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Osterfladen – aromatisches Osterbrot

Zur traditionellen Osterjause ist reichhaltiges Germgebäck in Form von Osterbrot, Osterkipfel, Osterpinze, Osterstriezel oder Reindling fester Bestandteil in Österreich. Osterfladen sind eher kulinarisches Erbe der Schweiz und auch in Deutschland sehr verbreitet.
Die ofenwarm aprikotierten und mit Zucker glasierten Osterbrote sind an der Oberfläche rautenförmig eingeschnitten und mit Orangeat und Rumrosinen gefüllt. Außen somit knusprig-süß und innen fluffig und fruchtig. Köstlich! Ich habe sie erst vor Kurzem in Deutschland probiert und gleich nachgebacken. Sie waren so schnell weg, dass ich sie zu Ostern gleich nochmals backen werde.

Osterfladen mit Zuckerglasur auf rosa-weiß karierter Stoffserviette, dazu eine silberene Kuchenzange und zwei rosa Porzeallanosterhasen
Zwei Stück Osterfladen auf rosa und weißer Stoffserviette, einer mit Mandeln bestreut, einer mit Rosinen im Teig, daneben rosa Steinbrechblüten, ein kleine blaue Hyazinte und zwei kleine gelbe Märzenbecher-Blüten

Osterfladen und Osterbrot

Äußerlich unterscheiden sich Osterfladen vom Osterbrot durch die flachere Form und die eingeschnittene Oberfläche. Bei Dallmayr-München gibt es sie glasiert oder natur zu kaufen.
Den größten Unterschied zum Osterbrot- oder Zopfteig macht die Mehlmischung. Der Teig besteht zur Hälfte aus glattem Weizenmehl (W480 in Ö bzw. Type 405 in DE), zur anderen Hälfte aus doppelgriffigem Mehl, auch als Wiener Grießler, Weizendunst oder Instantmehl bezeichnet. Das etwas gröber vermahlene doppelgriffige Mehl (die Körnung liegt zwischen normalem Mehl und Grieß) wird in Österreich auch als Spätzlemehl vertrieben (unbezahlte Werbung). Es ist sehr quellfähig und macht den Teig besonders elastisch und locker.
Wer kein doppelgriffiges Mehl zur Verfügung hat, kann dieses durch griffiges Mehl (W700 in Ö bzw. Type 550 in DE) ersetzen.

Zubereitungsstufen des Osterfladen-Teigs: eine Kugel Hefeteig, darunter eine ebensolche mit Rosinen im Teig, dann eine Flade mit Eiermilch bestrichen und eine mit gut sichtbaren rautenförmigen Einschnitten auf der Oberfläche, daneben fertige Osterfladen in Cellophan verpackt im Regal

Osterfladen mit saftiger Füllung

Die in Rum eingelegten Rosinen und getrockneten Orangenschalen (Orangeat bzw. Aranzini in Ö) machen die Osterfladen besonders saftig und erinnern an die fruchtige Füllung von Colomba pasquale. Da ein Teil meiner Familie keine Rosinen mag, habe zwei kleinere Fladen geformt und nur in einen Rumfrüchte eingeknetet.
Nach dem zweiten Aufgehen des Germteigs habe ich die Fladen mit Eigelb-Milch bepinselt und die Oberflächen rautenförmig eingeschnitten. Noch ofenwarm werden die Gebäckstücke dünn mit heißer Marillenmarmelade aprikotiert und mit Zuckerglasur bestrichen.
Während für mich bei der Fruchtfüllung die Devise lautet, je mehr, desto besser, bin ich mit der Glasur etwas sparsamer, obgleich die Zitronen- oder Limettenzuckerglasur das Hefegebäck vor dem Austrocknen schützt.

