Leicht und erfrischend soll ein Sommerdessert idealerweise sein. Am besten im Miniformat wie mein Rosen-Kokos-Cheesecake. Und gut gekühlt, bevorzugt frozen oder halbgefroren. Zudem darf es bei den heißen Temperaturen nicht zu schwer im Magen liegen, weshalb ich im Moment eher kleine Küchlein statt einer großen Torte serviere. Mit dem Duft nach Rosen sowie dem Geschmack von Kokos schicken uns die Mini-Cheesecakes auf Reisen in orientalische und karibische Urlaubsländer. Für Kalorienbewusste gibt es auch eine fettreduzierte Ausführung und je nach Belieben zwei verschiedene Kuchenböden zur Auswahl, einer davon eine No-bake-Variante.
Damit der Cheesecake nicht zur Kalorienbombe wird, habe ich für uns die Käsemasse entsprechend mit fettreduziertem Frischkäse und Joghurt zubereitet. Das Rezept funktioniert ebenso mit gehaltvollem Frischkäse oder Mascarpone und griechischem Joghurt mit 10% Fettgehalt. Und keine Angst vor Gelatine! Im Rezept gibt es eine detaillierte Anleitung zum sicheren Gelingen. Der Boden besteht aus Haferflocken, Nussmus und Dattelsirup und ist kurz gebacken, wodurch er stabiler als ein Keksboden ist. Wer bei den sommerlichen Temperaturen den Backofen aber nicht aufheizen will, für den gibt es eine No-bake-Variante des Cheesecakebodens.
Frozen Rosen-Kokos-Cheesecake
Bei der seit Wochen anhaltenden Hitze bevorzugen wir im Moment eher Gefrorenes oder kalte Desserts. Die kleinen Rosen-Kokos-Cheesecakes sind sowohl gut gekühlt aus dem Kühlschrank, halbgefroren oder frozen und danach kurz angetaut ein wohltuender Genuss. Als kleinen Farbtupfer zu den nahezu weißen Küchlein mit pinken Rosenblüten serviere ich selbst gemachtes Rosenmus oder dezent säuerliches Himbeerpüree (zerdrückte Himbeeren).
Rose des Monats Juli: Blush Noisette
Die historische Rose Blush Noisette, auch Rosier de Philippe Noisette, (Züchter: Noisette, um 1814) blüht zartrosa und verfärbt im Abblühen zu nahezu Weiß. Die kleinen, zahlreichen Blüten (3–6 cm) sind doppelt gefüllt, die dunkelrosa bis karmesinroten Knospen liegen auf Blütenrispen mit bis zu 30 und mehr Knospen. Wenn die mittelgroße Rose im Mai loslegt, blüht sie in rascher Folge bis in den Oktober hinein. Sie hat einen leicht süßlichen Moschusduft und ist zudem nur wenig bestachelt. Obwohl sie als Kletterrose mit bis zu 2,5 m Höhe gilt, kann sie mit ihren locker überhängenden Zweigen auch als niedrige Strauchrose gezogen werden. Ich habe die historische Rose bei Praskac in Österreich erstanden, sie ist aber auch bei einigen deutschen Rosenhändlern im Angebot.
Ein Cheesecake schmeckt das ganze Jahr über und nahezu allen! An heißen Sommertagen mache ich meist diese No-Bake-Variante, im Winter lieber den gehaltvolleren, gebackenen New-York-Cheesecake. Zuweilen kommen essbaren Blüten als Topping obenauf, nahezu immer Beeren oder frische Früchte der Saison. Und mit pürierten Früchten färbe ich die Frischkäsemasse passend dazu ein. Der roten Erdbeer- und Himbeerzeit folgt die blaue mit Heidelbeeren und Brombeeren. Mango, Maracuja und Ananas bilden die gelbe Periode, Kiwi oder Matcha die grüne. Dieser folgt schlussendlich die braune Cheesecake-Saison mit Nüssen und Karamell oder Kaffee und Wintergewürzen.
Der dezent süße und superfruchtige Himbeer-Cheesecake ist im Moment unserer absoluter Favorit. Die späten Herbsthimbeeren sind besonders aromatisch. Die heimischen Powerfrüchte enthalten eine Menge Ballaststoffe und reichlich Vitamin B und C und gehören neben Heidelbeeren zu meinen absoluten Lieblingsbeeren.
