Rosenblüten verleihen dem transparenten Spiegel der Rosen-Panna-Cotta-Tarte einen zarten, blumigen Duft. Ein Stück vom süßen, kleinen Törtchen und dazu ein Gläschen Rosé-Sekt mit Rosenblüten – sogleich haben meine Gäste ein Lächeln im Gesicht. Der dünne Tarteboden aus Mandelmürbteig, gefüllt mit einer Schicht cremiger Panna cotta mit Joghurt und Rosenwasser schmeckt gut gekühlt am besten. Ein besonderes Dessert also für heiße Sommertage!
Den Tarteboden habe ich sehr dünn gehalten. Somit steht die Panna-cotta-Füllung im Mittelpunkt. Ich liebe den Geschmack von Rosen, daher habe ich auch der Panna cotta ein wenig Rosenwasser beigegeben. Wer den Rosenduft aber dezent halten möchte, lässt das Rosenwasser hier weg und aromatisiert nur den Spiegel mit Rosenblüten oder Rosenwasser. Damit die Tarte nicht zu opulent wird, habe ich die Hälfte des Schlagobers (der Sahne) durch Joghurt ersetzt. Das Rezept für eine köstliche Rosen-Panna-cotta findet ihr hier.
Zart duftender Rosenspiegel für die Rosen-Panna-Cotta-Tarte
Anstelle des üblichen Fruchtspiegels als Topping der Panna cotta habe ich mich für transparentes Rosengelee entschieden, das durch Beigabe einiger Beeren im Kochwasser eine schöne rosa Farbe und auch einen zarten Fruchtgeschmack bekommt. Sowohl die Panna-cotta-Schicht als auch das Rosengelee benötigen ausreichend Kühlzeit zum Festwerden. Insofern darf das Rosengelee erst aufgebracht werden, wenn die Panna cotta stichfest ist, denn sonst vermischen sich die beiden Schichten.
Rose des Monats Juni: James Galway
Die englische Kletterrose James Galway wurde 2000 von David Austin eingeführt. Die märchenhaft schönen, schalenförmigen hellrosa Blüten sind dicht gefüllt. Die Blütenmitte ist etwas kräftiger rosa, zum Rand hin nehmen die Rosetten hingegen einen zarten Pastellton an. Ihr Duft ist von mittlerer Intensität. Die Rose wächst einerseits aufrecht, ist dennoch leicht überhängend, bei mir gut 150 cm hoch und klettert mit einer Rankhilfe auch ein wenig. Sie blüht zuverlässig und reichlich von Juni bis Oktober, ist unempfindlich gegen Blattkrankheiten wie Mehltau und verträgt außerdem hohe Temperaturen. Regen macht den riesigen Blüten nichts aus. Auch im Abblühen sehen die dichten, morbiden Blütendolden noch hinreißend schön aus.
Ein Cheesecake schmeckt das ganze Jahr über und nahezu allen! An heißen Sommertagen mache ich meist diese No-Bake-Variante, im Winter lieber den gehaltvolleren, gebackenen New-York-Cheesecake. Zuweilen kommen essbaren Blüten als Topping obenauf, nahezu immer Beeren oder frische Früchte der Saison. Und mit pürierten Früchten färbe ich die Frischkäsemasse passend dazu ein. Der roten Erdbeer- und Himbeerzeit folgt die blaue mit Heidelbeeren und Brombeeren. Mango, Maracuja und Ananas bilden die gelbe Periode, Kiwi oder Matcha die grüne. Dieser folgt schlussendlich die braune Cheesecake-Saison mit Nüssen und Karamell oder Kaffee und Wintergewürzen.
Der dezent süße und superfruchtige Himbeer-Cheesecake ist im Moment unserer absoluter Favorit. Die späten Herbsthimbeeren sind besonders aromatisch. Die heimischen Powerfrüchte enthalten eine Menge Ballaststoffe und reichlich Vitamin B und C und gehören neben Heidelbeeren zu meinen absoluten Lieblingsbeeren.
Cheesecake mit Heidelbeeren
Die Heidelbeeren (Blaubeeren, Schwarzbeeren, Moosbeeren) stehen in ihrem Gehalt an gesunden Nährstoffen den Himbeeren um nichts nach. Auch wenn selbstgepflückte heimische Heidelbeeren aus dem Wald ein Hochgenuss sind, bin ich doch froh, dass es die Kulturheidelbeeren das ganze Jahr über gibt. Ohne Beeren im Frühstücksmüsli oder Porridge kann ich nur schwer (über)leben. 😅 Den Heidelbeer-Cheesecake habe ich auch in einer Light-Variante zubereitet. Das Rezept findet ihr hier. Meist übergieße ich auch den Heidelbeer-Cheesecake mit (klarem) Tortengelee, damit die kleinen Beeren beim Schneiden nicht davonrollen.
