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Eine Ode an das gute alte Butterbrot – Buttermilchbrot und Roggensauerteigbrot mit Rosenbutter

Dem Duft von frisch gebackenem Brot kann ich nicht widerstehen. Was schmeckt besser? Schon seit meiner Kindheit liebe ich ofenwarmes Brot. Meine Oma hat Woche für Woche mehrere Roggensauerteig-Brotlaibe aus dem Holzbackofen gezogen. Wir Kinder konnten kaum erwarten, dass es auskühlt. Jeder wollte das Scherzerl (Brotkante) mit der knusprigen Kruste. Oma schnitt mit einem riesigen Messer dicke Scheiben vom Brot und legte ordentlich Butter drauf. Mit etwas Salz. Und für uns Kinder hin und wieder auch mit Kristallzucker … Butterbrot, das Fastfood von früher.
Nahezu in Vergessenheit geraten und lange verpönt, taucht das Butterbrot heute bei den Nobelbäckern in der Innenstadt wieder als Frühstückssnack auf. Mit Bio-Almbutter und feinsten Salzen. In Maßen genossen sicher nicht schädlich.

Bauernbrot2rosenbrot1Mittlerweile zieht auch bei mir immer öfter frischer Brotduft durchs Haus. Manchmal nehme ich mir die Zeit und backe nach dem Rezept meiner Oma ein Sauerteigbrot mit langsamer Teigführung. Ein andermal muss es schnell gehen. Dann verrühre ich blitzschnell mit dem Mixer Mehl, Wasser, Gewürze, Salz und Trockenhefe und ziehe nach einer Stunde mein Vollkornbrot aus dem Rohr. Brotbacken muss also nicht zwingend aufwendig sein.

Heute habe ich für euch zwei Rezepte: einmal ein schnelles, einfaches und ganz ohne große Vorkenntnisse herzustellendes Buttermilchbrot mit Rosen. Und dann das langsam gebackene Roggensauerteigbrot-Rezept meiner Oma.
Dazu gibt es Rosenbutter …

Schnelles Buttermilchbrot mit Rosen

RosenbuttermilchbrotRosenbuttermilchbrot-Rosenbutter.jpg
Vor einigen Jahren noch erschien mir Brotbacken viel zu aufwendig, obwohl ich ansonsten leidenschaftlich gerne backe. Dann stieß ich auf das Brotbackbuch für Einsteiger: „Brotbacken für Eilige“. Ich war nicht mehr zu bremsen. Jedes Brot gelang auf Anhieb. Der Trick dabei liegt einzig in der Verwendung von Hefe bzw. Trockenhefe statt Sauerteig!
Mittlerweile bin ich mutig geworden und experimentiere mit verschiedenen Mehlsorten (Buchweizen, Einkorn, Amaranth), mit Zutaten abseits von Getreide (Käse, Speck, Zwiebel, Tomaten), Nüssen und Saaten. Auch Kräuter und essbare Blüten wie Minze oder Lavendel kommen ins Brot. Warum nicht auch mal Rosen?

Brotteig mit Rosen

trockenrosenBrotteigMein liebstes Schnellrezept aus dem Buch „Brotbacken für Eilige“ ist das supersaftige Buttermilchvollkornbrot. Für mein Buttermilchbrot mit Rosen habe ich die Hälfte der Buttermilch durch Topfen (Quark) ersetzt und Streifchen von Duftrosenblüten in den Teig eingearbeitet.
Das sieht nicht nur wunderschön aus, wie ich finde, sondern schmeckt auch köstlich. Der Buttermilch-Brotteig ist – im Vergleich zu Sauerteig – eher weich, weshalb ich ihn in einer Silikonform backe.

>zum Rezept Buttermilchbrot mit Rosen


Rosenbutter – salzig oder süß

Zum Buttermilchbrot mit Rosen gibt es selbst gemachte süße oder salzige Rosenbutter.

rosenbutter
Für die Rosenbutter habe ich einige Rosenpetalen (ungespritzte natürlich!) in Streifen geschnitten und über die Butterwürfel gestreut.
Für die süße Rosenbutter werden die gehackten Rosenblüten mit etwas Zucker in die weiche Butter eingearbeitet. Besonders dekorativ sieht die Butter aus, wenn man sie in kleine Pralinenförmchen drückt.

Rosenbutter-sweet>zu den Rosenbutter-Rezepten

Und jetzt zum Sauerteigbrot meiner Mühlviertler Oma, einem klassischen Bauernbrot.

Roggensauerteigbrot

Bauernbrot1Als routinierte Hefebrotbäckerin habe ich mich schließlich an den Sauerteig und das Roggenbrotrezept meiner Oma gewagt. Den ersten Sauerteig (im Mühlviertel Ura, Url oder Ui genannt) habe ich nicht selbst angesetzt, sondern bei Joseph-Brot gekauft. Mittlerweile nehme ich bei jedem Backvorgang ein wenig vom Teig ab und stelle ihn in den Kühlschrank fürs nächste Mal. Dort hält er bis zu zwei Wochen. Wenn ich länger nicht zum Brotbacken komme, friere ich ihn ein.
Für all jene, die ihren Sauerteig selber ansetzen möchten, gibt es auf meiner Rezeptseite eine Anleitung.
Mein „Bauerbrot“ sieht bereits recht passabel aus, oder? Schmecken tut es jedenfalls wie bei meiner Oma damals. Das haben mir meine Cousinen bei ihrem letzten Wienbesuch glaubhaft versichert. So glaubhaft, dass vom ganzen Brotstriezel nichts übrig blieb. 😘
Obwohl ich keinen Holzofen habe. Aber mit der richtigen Heiztechnik gelingt es auch im Backrohr. Diese findet ihr beim Rezept.

Roggensauerteigbrot-imRohrRoggensauerteigbrot1Wenn man Brot selber bäckt, kommt man um das Thema Brotgewürze nicht herum. Wie schon bei meiner Oma und Mama kommen vier Gewürze in mein Sauerteigbrot: Anis, Fenchel, Koriander und Kümmel. Auf ein Kilo Mehl (900 g Roggenmehl und 100 g Weizen- oder Dinkelmehl) zwei Esslöffel voll: die Hälfte fein gemörsert, die andere als ganze Körner.

Zwei Buch-Empfehlungen rund ums Brotbacken

Brotbackbuecher

  • Angelika Kirchmaier, Schnelles Brotbacken für Eilige / Pichler Verlag
    Ein Buch für Einsteiger. Mit diesem Buch habe ich meine Brotbackkünste erlernt.
  • Christine Metzger & Elisabeth Ruckser, Brot backen, wie es nur noch wenige können / Servus Verlag
    Neben einigen (Sauerteig-)Brotrezepten werden Getreidesorten und Traditionsberufe rund ums Brotbacken vorgestellt.

Mehr zu diesen beiden Büchern findet ihr auf meinem kleinen Bücherblog.

Roggensauerteigbrot4Und jetzt wird das frische Brot angeschnitten. Mit einem großen Messer. Nicht mit der Maschine. Unregelmäßig geschnittenes Brot schmeckt weitaus besser, als die gleichmäßig dicken Schnitten mit glatter Oberfläche.
Und dann gibt es ein Butterbrot. Für mich mit bitte mit dick Schnittlauch drauf. 😉

>zum Roggensauerteigbrot-Rezept meiner Oma