Cheesecake mit Heidelbeeren
Die Heidelbeeren (Blaubeeren, Schwarzbeeren, Moosbeeren) stehen in ihrem Gehalt an gesunden Nährstoffen den Himbeeren um nichts nach. Auch wenn selbstgepflückte heimische Heidelbeeren aus dem Wald ein Hochgenuss sind, bin ich doch froh, dass es die Kulturheidelbeeren das ganze Jahr über gibt. Ohne Beeren im Frühstücksmüsli oder Porridge kann ich nur schwer (über)leben. 😅 Den Heidelbeer-Cheesecake habe ich auch in einer Light-Variante zubereitet. Das Rezept findet ihr hier. Meist übergieße ich auch den Heidelbeer-Cheesecake mit (klarem) Tortengelee, damit die kleinen Beeren beim Schneiden nicht davonrollen.
Matcha-Cheesecake
Als wir im Frühjahr zur Kirschblüte in Japan waren, habe ich dort einige Male Matcha-Frischkäsekuchen probiert. Mehrfach auch ohne Keksboden und mit entsprechend „wackeliger“ Konsistenz und in unterschiedlichen Grüntönen. Von zart hellgrün bis tief dunkelgrün mit teilweise herb bitterer Note. Am köstlichsten fand ich den Cheesecake in einem Anime-Café in Tokyo mit knusprigem Sesamboden. Seither gebe ich zu meinen No-bake-Kuchenböden einige Löffel gerösteten Sesam hinzu. Diesen kann man natürlich auch weglassen. Sollte man aber unbedingt probieren! Das Matchapulver habe ich aus Japan mitgebracht. Guten Matcha ohne Zusatzstoffe gibt es online beispielsweise von Matcha Moments(unbezahlte Werbung).
Meine Rose des Monats: The Fairy
Die Bodendeckerrose The Fairy, die meinen Himbeer-Cheesecake schmückt, bringt eine Hundertschaft an kleinen rosa Blüten hervor. Diese öffnen sich allerdings erst, wenn viele andere Rosen bereits am Verblühen sind. 1932 von Bentall gezüchtet, wächst sie eher breitbuschig und blüht den ganzen Sommer über bis Ende Oktober. Ich schneide mehrfach den verwelkten Blütenflor ab, wodurch alsbald unzählige neue Blüten nachkommen. Im Herbst kürze ich sie kräftig ein. Leider ist sie etwas anfällig für Mehltau. The Fairy gibt es auch in weiß (The Fairy White) und in rot (The Fairy Rot). Ich habe die beiden ebenfalls in meinem Garten, sie blühen aber bei weitem nicht so überbordend wie die rosa Beetrose.
BASISREZEPT CHEESECAKE OHNE BACKEN
Menge: 1 Torte
Backform:runde Tortenspringform 22–24 cm
Zutaten
150 g Biskotten (Löffelbiskuits)
125 g geschmolzene Butter
ev. 2 EL Sesam, geröstet
6 Blatt Gelatine
440 g (Philadelphia) Frischkäse Doppelrahmstufe
350 g Naturjoghurt 3,5% bzw. Griechisches Joghurt bis 10%
70 g Zucker
2 EL Zitronensaft 🌹
ca. 400g Himbeeren oder Heidelbeeren für die fruchtigen Varianten: einige davon püriert für den Cheesecake, die anderen zum Belegen
rotes Tortengelee für die Himbeervariante, ev. weißes für die Heidelbeervariante
2 TL Matcha-Grünteepulver für den Matcha-Cheesecake
Zubereitung
Backform vorbereiten und den Boden mit Backtrennpapier auslegen.
Biskotten im Food-Processor fein hacken und zusammen mit der Butter und dem Sesam verkneten. Die Masse auf dem Boden der Springform fest andrücken.
Gelatineblätter einige Minuten in kaltem Wasser einweichen.
Frischkäse, Joghurt, Zucker und Zitronensaft gut verrühren.
Blattgelatine leicht ausdrücken und unter Rühren kurz erwärmen, bis sie sich aufgelöst hat, dann vom Herd nehmen und sogleich 2–3 EL der Frischkäsemasse unterrühren (dadurch kühlt die Gelatinemasse ab).
Nun die Gelatinemasse zügig unter die Frischkäse-Joghurtmasse rühren und diese etwas dünnflüssige Masse auf den Biskottenboden gießen.
Den Cheesecake im Kühlschrank etwa 4 Stunden oder über Nacht fest werden lassen.
