup in der Vorratskammer steht, habe ich das Aroma meiner Duftrosen in einem Rosenlikör erneut eingefangen. Anmutig, blumig, zartrosa und mit der Eleganz der Königin der Blumen. Rosenlikör – ein raffinierter Aperitif oder, zusammen mit prickelndem Sekt, ein bezaubernder Sommercocktail.

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Verführerischer Duft

Der Duft von Rosen weht uns momentan von allen Seiten entgegen. Rosen duften wunderbar. Aber wonach eigentlich riechen sie? Fruchtig nach Beeren, Zitronen, Äpfeln, blumig nach Maiglöckchen, Veilchen oder Lindenblüten, exotisch nach Myrrhe oder Weihrauch, süß nach Vanille, Mandeln oder Honig. In Sachen Geruch fehlen unserer Sprache leider die Worte und wir haben nur unzureichende Vergleiche. Nüchtern betrachtet sind es leicht flüchtige ätherische Öle, die den süßen Rosenduft liefern und die durch Destillieren exzerpiert werden können.
Aber nur vollständig geöffnete Blüten verströmen den charakteristischen Rosenduft und das am intensivsten am frühen Morgen. Ernten sollte man Rosenblüten daher taufrisch, wenn die Sonne die Blüten noch nicht aufgeheizt hat. Da ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Man kann alle Rosen aus dem Garten verwenden, die einen schönen Duft haben. Einzig wichtig dabei ist, dass die Rosen nicht gespritzt worden sind.

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Rosenblüten ansetzen

Für den Rosenlikör werden die Petalen von den Blütenköpfen gezogen und die weißen Blattansätze abgeschnitten. Einzeln ist das zeitraubend, weshalb ich die Rosenblüte mit der linken Hand umfasse und mit der rechten vorsichtig den Stiel samt Staubgefäßen herausziehe. Dann befreie ich den Blütenkopf als Ganzes mit einer Schere von den Ansätzen.
Auch wenn die Blüten aus dem eigenen Garten stammen und garantiert nicht mit Pestiziden behandelt sind, wasche ich den Staub von den Blüten. Dazu gebe ich die Petalen in ein großes Sieb und spüle sie rasch mit kaltem Wasser ab. Zum Abtropfen lege ich sie auf Küchenrolle oder ein Geschirrtuch, um sie unmittelbar danach zusammen mit dem Zucker, einer Vanilleschote und Vodka anzusetzen.

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Und dann heißt es wieder einmal warten. Je nach Intensität der Duftrosen fünf Tage bis zu einer Woche. Dabei sollte der Liköransatz einmal täglich umgerührt oder durchgeschüttelt werden. Wichtig ist, den Liköransatz gut verschlossen zu halten, damit das Rosenaroma nicht entweicht.

Rosenlikör als köstliche „Medizin“

Nicht nur der Duft, sondern auch der Anblick von den so vielfältigen Rosen erfreut mein Herz. Rosenblüten stimmen mich nach einem langen Arbeitstag versöhnlich und beruhigen mich augenblicklich. Dieser „heilende“ Effekt wurde bereits vor Jahrtausenden in China, Persien oder im Ayurveda Indiens genutzt. Seit der Antike werden Damaszenerrosen kultiviert, um aus ihnen Rosenöl herzustellen. Dieses Öl und die enthaltenen Gerbstoffe wirken entzündungshemmend.
Die köstlichste Form aber ist diese Medizin zu sich zu nehmen. 😉 Ein Gläschen Rosenlikör zum Afternoon Tea gefällig?

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Rosenlikör-Rezept

ZUTATEN
ca. 120 g frische Rosenblütenblätter (ungespritzt, duftend)
250 g Rohrzucker
1 Vanilleschote
700 ml Wodka

verschließbarer Glasbehälter, ca. 1–1,5 l Fassungsvermögen

ZUBEREITUNG
Von den Rosenblütenblättern die weißen Ansätze entfernen und in einem Sieb vorsichtig mit kaltem Wasser abspülen. Auf Küchenrolle oder einem Geschirrtuch abtropfen lassen.
Blüten und Zucker mit einer, der Länge nach halbierten, Vanilleschote in einen Glasbehälter füllen und mit Wodka aufgießen. Einmal vorsichtig umrühren und das Glas mit einem Schraubverschluss oder Glasdeckel und Rexgummi verschließen.
Den Rosenansatz mindestens fünf Tage bei Zimmertemperatur an einem dunklen Ort stehen lassen. Täglich einmal durchschütteln. Danach filtern und an einem kühlen Ort einige Tage nachreifen lassen.

