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Muttertagsblumen und ein Punschkrapfenherz

Der Muttertagsblumenstrauß meiner Kindheit war selbst gepflückt – im Garten, auf der Wiese und am Waldrand. Früh am Morgen stahl ich mich aus dem Haus, um frische Blumen zu „brocken“. Ein Blumenstrauß zum Muttertag war geradezu Pflicht. Anfangs gab’s dazu ein Gedicht in der Art von „Lieb Mütterlein, sollst glücklich sein!“, später zeigte ich meine Dankbarkeit mit einem selbst gebackenen Kuchen. Und – wie sollte es anders sein – meine Mutter freute sich stets sehr. Auch dann, wenn wir ihren eigenen Garten geplündert hatten. 😉
Mittlerweile selbst Mutter und bekennende Blumenliebhaberin freue ich mich über einen Blumenstrauß meines Sohnes – selbst gepflückt oder gekauft, egal – und über gemeinsam verbrachte Zeit. Wir brunchen oder grillen und er bekommt von mir als Dankeschön ein Punschkrapfenherz, das wir zusammen genießen.

Rezept Punschkrapfenherz hier downloaden.

Muttertragsblumenstrauß mit hellem und dunklem Flieder, Herzblumen und Vergissmeinnicht in einer kleinen Bleikristallvase, davor ein herzförmiger kleiner Teller mit einem Punschkrapfenherz

Die Muttertagsblumen meiner Kindheit

Vergissmeinnicht, Flieder und „Herzerl“ (Tränendes Herz) – das war der Blumenstrauß, den meine Mutter von uns Kindern Jahr für Jahr zum Muttertag bekam. Ebenso sah der Strauß der Nachbarskinder aus und auch der eine Generation davor, wie meine Oma mir erzählte. Blumen, welche die Mütter selbst im Garten pflanzten und die wir stolz ernteten und überreichten.
Besonders die wie an einer Perlenschnur aufgereihten rosa Blüten der Herzblume haben es mir angetan. Eine Blume, die mit ihren herzförmigen Blüten das Gefühl von Liebe und Dankbarkeit ganz direkt vermittelt und exakt um den Muttertag herum blüht. Dazu blaue Vergissmeinnicht, die büschelweise im Mai auf der Wiese rund ums Haus blühten und sich auch in meinem Garten überall aussäen. Und auch der Flieder steht im Mai in voller Blüte, besonders der helle, stark duftende Gartenflieder. Hin und wieder fanden wir auch erste Maiglöckchen im nahen Wald. Damit war der Muttertagsstrauß komplett.

Muttertagsblumenstrauß aus Flieder, Vergissmeinnicht und Herzblumen mit einem hellrosa Bändchen zusammengebunden, auf einem weißen Untergrund mit rosa Tuch liegend.
Bildkomposition mit den einzelnen Blumen: Herzblumen, Maiglöckchen, Vergissmeinnicht, dreifarbiger flieder (helllila, violett und weinrot)
Muttertagsblumenstrauß aus Flieder, Vergissmeinnicht und Herzblumen in einer Bleikristallvase mit Fuß, dahinter ein rosa Tuch drapiert

Waldmüller-Rosen zum Muttertag

Vor einigen Jahren habe ich von meinem Sohn ganz besondere Rosen zum Muttertag bekommen. Keine für die Vase, sondern welche zum An-die-Wand-Hängen: das Stillleben „Rosen“ von Ferdinand Georg Waldmüller, auf Leinwand kaschiert. Das Bild erfreut mich jeden Morgen am Weg ins Bad. Das Original hängt übrigens im Stadtpalais Liechtenstein in Wien.

Ferdinand Georg Waldmüllers Stillleben "Rosen" und davor ein Punschkrapfenherz auf einem herzförmigen Porzellanteller, dekoriert mit rosa Schleife.

Muttertagsblumen heute – mit Punschkrapfenherz

Als Erwachsene schenkte ich meiner Mutter oft Hortensien, die sie sehr liebte, und natürlich Rosen. Oder auch Blütenpflanzen für den Garten, dazu ein kleines Törtchen oder eine prächtige Muttertagstorte. Mittlerweile backe ich mir mein Törtchen zum Muttertag selber. Die Familie versammelt sich um den Tisch – coronabedingt auch heuer nur im kleinsten Rahmen – und wir stoßen mit einem Glas Sekt oder einem Erdbeercocktail auf uns alle an.