Variante Himbeer-Cheesecake
Circa 100 g reife Himbeeren mit einer Gabel zerdrücken und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Dann das Himbeerpüree zum Frischkäse mischen. Die restlichen Himbeeren halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf der halbfesten Cheesecake-Masse auflegen. Rotes Tortengelee nach Packungsanleitung zubereiten und die Himbeeren damit übergießen. Eventuell mit einigen Streifen flüssiger weißer Kuvertüre überziehen und mit Rosenblüten dekorieren.
Variante Heidelbeer-Cheesecake
Circa 100g Heidelbeeren mit dem Pürierstab gut zerkleinern und zum Frischkäse mischen. Die restlichen Heidelbeeren dicht nebeneinander auf der halbfesten Cheesecake-Masse auflegen. Eventuell mit weißem Tortengelee übergießen oder alternativ leicht anzuckern.
Variante Matcha-Cheesecake
80–90 ml heißes Wasser vorbereiten. Matchapulver und 1 EL kaltes Wasser mit einem kleinen Schneebesen bzw. einem Bambusbesen zu einer dicken Paste verrühren, dann nach und nach das heiße Wasser zugießen und weiter aufschlagen, bis sich kleine Bläschen bilden. Den Matcha zum Frischkäse mischen. Nach dem Festwerden der Cheesecake-Masse mit gesiebtem Grünteepulver bestreuen und ev. mit Holunder- oder anderen essbaren Blüten dekorieren.
Einen schönen September wünscht euch eure sugar&rose.
Die Weihnachtstage sind für Süßschnäbel kalorientechnisch die größte Challenge des Jahres. Daher bringe ich bei Einladungen gerne einen etwas leichteren Kuchen mit. Mit einem Spekulatius-Cheesecake im Rentierlook kann man allerorts punkten – eingehüllt in knusprige Strudelblätter, aromatisiert mit Spekulatiusgewürz und mit einem Topping aus Nüssen, Mandeln, Cranberrys oder frischen Beeren zaubert er Groß und Klein zugleich ein Lächeln auf die Lippen. Danach stimmen alle „Rudolph The Red-Nosed Reindeer“ an …
Spekulatius-Cheesecake mit Rentiergeweih und roter Nase
Damit der Käsekuchen nicht immer gleich daherkommt, habe ich ihn weihnachtlich gewürzt und außen mit knusprigen Strudelteigblättern eingehüllt. Und weil am Weihnachtstag auch Kinder und kindlich gestimmte Verwandte anwesend sind, habe ich mir den Spaß erlaubt und dem Cheesecake ein Rentiergeweih samt Ohren aus Lebkuchenteig verpasst. Und natürlich braucht eine Rentier auch eine große rote Nase. Beim Kramen in den Weihnachtsgeschenken nach etwas Passendem habe ich Lindt-Kugeln gefunden und diese in rot gefärbte Schokolade getunkt. Fertig ist die rote Rudolph-Nase.
Spekulatius- und Lebkuchengewürz für den Cheesecake
Spekulatiusgewürz und Lebkuchengewürz verleihen in der Weihnachtszeit zahlreichen Bäckereien und Kuchen das typische Weihnachtsaroma. Anstatt eine Unzahl von Gewürzen anzuwägen und zusammenzumischen, verwende ich gerne hochwertige und köstlich duftende Gewürzmischungen. Vom Porridge-Gewürz habe ich euch bereits in den letzten Blogposts vorgeschwärmt. Nun habe ich eine Spekulatius-Gewürzmischung aus Zimt, Nelken, Ingwer, Anis, Muskat, Cardamom und Bourbon Vanille entdeckt, die etwas anders zusammengesetzt ist und natürlich nicht nur für Spekulatiuskekse verwendet werden kann, sondern auch für Gewürzkuchen oder knusprige Granolas. Und auch den luftig leichten Topfenkuchen wertet sie enorm auf. Das Rentiergeweih habe ich aus Lebkuchenteig mit fertigem Lebkuchengewürz zubereitet und etwas länger gebacken, damit es im Kuchen nicht aufweicht und umfällt. Ob naturbraun oder mit Puderzucker bestäubt ist Geschmackssache.
Weil der Kuchen so leicht ist, gibt’s dazu einen Becher selbst gemachten – nach Zimt, Nelken und Rum duftenden – Punsch. Schöne Tage und eine ruhige Zeit zwischen den Jahren wünscht euch eure sugar&rose.