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Rosenlikör-Cocktail

Rosenlikör kann man einfach pur genießen. Oder beispielsweise als blumigen Cocktail. Dazu 20 ml Rosenlikör über Eiswürfel gießen, mit Prosecco aufgießen und mit einer kleinen Rosenblüte und/oder etwas Minze garnieren.

Rosencocktail4Rosencocktail5Prost, Ladys!

Rosensirup in Flaschen

Rosensirup selbst gemacht

Im Frühling kann ich es kaum erwarten. Tag für Tag schleiche ich um die ersten Rosenknospen herum und schaue, welche das Rennen machen könnte. Anfangs begeistert noch jede einzelne Blüte. Und dann blühen sie alle zeitgleich.
Für RosenfreundInnen ist der Mai der schönste Gartenmonat überhaupt. Eine Fülle von Rosen rundum im Garten und erst der Duft! Den müsste man eingefangen können. Da ich keine Rosendestillerie habe, koche ich ihn ein. Meist beginne ich die Saison mit der Herstellung von Rosensirup und Rosenlikör. Später folgen Rosenwasser, Rosenzucker und Rosengelee.

rosensirup

Rosenblüten sammeln

Für den Rosensirup gehe ich frühmorgens durch den Garten und pflücke die Duftrosenköpfe im taufrischen Zustand. Da ist der Duft am stärksten. Besonders die historischen Rosen eignen sich für die Küche und meine Rosenbäckereien. Eine schöne kräftige Farbe geben die Rose de Resht oder die Officinalis („Apothekerrose“). Der Duft kommt insbesondere von der Damaszenerrose Ispahan, aber auch die Edelrose Charteuse de Parme verwende ich gerne in der Küche. Sie ist kräftig pink, färbt Sirup, Likör oder Säfte aber schön rot.
Für den Rosensirup und Rosenzucker dürfen ruhig kräftig duftende Rosen verarbeitet werden. Für manches Dessert oder für Marmeladen eignen sich eventuell weniger intensiv duftende besser. Sie sollen ja nicht nach Parfum oder gar seifig schmecken.

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Rosensirup einkochen

Nachdem ich die Petalen von den Stielen gezupt habe, lege ich sie in ein großes Sieb und spüle sie einmal ab. Dabei sollte man sie möglichst nicht zerdrücken, damit der Duft erhalten bleibt.
Gelbe oder weiße Blattansätze (siehe Bild links) empfehle ich wegzuzupfen oder auszuschneiden, da sie leicht bitter schmecken.

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Für den Rosensirup braucht es nicht mehr als frische Blüten, Wasser und Zucker. Eventuell noch eine Zitrone oder etwas Zitronensäure, damit die Farbe kräftiger wird, oder eine Vanilleschote für eine zusätzliches Aroma, falls erwünscht.
Ich verwende gerne für meinen Rosensirup Wiener Sirupzucker. Damit geht alles ruck zuck. Der Sirupzucker wird zusammen mit Wasser aufgekocht und über die vorbereiteten Rosenpetalen gegossen. Fertig!

Ok, nicht ganz. 🙂 Denn jetzt kommt die Wartezeit. Die Blüten sollen möglichst zwei Tage lang ihren Duft an die Flüssigkeit abgeben. Danach werden sie abgeseiht. Dabei sollte man sie nicht zu kräftig pressen, sonst wird der Rosensirup trüb.
Für ein längere Haltbarkeit koche ich den Rosensirup nochmals kurz auf und fülle ihn noch heiß in sterile Flaschen. Jetzt aber ist er fertig!

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Mit gekühltem Mineralwasser verdünnt schmeckt Rosensirup nicht nur köstlich erfrischend, sondern macht auch in Cocktails gute Figur und verleiht den Getränken ein liebliches Aroma. Ich mag ihn besonders mit Sekt aufgegossen – der perfekte Drink für einen Mädls-Abend.
Mit Rosensirup verfeinere ich auch Desserts wie Panna Cotta, Jellys, Pudding oder Eis. Oder ein Löffel Rosensirup übers Porridge. Solltet ihr versuchen! Köstlich!