Matcha-Cheesecake
Als wir im Frühjahr zur Kirschblüte in Japan waren, habe ich dort einige Male Matcha-Frischkäsekuchen probiert. Mehrfach auch ohne Keksboden und mit entsprechend „wackeliger“ Konsistenz und in unterschiedlichen Grüntönen. Von zart hellgrün bis tief dunkelgrün mit teilweise herb bitterer Note. Am köstlichsten fand ich den Cheesecake in einem Anime-Café in Tokyo mit knusprigem Sesamboden. Seither gebe ich zu meinen No-bake-Kuchenböden einige Löffel gerösteten Sesam hinzu. Diesen kann man natürlich auch weglassen. Sollte man aber unbedingt probieren! Das Matchapulver habe ich aus Japan mitgebracht. Guten Matcha ohne Zusatzstoffe gibt es online beispielsweise von Matcha Moments(unbezahlte Werbung).
Meine Rose des Monats: The Fairy
Die Bodendeckerrose The Fairy, die meinen Himbeer-Cheesecake schmückt, bringt eine Hundertschaft an kleinen rosa Blüten hervor. Diese öffnen sich allerdings erst, wenn viele andere Rosen bereits am Verblühen sind. 1932 von Bentall gezüchtet, wächst sie eher breitbuschig und blüht den ganzen Sommer über bis Ende Oktober. Ich schneide mehrfach den verwelkten Blütenflor ab, wodurch alsbald unzählige neue Blüten nachkommen. Im Herbst kürze ich sie kräftig ein. Leider ist sie etwas anfällig für Mehltau. The Fairy gibt es auch in weiß (The Fairy White) und in rot (The Fairy Rot). Ich habe die beiden ebenfalls in meinem Garten, sie blühen aber bei weitem nicht so überbordend wie die rosa Beetrose.
BASISREZEPT CHEESECAKE OHNE BACKEN
Menge: 1 Torte
Backform:runde Tortenspringform 22–24 cm
Zutaten
150 g Biskotten (Löffelbiskuits)
125 g geschmolzene Butter
ev. 2 EL Sesam, geröstet
6 Blatt Gelatine
440 g (Philadelphia) Frischkäse Doppelrahmstufe
350 g Naturjoghurt 3,5% bzw. Griechisches Joghurt bis 10%
70 g Zucker
2 EL Zitronensaft 🌹
ca. 400g Himbeeren oder Heidelbeeren für die fruchtigen Varianten: einige davon püriert für den Cheesecake, die anderen zum Belegen
rotes Tortengelee für die Himbeervariante, ev. weißes für die Heidelbeervariante
2 TL Matcha-Grünteepulver für den Matcha-Cheesecake
Zubereitung
Backform vorbereiten und den Boden mit Backtrennpapier auslegen.
Biskotten im Food-Processor fein hacken und zusammen mit der Butter und dem Sesam verkneten. Die Masse auf dem Boden der Springform fest andrücken.
Gelatineblätter einige Minuten in kaltem Wasser einweichen.
Frischkäse, Joghurt, Zucker und Zitronensaft gut verrühren.
Blattgelatine leicht ausdrücken und unter Rühren kurz erwärmen, bis sie sich aufgelöst hat, dann vom Herd nehmen und sogleich 2–3 EL der Frischkäsemasse unterrühren (dadurch kühlt die Gelatinemasse ab).
Nun die Gelatinemasse zügig unter die Frischkäse-Joghurtmasse rühren und diese etwas dünnflüssige Masse auf den Biskottenboden gießen.
Den Cheesecake im Kühlschrank etwa 4 Stunden oder über Nacht fest werden lassen.
Variante Himbeer-Cheesecake
Circa 100 g reife Himbeeren mit einer Gabel zerdrücken und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Dann das Himbeerpüree zum Frischkäse mischen. Die restlichen Himbeeren halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf der halbfesten Cheesecake-Masse auflegen. Rotes Tortengelee nach Packungsanleitung zubereiten und die Himbeeren damit übergießen. Eventuell mit einigen Streifen flüssiger weißer Kuvertüre überziehen und mit Rosenblüten dekorieren.
Variante Heidelbeer-Cheesecake
Circa 100g Heidelbeeren mit dem Pürierstab gut zerkleinern und zum Frischkäse mischen. Die restlichen Heidelbeeren dicht nebeneinander auf der halbfesten Cheesecake-Masse auflegen. Eventuell mit weißem Tortengelee übergießen oder alternativ leicht anzuckern.
Variante Matcha-Cheesecake
80–90 ml heißes Wasser vorbereiten. Matchapulver und 1 EL kaltes Wasser mit einem kleinen Schneebesen bzw. einem Bambusbesen zu einer dicken Paste verrühren, dann nach und nach das heiße Wasser zugießen und weiter aufschlagen, bis sich kleine Bläschen bilden. Den Matcha zum Frischkäse mischen. Nach dem Festwerden der Cheesecake-Masse mit gesiebtem Grünteepulver bestreuen und ev. mit Holunder- oder anderen essbaren Blüten dekorieren.
Einen schönen September wünscht euch eure sugar&rose.