Eine Osterflade ohne Rosinen, dafür mit Mandelstücken bestreut auf runden Teller mit Rosendekor, rundum rosa Blüten von Steinbrech, Primeln und kleinen gelben Narzissen, zwei rosa Prozellanhasen, einer mit weißem Pelzchen um den Hals und eine silberne Kuchenzange
Angeschnittener Osterfladen auf Rosenteller, eine Kuchenschaufel mit einem Stück, im Vordergrund ein ovaler Teller mit rosa Schleifen und rosa Rand, darauf zwei Stück der Osterfladen mit gut sichtbaren Rosinen und Orangeat im fluffigen Teig

Osterhase, Osternest, Osterbrot, Osterstriezel, Osterkipfel, Osterpinze & Co.

Für alle, die zu den Feiertagen gerne traditionelles Hefegebäck essen, habe ich in der Überschrift direkt auf die einzelnen Ostergebäck-Rezepte verlinkt.
Ob mit Mohn, Nüssen, Topfen, Zimt oder Trockenfrüchten gefüllt oder einfach nur dekorativ geformt, Germteiggebäck schmeckt einfach immer. Wenn der verführerische Duft von frisch gebackenem Germteig durchs Haus zieht, gibt es kein Halten und keine Zurückhaltung mehr. Nicht immer bleibt das Gebäck bis zum vollständigen Auskühlen ganz.
Dem Osterbrauch gemäß sollte das Ostergebäck erst nach dem Ende der Fastenzeit angeschnitten werden!

Diverses Hefegebäck für Ostern: zwei Hefeteig-Osterhasen, eine kleine Pfanne mit rosenförmigem Gebäck, ein Kränzchen mit pastellfarbigem Osterei in der Mitte, ein Osterbrot im Topf, eine Colomba, ein Kaisergugelhupf, ein Osterbrioche, ein Osterkipfel und drei kleine Osterpinzen
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Cranberry-Scones & Käse-Scones zum Valentinstag

Ob zum Frühstück, Nachmittagstee oder Kaffee, vor allem aber an Feiertagen kommen bei uns nicht selten englische Scones auf den Tisch. Zum Valentinstag bereite ich Cranberry-Scones in Herzform und für meinen Liebsten würzige Käse-Scones.
Zu den dezent gesüßten oder pikanten „Brötchen“ serviere ich einen fein-blumigen Rosenblüten-Tee und einen rosa Lillet Berry.

Scones in Herzform auf Etagere, davor ein ovaler Teller mit rosa Maschen als Dekor, darauf zwei herzförmige Cranberry-Scones, dazu eine Tasse Tee, zwei Gläser Lillet Berry und Erdbeermarmelade und Double Cream
Cranberry-Scones auf Etagere mit zwei cremefarbenen Rosenblüten, eine Tasse roter Tee, ein Milchkännchen und im Vordergrund ein halbierter Scone mit Double Cream und Marmelade

Zubereitung Cranberry-Scones

Scones sind wirklich einfach und schnell zu machen, auch für ungeübte Bäcker*innen. Der Scones-Teig darf gerne schlampig verarbeitet sein, so werden sie besonders luftig-locker. Der Teig ist in max. 5 Minuten geknetet, die Scones sind in 12–15 Minuten (je nach Größe) gebacken.
Passend zum Tag der Liebe habe ich die Scones in Herzform ausgestochen. Gewöhnlich werden runde Ausstechformen (5–7 cm) verwendet oder ein scharfkantiges Glas. Es reicht aber auch ein scharfes Messer zum Schneiden des Teigs in Dreiecke.
Entscheidend für ein gleichmäßiges Aufgehen von Scones: die Form beim Ausstechen nicht drehen, sondern nur in den Teig drücken und hochziehen, dazwischen in Mehl tauchen. Die Seiten müssen offen bleiben, damit sie ihre typische, blättrige Struktur bekommen und später mit den Fingern leicht auseinanderzubrechen sind.
Eier im Scones-Teig lehne ich ab, Scones sind kein Kuchen! Klassisch britische Scones sind ohne Ei.