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Gerade habe ich Rosenblüten zu einem Rosenlikör angesetzt. Jetzt heißt es wieder geduldig warten. Bald gibt es ein Gläschen zu probieren …

Rosensirup-Rezept

ZUTATEN
frische, duftende, ungespritzte Rosenblüten (ca. 1 Liter Gefäß locker gefüllt)

1 kg Sirupzucker
¾ Liter Wasser
alternativ:
1 kg Kristallzucker
1 EL Zitronensäure
1 Liter Wasser
2 Biozitronen

ZUBEREITUNG
Frisch geschnittene, möglichst duftende rote oder rosarote Rosenköpfe gut ausschütteln, die Blütenblätter vom Stil und den Staubgefäßen lösen und in ein hitzefestes Gefäß legen. Sirupzucker mit Wasser in einem zweiten Topf aufkochen bis das Wasser klar ist, über die Rosenblätter gießen und sofort abdecken (damit der Duft nicht entweicht). Ca. 48 Stunden kühl stellen. Rosenblätter abseihen und den Sirup nochmals – zwecks Haltbarkeit – etwa 3 Minuten aufkochen. Den Rosensirup heiß in sterile Flaschen füllen und gleich verschließen.

TIPP
Für die Beschriftung schneide ich Kärtchen auch diversen Magazinen aus, loche sie und binde sie mit einem Gärtnerbändchen um den Flaschenhals. Damit habe ich immer ein Mitbringsel zur Hand.

Vorratsküche

Rosengelee und Rosenmus

Mai und Juni sind für Rosenfreunde die schönsten Monate im Jahr. Der Rosengarten steht in Vollblüte. Wohin man geht, duftet es nach Rosen. Ein Meer an Büten rieselt zu Boden, wird vom Wind in alle Richtungen verweht. Schade eigentlich! – „Wenn man den betörenden Rosenduft nur einfangen könnte …“
Man kann! Aus den Blütenblättern der Rosa damascena oder Rosa centifolia wird eines der teuersten ätherischen Öle, das Rosenöl, gewonnen. Das überlasse ich aber den Profis! Ich habe den Duft meiner Rosen im Rosengelee und Rosenmus konserviert.

rosengelee1Aus den hellrosa Blüten einer Damaszenerrose habe ich ein kalt angesetztes Rosengelee gemacht, aus der pinkfarbenen Rose de Resht eines mit Alkohol – mit Roséwein – und echter Vanille. Köstlich! Da muss ich gleich noch ein paar Gläser produzieren. Die ersten sind schon ausgelöffelt. Ich fürchte, sonst bleiben für Weihnachtsgeschenke keine übrig.

Rosengelee-pancakesZum Frühstück empfehle ich das Gelee ohne Alkohol, es sei denn … 😉 Wir essen Rosengelee auf einem Buttersemmerl oder mit einem mürben Kipferl, geben es in den Beeren-Smoothie oder ins Joghurt. Perfekt harmoniert es mit frisch gebackenen Pancakes. Auch fürs Auge ein Genuss.

pancakes-rosengelee1Rosengelee ist einfach herzustellen. Wer selbst keine Rosen hat, findet vielleicht am Waldesrand wilde Rosen. Für das Gelee ein paar Hände voll frisch gepflückter, ungespritzter Rosenblüten kalt abspülen, die gelben Blattansätze entfernen und mit Wasser oder Wein übergießen. Mit Gelierzucker verrühren und einen Tag zugedeckt stehen lassen. Aufkochen, abseihen, abfüllen.
Mit diesem Roséwein-Rosengelee können wir auch im Winter noch vom Duft der Rosen träumen.

Rosengelee-blütenRosenmus-rosen
Fast noch einfacher geht Rosenmus. Dazu werden die Rosenblüten mit Zucker püriert und mit etwas Wein oder Wasser sowie Pektin (Gelierhilfe) haltbar gemacht. Rosenmus schmeckt kräftig und gehaltvoll. Ich gebe es in kleinen Dosen auf Puddings, Aufläufe und Kuchen oder vermischt mit Früchten in Desserts. Es verleiht Süßpeisen eine leicht orientalische Geschmacksnote.

rosenmus3Weitere Ideen und Rezepte zur Verarbeitung von Rosenblüten findet ihr auf meinem Blog unter Rosenallerlei: Rosenbutter, Rosenessig, Rosensalz, Rosensirup, Rosenzucker …

Zu den Rezepten:
Rosengelee
Rosengelee mit Roséwein
Rosenmus
Pancakes mit Rosengelee