Kichererbsen-Kekse mit Pistazien gehören zu den beliebtesten Süßigkeiten im Nahen Osten und werden dort das ganze Jahr über zubereitet. Das feinkrümelige, zart schmelzende Gebäck aus Kichererbsenmehl, verfeinert mit Kardamom, Piment, Safran und Rosenwasser, ist überaus köstlich, weshalb ich die kleinen Kekse gerne zum Tee esse.
Vor einigen Jahren konnte ich bei einer Rosenreise nach Persien in Isfahan an einem Kochkurs teilnehmen. Dort habe ich dieses aromatische Gebäck erstmals selbst zubereitet. Mit diesem Rezept aus der persischen Küche bin ich in Gedanken bei der leidenden Zivilbevölkerung des kulturell so faszinierenden Landes.

Sonnengetrocknete dunkelgrüne Pistazienkerne
Wer das wunderschöne Land Persien mit seinen reichen Kulturschätzen und aufgeschlossenen, gastfreundlichen Menschen bereist hat, hat vermutlich auch Bekanntschaft mit den Nan-e Nokhodchi oder Nachodschi Keksen gemacht. Das Teegebäck aus Kichererbsenmehl (Nachod = Kichererbse), Zucker und Butter ist reichlich mit Kardamom, Piment und Safran gewürzt. Meist sind grüne Pistazien in den Teig eingearbeitet, teilweise sind die Kekse nur damit bestreut. Besonders wohlschmeckend habe ich die Variante mit einer dicken Pistazienbeschichtung nach dem Backen in Erinnerung, die kräftig mit Rosenwasser aromatisiert war.
Entscheidend ist die Verwendung ungerösteter, möglichst dunkelgrüner Pistazien. Die süsslich-nussig schmeckenden grünen Pistazien (unbezahlter Werbe-Link) bekommt man ebenso wie das Kichererbsenmehl hierzulande im Reformhaus.


Persische Kichererbsen-Kekse mit Pistazien und orientalischen Gewürzen
Im Iran werden die Kichererbsen-Kekse meist vierblättrig und relativ klein ausgestochen. Da es bei uns nur fünfblättrige Keksformen gibt, verwende ich den Mittelteil einer Linzer-Ausstechform. Bei Maryams Kochkurs haben wir den Teig einfach in Rauten geschnitten. Die Kekse sind in der Regel etwas dicker (ca. 1,5 cm) als unsere Mürbteigkekse.
Als Geschmacksverstärker kommt auch Safran – am besten in Form von Safranzucker – in den Teig (Tipps zur Herstellung von Safranzucker siehe Rezept unten).
Für das Topping mit grünem Pistazienpüree werden Pistazien, Zucker und Rosenwasser mit dem Pürierstab mittelfein gehackt. Sollte die Masse nicht ausreichend „streichfähig“ sein, eventuell ein paar Tropfen Pflanzenöl beigeben.
Die Backzeit variiert nach Größe und Dicke der Kekse. Sie sollen durchgebacken, aber nicht zu dunkel sein.


Rose des Monats: Damaszener-Rosen
Damaszener-Rosen (Rosa x damascena) sind eine Rosen-Gruppe mit intensivem, betörendem Duft. Sie zählen zu den alten Rosen und sind mit ganz wenigen Ausnahmen nur einmalblühend. In Bulgarien, der Türkei und im Iran werden sie zur Gewinnung von Rosenöl und Rosenwasser verwendet.
Ich habe bei einer Rosenreise nach Bulgarien die Bulgarische Ölrose (Trigintipetala oder Kazanlik) kennengelernt und zuhause an einem sonnigen Plätzchen gepflanzt, sie gedeiht prächtig.
In den wüstenartigen Landstrichen des Iran wird hauptsächlich die Mohammadi-Rose angebaut, eine kleinblütige, stark duftende Ölrose (siehe meinen Reisebericht „Persien zur Rosenblüte“).
Zum Kochen mit Rosen und für Kosmetika verwende ich meist die stark duftende, reichlich blühende Rosa Damascena Ispahan (auch Pompon des Princes), von der auch die über die Kichererbsen-Kekse gestreuten, getrockneten Rosenknospen stammen.


REZEPT KICHERERBSEN-KEKSE MIT PISTAZIEN UND ROSENWASSER
Menge: 2 Bleche
Form: kleine Keks-Ausstechform (z. B. Kleeblatt, Blüte oder Herz)
Stückanzahl: je nach Größe der Form 120–160 Kekse
Zutaten
300 g Kichererbsenmehl (optimalerweise geröstetes)
1 Prise Salz
4–5 g Kardamom, gemahlen
4–5 g Piment (= Neugewürz), gemahlen
optional ½ TL Safranzucker (siehe Tipps)
200 g Staubzucker
100 g Butter
1 Ei, Gr. L
30 g grüne Pistazien, klein gehackt
1–2 TL Rosenwasser (je nach Duftstärke)
♥
1 EL gehackte oder in Stifte geschnittene grüne Pistazien zum Dekorieren
oder ein Belag aus
50 g pürierten grünen Pistazien, 1 EL Staubzucker und 1 TL Rosenwasser
Zubereitung
- Kichererbsenmehl, Salz, Gewürze und Staubzucker vermischen und die kalte Butter in Stücke schneiden und unterkneten, dann die Gewürze und das Ei (händisch oder mit dem Mixer) dazu kneten, zuletzt die Pistazien und das Rosenwasser.
- Den Teig zu einer Kugel formen, in Folie wickeln und für 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.
- Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Backfolie belegen.
- Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche auf 1,5 cm Dicke ausrollen und kleine Kekse ausstechen (alternativ in etwa 5 cm große Rauten schneiden). Optional Pistazien auf die Oberfläche aufdrücken oder mit Pistazienpüree bestreichen (dieses kann mitgebacken oder nach dem Backen aufgestrichen werden).
- Die Kekse ca. 10–14 Minuten (je nach Größe) goldgelb backen. Auskühlen lassen.
Tipps
Safranzucker
Während Safran ansonsten mit heißem Wasser übergossen wird, damit die gelbe Färbung entsteht, wird er den Keksen trocken beigemengt. Hierfür am besten etwas Safran mit Kristallzucker fein pürieren und in einem Schraubglas auf Vorrat aufbewahren (siehe auch Safranzucker in „Persisch kochen für Anfänger“).
Der Teig ist relativ fest, wodurch die Kekse später krümelig im Mund schmelzen. Durch die Pistazien im Teig lässt er sich etwas schwer ausrollen, weshalb man ihn mit dem Nudelholz eher flach drückt als rollt.
Einen schönen April wünscht euch eure Sugar&Rose.