Der Sommer ist eingeläutet und wir dürfen endlich wieder Freunde zum Grillen einladen und gemeinsam feiern. Zu spritzigen Sommerdrinks gibt es heute eine luftig leichte und sehr erfrischende Topfentorte mit Blüten& Holundergelee. Ein für Partys und Sommerfeste idealer, weil gut vorzubereitender Cheesecake, der im Kühlschrank auf den großen Auftritt wartet. Mehlfrei und besonders kalorienarm beglückt die Sommertorte mit ihren schwebenden Blüten Naschkatzen wie Ernährungsbewusste gleichermaßen und sorgt an heißen Tagen für willkommene Abkühlung.
Weder Butter noch schwere Creme oder Mehl belasten diese eiweißreiche Torte. Sie besteht aus Magertopfen, Eiern, Puddingpulver, etwas Backpulver und Zitronenabrieb. Wer mag, süßt mit Zucker, und wer Kalorien sparen will, verwendet Alternativen (Tipps siehe Rezept). Selbst ein großes Tortenstück gefährdet die Bikinifigur nicht. 😉
Schwebende Blüten
Den wunderbar duftenden Holunderblüten begegnet man derzeit auf jedem Spaziergang entlang von Wegen und Waldrändern. Nicht nur zu Holundersirup verkocht, sondern auch getrocknet als Tee sind die Hollerblüten eine Bereicherung für die Küche. Ich verwende die Blütendolden auch zum Aromatisieren von Wasser. Zusammen mit Minze oder Zitronenmelisse und einer Scheibe Zitrone ergibt das ein köstliches, kalorienfreies infused water – die Erfrischung für heiße Sommertage schlechthin. Einige der zarten cremeweißen Blüten habe ich zusammen mit Rosen und Duftgeranien auf meine Topfentorte gelegt. Dort scheinen sie im glasklaren Gelee zu schweben.
Rosen und Sommerhitze
Mitte Juni blühen und duften im meinem Garten eine Unzahl an Rosen. Aufgrund der anhaltenden Hitze sind die Blüten im Vergleich zu den Vorjahren heuer besonders hell. Archiduchesse d’Autriche (hier in der Vase) blüht gewöhnlich weitaus dunkler, heuer ist sie blassrosa. Und sie trägt wie viele andere Rosen auch extrem große Blüten. War der Frühling relativ feucht und kühl, wodurch die Rosenblüte sehr spät begonnen hat, leiden manche Rosen nun unter der Hitze. Die außergewöhnlich reiche Blütenfülle welkt rasch dahin.
Falls ihr ebenso unter der Sommerhitze leidet, habe ich heute einen Lesetipp für euch: „Hitzefest. Bei Hitze cool bleiben“ (Kneipp Verlag) mit unkonventionellen Tipps und Tricks sowie kühlenden Rezepten für heiße Sommertage.
Zartes Holundergelee auf sommerlicher Topfentorte
Die kühle Topfentorte schmeckt natürlich auch ohne Belag, beispielsweise mit pürierten Himbeeren oder Erdbeeren. Mit einer Schicht zartem Holundergelee über den Blüten aber gleich nochmal so gut. Die Zubereitung des Holundergelees ist denkbar einfach: einen Teil der Wassermenge durch Hollersirup ersetzen und den auf der Packung angegebenen Zucker einfach weglassen – das war’s schon. Das leicht überkühlte Tortengelee (Tortenguss) sollte zunächst löffelweise auf die Blüten aufgebracht werden, damit sich die größeren Blütenblätter nicht vom Tortenboden heben. Die Holunderblüten habe ich nur lose aufgestreut, dadurch beginnen sie im Gelee zu schweben. Ein Tipp zum Schluss: für das Holundergelee mit Minze aromatisiertes Wasser verwenden – schon hat man den Geschmack von „Hugo“ auf der Sommertorte.
Einen Kuchen mit null Kalorien! Wünschen wir uns das nicht alle? Es gibt ihn tatsächlich. Er heißt Raindrop Cake, ein hipper japanischer Wasserkuchen. Aber schmeckt der auch? Auf Instagram & Co erblühen laufend neue Varianten dieses von einem japanischstämmigen Amerikaner kreierten Jelly Cake in Form einer transparenten Halbkugel. Ich habe sie alle durchprobiert, mich dann aber für einen Erdbeerjelly-Cheesecake in Minigugelform entschieden.
Raindrop Cake & Flower Jelly Cake
Foto links: Raindrop Cake mit Sirup und Sojamehl; rechts: meine 3D-Flower-Jelly-Cakes
Dieser Raindrop Cake hat zwar null Kalorien, aber meines Erachtens auch null Geschmack. Ohne dem dazu servierten Zuckersirup und Sojamehl ist es eben nur – mit Agar Agar geliertes – Wasser.
