Rosige Zeiten sind angebrochen. Wildrosen, Ramblerrosen und Edelrosen blühen heuer alle gleichzeitig. Der Rosenduft und die kräftig leuchtenden Blüten ziehen unzählige Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Und das mitten in der Stadt. Angesichts der Blütenfülle komme ich kaum mit dem Trocknen nach. Im gedrehten Hefekranz mit Topfenfüllung habe ich daher frische Rosenblüten eingebacken. Und den Zopf zudem mit Duftrosenpetalen dekoriert. Köstlicher und schöner kann ein Wochenende nicht beginnen …


Rezept Hefekranz mit Topfen-Pistazien-Rosenfüllung hier downloaden.
„Ohne Duft ist eine Rose keine Rose!“
Bei weitem nicht jede faszinierende Rosenschönheit duftet auch. Viele meiner knapp sechzig Rosen verströmen lediglich einen dezenten Wohlgeruch. Besonders betörend ist der Duft der historischen Rosen Louise Odier, Jacques Cartier und Mme Boll oder der Damaszenerrose Ispahan, aber auch einiger moderner Rosen wie Abraham Darby oder Nahema.

Louise Odier 
Jacques Cartier 
Mme Boll 
Ispahan 
Abraham Darby 
Nahema
Zum Backen und für die Herstellung von Rosensirup, Rosenzucker oder Rosensalz verwende ich in erster Linie Petalen roter oder pinker Rosen wie Rosa Rugosa, Rose de Resht oder Chartreuse de Parme.

Rosa Rugosa 
Rosa Rugosa 
Rose de Resht 
Chartreuse de Parme
Superfluffiger Hefekranz mit Topfenfüllung …
Topfen (Quark) darf in meinem Kühlschrank nie ausgehen. Zum Frühstück streiche ich statt Butter frischen Magertopfen aufs Marmeladenbrot oder mische ihn mit Avocado und Kürbiskernen, bei Heißhunger verrühre ich ihn mit Beeren.
Und auch der Hefekranz wird mit einer Topfenmasse gefüllt sowie mit Pistazien, Rosenzucker und frischen oder getrockneten Rosenblüten.



… und mit Rosenaroma
Die Rosenblüten verleihen dem Hefekranz ein ganz besonderes Aroma. Für die Rosen-Topfenfüllung habe ich in kleine Streifchen geschnittene, taufrische Blüten der Rosa Rugosa – auch Kartoffelrose, Dünenrose oder Sylter Rose genannt – verwendet.
Der kräftig pink blühende, recht stachelige Strauch lockt mit seinen zahlreichen ungefüllten Blüten und offen liegenden Staubgefäßen viele Insekten an. Und diese wiederum zahlreiche Vögelchen. Im Herbst bildet diese Rose riesige, apfelförmige Hagebutten aus, die ich zu köstlichem Hagebuttengelee oder -tee weiterverarbeite.
Nicht nur zum Backen, auch wegen der Bienen ist daher eine biologische Rosenpflege unumgänglich.


Im Unterschied zum Hefezopf bleibt der Topfenkranz bis zum letzten Stück saftig. Bei uns „hält“ er allerdings nie lange. Ein Stück zum Frühstück, eines als Nachtisch, dann zum Kaffee … Und ehe man sich’s versieht, ist er weg. Dabei könnte er – in Folie verpackt – mindestens drei, vier Tage aufbewahrt werden.
Hefezopf gibt es bei uns das ganze Jahr über, nicht nur zu Ostern. Mit saisonal wechselnder Füllung: mal mit Mohn, Nüssen oder Pistazien, mit getrockneten Aprikosen oder kandierten Orangen, mit Kirsch- oder Schokoladenfüllung oder einfach nur mit Zimtzucker. Und zur Rosenblütezeit eben mit Rosen.


Darf man Kuchen aus der Hand essen?
Sonntagnachmittag verziehe ich mich gerne mit einem Buch, einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen in der Hand in den Garten. Ich liebe schönes Geschirr, besonders skandinavisches Design. Aber im Garten darf rumgebröselt werden. Zur Kaffeejause am Esstisch werden die Teller passend zum Kuchen gewählt. Je bunter das Essen, desto schlichter die Teller. So halte ich es meist. Mit entsprechender Blütendekoration passt beim Hefekranz auch helles Geschirr. An der weißen Nordal-Keramik mit blauem Rand konnte ich nicht vorbei. Eine Erinnerung an die Blechteller meiner Kindheit. Nordal-Geschirr gibt es in Wien beispielsweise bei Nanna oder Hannibal.

Nächste Woche geht’s nach Persien – mit einem Garten- und Rosen-Reisebericht.
Eure sugar&rose









Kaum ist es draußen kalt, steigt bei mir die Lust auf Hefeteig. Ob Buchteln, Hefezopf oder Zimtschnecken, ich liebe Hefebäckereien. Hauptsache luftig und locker. Frittiert, wie Krapfen, ist er eher nicht so meins.
Seit ich übers Brotbacken die Trockenhefe entdeckt habe, ist der Germteig-Mythos entzaubert. Bei mir kommen alle Zutaten zusammen in die Rührschüssel und werden mit dem Knethaken zu einem geschmeidigen Teig gerührt. Oma, wenn du bloß sehen könntest, wie einfach das heute ist! Diesen lasse ich dann eine Dreiviertelstunde aufgehen und schon geht’s ans Formen & Füllen.
Für die Hefeteig-Schiffchen habe ich den Teig mit einer Teigspatel portioniert und oval ausgerollt, dann durch Einrollen der Längsseiten einen wulstigen Rand geformt. Für die Hefekringel habe ich zwei Teigstränge ineinander gedreht, gekordelt. Die fertigen Teiglinge habe ich mit flüssiger Butter bestrichen. Dadurch bekommt der Hefeteig seine schöne Farbe und die knusprige Oberfläche.
Klassisch wird Hefeteig meist mit Mohn, Nüssen oder Zimt gefüllt. Ich liebe ihn auch mit fruchtigen Füllungen wie Kirschen, Pflaumen, Marillen oder Marmelade.
Die Hefekringel sind aus der gleichen Teigmasse gefertigt. Sie unterscheiden sich nur in Form und Füllung.



Vom frischen Hefekranz zieht ein herrlicher Duft durchs Haus. Ich habe ihn gleich nach dem Backen mit etwas Rosengelee eingestrichen, wodurch er diesen wunderbaren Glanz bekommen hat. Anstelle von Kerzen habe ich ihn mit Cranberrys und Ilexblättern geschmückt. Die Stechpalme macht ihrem Namen alle Ehre, aber den Kranz sehr weihnachtlich.