Zubereitungsschritte von Scones: eine Schüssel mit Mehl und Butterstücken, das Abbröseln der Butter mit den Fingern, die Beigabe von Buttermilch, der Teigling und ausgestochene Herzen

Cranberry-Scones mit Erdbeermarmelade und Cream

Wie und womit diese köstlichen, leicht krümelnden Brötchen in Großbritannien zum Cream Tea oder Afternoon Tea serviert werden, habe ich bereits in einem früheren Blogartikel ausgeführt, den man hier nachlesen kann.
Das Scones-Rezept meines südenglischen Freundes kommt immer noch zum Einsatz, mittlerweile bevorzuge ich allerdings Buttermilch anstelle von Milch und Crème fraîche. Sie verleiht den Scones einen tollen Biss, innen herrlich zart und außen leicht knusprig.

Cranberry-Scones auf zweistufiger Etagere mit Rosendekor, davor ein Dessertteller mit Rosenmuster und einem aufgebrochenen Scone mit Erdbeeermarmelade und Double Cream. Im Hintergrund ein Rosenstrauß in Rosatönen, eine Schale Lillet Rose und eine Teedose von Fortnum & Mason

Pikante Variante: Käse-Sones

Absoluter Hit sind bei uns im Moment Cheese-Scones, die wir in Neuseeland lieben gelernt haben. Traditionell warm serviert mit einer Portion kalter Butter oder zu cremigen Suppen (Kartoffel-Pilzsuppe, Kürbis- oder Muschelsuppe).
Zutaten: 300 g glattes Mehl, 2 TL Backpulver, ½ TL Salz, 50 g kalte Butter, 100–130 g geriebener Cheddar oder würziger Hartkäse, ca. 150 ml Buttermilch
Je nach Vorlieben kann man den Teig noch mit 1 TL gehackten Kräutern (Rosmarin, Petersilie, Thymian oder Schnittlauch) ergänzen. Käseliebhaber schichten vor dem Backen noch eine Extraportion Käse auf die Scones oder bestreuen sie mit Parmesan.

Diverse Bilder von Cheese Scones, teils aus Neuseeland (in einer Vitrine, mit einem Folder von Hobbiton), darunter selbst gebackene Käse-Scones mit Cheddar

Blechschild mit Scones-Rezept zum Aufhängen

Als kleines Präsent zum Weitergeben habe ich kürzlich ein Schild zum Aufhängen mit meinem bewährten Scones-Rezept gestaltet. Die Vorlage könnt ihr gratis hier downloaden und ausdrucken oder als Druckvorlage für euer Blechschild in A5-Größe (Amazon-Link / unbezahlte Werbung) verwenden.

Blechschild mit Scones-Rezept, darauf das Rezept in schwarzen Lettern, ein brauner rostiger Rand, ein Teller mit Buttermilch-Scones und rosa Rosenblüten
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Getränkter Zitronengugelhupf – Zitronenliebe pur

Überaus saftig, angenehm zitronig und einfach von den Zutaten bis zur Zubereitung ist mein getränkter Zitronengugelhupf. Ob in Gugel-, Rehrücken- oder Kastenform bzw. auch als Blechkuchen ist nebensächlich. Die einmalige Saftigkeit bekommt der Rührkuchen durch das Beträufeln mit Zitronensirup nach dem Backen. Sommerfeeling pur mitten im eisigen Winter!

Getränkter Zitronengugelhupf auf weißem Keramikteller mit zartem blauem Rand, dekoriert mit grünen kleine Blattranken, Zitronenzesten und ganzen sowie aufgeschnittenen Zitronen