In Australien und Asien pflanzt man dem wabbeligen Ding inzwischen wunderschöne Blüten ein. Keine echten, wie ich es gemacht habe, sondern essbare aus Kokosmilch und eingefärbter Gelatine. Schmeckt auch nicht besser, aber diese Dinger sehen derart faszinierend aus, dass der Geschmack zweitrangig ist. Wer in nächster Zeit nicht nach Sydney ins La Floraison kommt, kann diese trendigen Gelatineblüten hier bestaunen.
Mittlerweile gibt es eine Unmenge an Utensilien für die Produktion dieser Jelly Art Cakes.
Foto links: @kimm_chen; rechts: Jelly-Art-Tools. Bin noch am Üben …
Ich habe mein Jelly-Experiment mit einem Raindrop Cake begonnen. Laut Rezept mit Agar Agar und stillem Mineralwasser gefertigt. Ich musste schnell sein mit Fotografieren und Probieren, denn der Regentropfen schmolz nach einiger Zeit. Auch wurde er nicht völlig transparent, sondern leicht trüb.
Die Blüten-Jellys habe ich mit Gelatinepulver gemacht. Sie wurden glasklar und hielten stundenlang ihre Form als Tischdekoration.
Gelatine oder Agar Agar?
Während es in England und Amerika fertige Jelly-Mischungen in zahlreichen Farben und Geschmackssorten (Jell-O) zu kaufen gibt, muss ich mich mit Gelatine und Agar Agar begnügen. Österreicher sind eher keine Götterspeise- oder Wackelpeter-Fans.
GELATINE ist tierischen Ursprungs und das riecht man beim Erwärmen auch. Erhältlich ist sie als Blattgelatine oder pulverisierte Gelatine. Gelatineblätter müssen in kaltes Wasser eingelegt, ausgedrückt und durch Erwärmen aufgelöst werden. Gelatinepulver wird vor Verwendung in etwas Wasser gelöst. Der Vorteil: Gelatine kann auch zum Binden von kalten Flüssigkeiten verwendet werden – im Unterschied zu Agar Agar. Das Ergebnis: transparent und glasklar.
AGAR AGAR wird aus Algen gewonnen, ist vegan, geschmacksneutral, geliert rasch und benötigt keine Zusätze wie Zucker zum Gelieren, muss aber ein bis zwei Minuten erhitzt werden. Die Flüssigkeit geliert erst beim Abkühlen. Das Ergebnis: angenehmer Geschmack, allerdings milchig trüb, fragil, das Gelee löst sich bei Zimmertemperatur rasch auf.
Umrechnung: 1 Teelöffel (= ca. 4 g) Agar Agar entspricht 6 Blatt Gelatine bzw. 1 Päckchen (= 9 g) Gelatinepulver
Erdbeerjelly-Cheesecake-Minigugelhupf
Für das Sonntagsdessert habe ich den Jellyanteil auf ein Drittel meiner Miniküchlein reduziert und mit Erdbeeren und rotem Tortengelee gearbeitet.
Die mittlere Schicht besteht aus einer Cheesecake-Masse mit Rosensirup und einer Schicht Erdbeer-Cheesecake. Und ich habe sie mit einem Biskuitboden abgeschlossen, der nach dem Stürzen die überschüssige Jelly-Flüssigkeit aufsaugt.
Jelly Cake
Voll im Jelly-Fieber, habe ich auch einen Jelly Cake mit unterschiedlichen Farbschichten probiert. Mit schwebenden roten Millefleur-Röschen in transparentem Gelee mit anschließender weißer und roter Schicht – in den Österreich-Farben Rot-Weiß-Rot. Für meinen ersten Jelly Cake ein ansehnliches Ergebnis, wie ich finde.
Einen Fehlversuch muss ich allerdings eingestehen: zunächst habe ich die Jelly-Rosen aus Obers und Agar Agar gemacht, ähnlich einer Panna Cotta (siehe auch Rezept Panna-Cotta-Rosen). Sie haben köstlich geschmeckt, diese kleinen Dinger. Allerdings lösten sie sich in der lauwarmen Gelatine ruckzuck auf.
Beim zweiten Anlauf habe ich sie wie auch die weiße Jellyschicht mit Kondensmilch und Gelatine gemacht. Das hat geklappt …
So dekorativ meine Flower-Jellys und Jelly-Cakes auch geworden sind, Gelatine muss man mögen. 😉 Die Erdbeerjelly-Cheesecake-Minigugelhupfe hingegen haben köstlich geschmeckt. Erfrischend, leicht und fruchtig!