Der nach Königin Victoria benannte englische Kuchenklassiker Victoria Sponge Cake (Victoria Sandwich) darf in Großbritannien bei keiner Teegesellschaft fehlen und ist als Wiener Masse mit Fruchtfüllung auch bei uns sehr beliebt. Ursprünglich zwei buttrige Biskuitböden gefüllt mit Erdbeermarmelade, kam später zur Marmelade noch geschlagenes Obers bzw. Buttercreme in den Kuchen. Der feinporige und saftige Backpulverkuchen zählt aufgrund seiner einfachen Zubereitung zu meinen Lieblingskuchen und kommt bei Familienfeiern und Gartenfesten gerne auf den Kaffeetisch.

Englisches Victoria Sandwich mit Wiener Masse
Der Kuchenteig ähnelt einer Biskuitmasse (Ei, Zucker und Mehl), wird aber mit reichlich Butter vermengt. Diese Wiener Masse wird grundsätzlich warm–kalt zubereitet, d.h. Ei und Zucker werden zunächst warm und dann kalt aufgeschlagen, bevor Mehl und flüssige Butter untergehoben werden.
Für den Victoria Sponge Cake ist diese Prozedur nicht nötig. Wichtig ist einzig, dass die Butter sehr weich ist, also etwa zwei Stunden zuvor aus dem Kühlschrank genommen wird. Die Butter wird mit Zucker, Vanille und Salz gut verrührt. Dann kommen die Hälfte der Milch-Ei-Mischung sowie die Hälfte Mehl mit Backpulver hinzu und nach weiterem Rühren die restlichen Mengen, wodurch ein zäher Teig entsteht.

Liebe auf den ersten Biss: fruchtiger Victoria Sponge Cake
Die Sandwichtorte schmeckt auch mit einer leichten fettfreien Biskuitmasse, allerdings tränke ich die Böden dann mit verdünntem Sirup (Frucht- oder Rosensirup).
Gebacken wird der Kuchen in einer Springform mit 20–24 cm Durchmesser – je nachdem, ob man ihn eher höher oder flacher mag – zunächst 15 Minuten bei 175 °C Umluft, dann weitere 35 Minuten bei 150 °C. Vor dem Stürzen und Füllen sollte er gut auskühlen.

Im englischen Bath habe ich einen Victoria Sponge Cake mit einer Füllung aus Erdbeermarmelade und reichhaltiger Double Cream gegessen. Ich nehme eine Mischung aus geschlagenem Obers (Sahne) und Crème fraîche. Zudem kommen bei mir noch frische Erdbeeren auf die Erdbeermarmelade.
Manche bevorzugen Himbeermarmelade oder Buttercreme, mein absoluter Favorit ist aber die Erdbeervariante mit Schlagobers.
Sollte der Kuchen nicht gleich serviert werden, kann man das aufgeschlagene Obers vorbereiten und im Spritzbeutel im Kühlschrank zwei, drei Stunden aufbewahren.

Rose des Monats Mai: betörend duftende Liparfum
Die äußerst stark duftende, öfterblühende Edelrose Liparfum (gezüchtet 1999 vom Departement voor Plantegenetica in Belgien) hat lange, spitz zulaufende Knospen und große edle Blüten in kräftigem Rosa, die im Abblühen blasslila werden. Die Blüten der Teehybrid-Rose sind dicht gefüllt mit mehr als 20 Blütenblättern und wachsen aufrecht. Die gegen Krankheiten sehr resistente Rose blüht von Mitte Mai bis Oktober.


Island ist nicht gerade ein Feinschmeckerparadies und für den stinkenden Grönlandhai bedarf es mehr als Überwindung. Das Beste, das von der Insel zu uns kam, ist eindeutig Kyr, eine Art Frischkäse aus Schafsmilch. Bei uns heißt dieses traditionelle isländische Milchprodukt Skyr und wird aus Kuhmilch hergestellt. Die Natur-Variante erinnert an cremigen Magerquark, ist arm an Fett und Kalorien, enthält aber im Vergleich zu Joghurt bedeutend mehr Eiweiß und Kalzium.
Für eine Brauoterta, die Inselvariante der Sandwich-Torte, braucht es eine Füllung aus Garnelen, gekochtem Ei, Gurke und der typisch isländischen Frischkäsecreme aus Skyr.
Die Kruste vom Brot habe ich mit einer Schneidemaschine entfernt, sodass ein schöner Quader oder – für die kleinere Version – ein Würfel entstehen. Diese habe ich ebenso mit der Maschine in vier bis fünf etwa 1,5 cm dicke Schichten geschnitten.
Mit Folie abgedeckt wartet die Sandwichtorte im Kühlschrank auf ihren großen Auftritt. Die Dekoration mache ich erst kurz vor dem Servieren. An den Seitenrändern nehme ich frische Kräuter wie Kresse, Schnittlauch, Petersilie, Dille oder auch Gurkenscheiben.
Bald beginnt die Faschings- und Ballsaison. Da schadet es keineswegs, so ein pikantes Törtchen „für den kleinen Hunger“ im Kühlschrank zu haben.