Aromatische Zitronen mitten im kalten Winter

Zitronen sind der Inbegriff des Sommers und man assoziiert sogleich Urlaub am Meer, im sonnigen Sizilien oder an der Côte d’Azur. Doch die Hauptsaison der Zitronen liegt in Europa im Winter. Am intensivsten schmecken die Zitronen bei uns vom Spätherbst bis in den Frühling hinein.
In der Schottenfeld- & Lindengasse habe ich kürzlich den Zitronen-Hotspot Wiens entdeckt. In der Casa Caria (unbezahlte Werbung) gibt es eine Vielzahl verschiedenster Zitrusfrüchte zur Auswahl, von der Amalfizitrone, Bergamotte, Yuzu, Buddhas Hand, Fingerlimette bis Bitterorange.
Die Schale der Zitrone ist das wertvollste überhaupt und verfeinert so manche Speise von süß bis pikant. Wer sie nicht gleich verwenden kann, trocknet die ausgepresste und gut ausgehöhlte, unbehandelte Zitrusschale am Heizkörper oder vorsichtig im Ofen bei etwa 40 Grad und mahlt sie danach fein.

Getränkter Zitronengugelhupf auf weißem Keramikteller mit zartem blauem Rand auf weißem geripptem Geschirrtuch, im Hintergrund eine ganze Zitrone mit grünem Blatt und zwei Zitronenhälften, daneben eine Schale grüner Tee

Zubereitung getränkter Zitronengugelhupf

Die Zutaten für den Rührkuchen – Butter, Zucker, Eier, Mehl und Milch – hat man in der Regel vorrätig. Aromatisiert wird der Kuchenteig mit frischem Zitronenabrieb in Bioqualität und gepresstem Saft. Die Schale sollte gewaschen werden, der Abrieb nur vom gelben Teil der Schale erfolgen.

Getränkter Zitronengugelhupf angeschnitten, dahinter Zitronen mit grünem Zitronenblatt und eine Schale grüner Tee in hellgrüner Keramik mit weißen haptischen Blüten darauf

Getränkt wird des Kuchens mit gezuckertem oder auch purem Zitronensaft. Gegebenenfalls kann der Zitronensaft auch mit gleicher Menge Wasser verdünnt werden. Je nachdem, wie intensiv man die Zitronen schmecken möchte.
Durch kurzes Aufkochen löst sich der Zucker im Zitronensaft rascher; der Sirup sollte aber vor dem Tränken wieder abgekühlt werden.
Manche empfehlen das Tränken des Kuchens gleich nach dem Backen im noch heißen Zustand. Ich lasse ihn gerne etwas überkühlen, steche dann mit einem Holzspieß einige Löcher ein und verteile den Sirup mit einem Pinsel über dem Kuchenboden. Dadurch wird er weniger matschig.
Gestürzt wird der Kuchen erst im abgekühlten Zustand.
Für alle Zitronenliebhaber*innen bekommt der Gugel noch eine dünne Schicht Zitronen-Zuckerguss und ein Topping aus Zitronenzesten.

Angeschnittener Zitronenkuchen im Vordergrund auf weißem Keramikteller mit blauem Rand, dahinter ein kleiner hellgrüner Teller mit einem Stück Gugelhupf und frische Zitronen mit grünem Blatt

Rose des Monats Jänner: Zitronenjette

Bei Schnee und Eis gibt es naturgemäß keine blühenden Rosen in meinem Garten. Daher möchte ich – passend zum Zitronengugelhupf – eine nicht so bekannte zartgelbe Rose mit Hintergrundgeschichte zur Namensgebung vorstellen: die Teehybride Zitronenjette. Sie wurde 1964 von Kordes eingeführt, ist öfter blühend und hat relativ große Blüten.
Ich habe selber nur wenige gelbe Rosen in meinem Garten. Die Fotos dieser Rose habe ich in Wiens schönstem Rosengarten, dem Wiener Volksgarten, gemacht.
Die Namensgpatin der Rose ist Johanne Henriette Marie Müller, eine kleinwüchsige Rosenverkäuferin Ende des 19. Jahrhunderts aus Hamburg. Die ausführliche Biografie könnt ihr hier nachlesen.

Verschiedene Blütenstadien der zart gelben Rose Zitronenjette, die Blütenränder haben teils hellrosa Einsprengsel und werden im Verblühen nahezu cremeweiß
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