Kalenderblatt "Mai" mit rosa Rosen in einer Steinvase, davor auf einem gehäckelten weißen Deckchen ein Punschkrapfenherz auf einem herzförmigen Teller

Allen Müttern wünsche ich einen schönen Tag. Lasst es euch gut gehen!
Eure sugar&rose

Punschkuppel mit Rosen

Punschkuppel im Rosenkleid

Punschkrapferl, Punschkugeln, Punschschnitten, Punschtorte gehören zur Wiener Mehlspeisenkultur wie der Apfelstrudel oder die Sachertorte. Ich habe dem österreichischen Tortenklassiker eine weitere Form hinzugefügt. Nämlich das Biskuit in Halbkugelform gebacken. Ein Riesen-Punschkrapferl sozusagen. Eine Punschkuppel im Rosenkleid.
Die Füllung wird ihrem Namen mehr als gerecht: das Biskuit hat einen kräftigen Schuss hochprozentigen Rum intus. Achtung: Alkohol!

Rosen-Punschkuppel2Rosen-Punschkuppel-Anschnitt1

Kuppeltorte

Wenn sich im Tiefkühler die Kuchenreste stapeln, wird es Zeit für eine Punschtorte. Die Punschfülle ist für mich eine Reste-Verwertung. Das bedeutet nicht, dass ich – wie manche Konditoreien – diverse Torten samt Cremen vermantsche. Kuchenreste sind bei mir weggeschnittene Tortenoberflächen, wenn diese ungleichmäßig aufgegangen sind. Oder Biskuitböden, wenn ich für einen Obstkuchen nur eine Hälfte benötige. Oder wenn fallweise von einer Biskuitroulade etwas übrig geblieben ist. Das alles kommt in Frischhaltebeutel und ins Gefrierfach.
Für die Tortenhülle backe ich frisches Biskuit. Dieses Mal in meiner neu erstandenen Halbkugel-Kuchenform. Die Form habe ich bei Partyboxes gekauft. Sie eignet sich auch toll für Fußball- oder Marienkäfer-Torten. Da die mit Kuchenteig gefüllte Form im Ofen nicht aufrecht stehen bleibt, stelle ich sie zum Backen einfach in einen Tortenreifen.

Punschkuppel-Zubereitung1Punschkuppel-Zubereitung2Punschkuppel-Zubereitung3

Punschfülle mit Rum – what else?

Nach dem Auskühlen habe ich einen ca. 2 cm dicken Biskuitboden abgeschnitten und beiseite gestellt. Danach das Biskuit ausgehöhlt und  einen ebenso dicken Rand stehen lassen. Die Biskuitstücke kommen zu den Kuchenresten für die Punschfülle.
Damit sich die Biskuithülle später beim Schneiden nicht von der Punschmasse löst, habe ich das Biskuit mit Marillenmarmelade bestrichen. Ebenso den beiseite gestellten Biskuitboden.
Die Kuchenreste zerbrösel ich mit meinen Händen und rühre reichlich selbst gemachte Marillenmarmelade und einem kräftigen Schuss Stroh-Rum unter. Schon auch mal einen Schluck gehaltvollen 80%-igen statt 40 oder 60 Volumsprozent.
Sind die Biskuitreste hell, färbe ich sie mit Kakaopulver (z. B. von Bensdorp), das sehr aromatisch ist. Eventuelle Kakao-Klümpchen drücke ich durch ein feines Sieb. Manche ersetzen den Kakao durch Schokolade. Ich mag es lieber klassisch. So, wie ich die Punschtorte von meiner Oma kenne.
Nach dem Stürzen der Kuppel auf eine Tortenplatte glasiere ich sie mit erhitzter und durch ein Sieb passierter Marmelade. Damit werden die Poren an der Oberfläche verschlossen und verteilt sich die Punschglasur gleichmäßiger.

Kugelbiskuit7a.jpgPunschkugel

Ein Rosenkleid für die Torte

Ich überziehe die Torte stets nur hauchdünn mit Manner-Punschglasur, weil sie mir sonst zu süß ist. Punschtortenfans gießen da auch schon mal einen halben Zentimeter Glasur oder eingefärbten Fondant darüber.
Die dezent glasierte Punschkuppel habe ich schließlich mit Rosenblüten bedeckt. Da die Glasur rasch trocknet, sollte das Aufsetzen der Rosenpetalen gleich erfolgen, damit sie an der Torte haften bleiben. Selbstredend, dass die Rosenblüten ungespritzt sein müssen. Dann kann man sie auch mitessen.

Schale-mit-RosenRosen-Punschkuppel1Rosen-Punschkuppel-Anschnitt2Tja. Zu groß ist die Punschtorte bei uns nie. Wenn mein Mann, Sohn und mein Vater ihre Stücke selber abschneiden, schrumpft die Torte gleich auf die Hälfte …
„Die Rosenblüten hätt’s nicht gebraucht“, war der einzige Kommentar. Naja, Männer eben. 😉

Das Rezept zur Punschkuppel im Rosenkleid

gibt es hier als PDF zum downloaden.