Wenn die Tage wieder kürzer werden und draußen der Wind auffrischt, ist eine cremig-zarte Karamell-Biskuitrolle die perfekte Seelennahrung für graue Herbsttage: fluffiger Biskuit trifft auf luftiges Vanilleobers und zartschmelzenden Karamell. Knusprige Erdnüsse sorgen für den perfekten, feinsalzigen Kontrast, der wohlige Genussmomente auf den Teller zaubert und Erinnerungen an gemütliche Stunden in Norwegen weckt.


Salzkaramell: sündig süßer Karamell und salzige Nüsse
Bei einer Lappland-Rundreise im Frühjahr habe ich in einem norwegischen Café einen in Karamell getränkten Kuchen mit gesalzenen Erdnüssen gegessen. Die Kombination aus süßem Karamell und salzigen Nüssen klingt im ersten Moment ungewohnt, harmoniert aber perfekt. Das Salz nimmt dem mächtigen Karamell die Schwere und macht den Kuchen zu einer wahren Offenbarung.
Zu Hause angekommen, wollte ich dieses skandinavische Geschmackserlebnis unbedingt nachbacken. Nach einigen Versuchen – anfänglich habe ich es mit der Karamellmenge übertrieben und die Roulade schmeckte viel zu süß – ist der saftige Kuchen nun perfekt.

Zubereitung Karamell-Biskuitrolle
Für die Füllung einer Biskuitrolle verwende ich anstelle von Obers/Sahne meist Cremefine zum Schlagen, weil es nach dem Kühlen etwas anzieht und so die Roulade beim Schneiden in Form bleibt und die Creme nicht herausquillt.
Die Karamellzubereitung habe ich im Rezept unten ausführlich beschrieben. Ein paar Tipps noch:
- Beim Schmelzen des Zuckers NICHT umrühren, sondern die Pfanne nur ein-, zweimal schwenken. Butter und Schlagobers erst dazu geben, wenn der Zucker vollständig geschmolzen und goldbraun ist.
- Eine mittlere Stufe beim Erhitzen des Zuckers reicht aus, sonst verbrennt er und schmeckt bitter.
- Damit der Karamell nicht klumpt, sollten Butter und Schlagobers vorher leicht erwärmt werden.
- Selbstgemachte Karamellsauce kann man zwei bis vier Wochen in einem sauberen, verschlossenen Glas im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Servieren eventuell im Wasserbad kurz erwärmen.
Tipp für Ungeduldige: fertige Karamellcreme aus dem Glas verwenden.

Rose des Monats: Hundsrose (Rosa Canina)
Meine rosa-weiß blühende Hundsrose – auch Hecken-, Heide- oder Hagrose genannt – rankt an einer Nordwand zwischen Kletterhortensie und Wilder Weinrebe hoch und blüht einmalig zwischen Mai und Juli. Die Blüten sind nur wenige Tage geöffnet, dafür aber reichlich und bei Bienen und Hummeln sehr beliebt.
Ich kann mich nicht erinnern, sie bewusst gepflanzt zu haben. Sie muss wohl mit einer anderen Staude zusammen „eingewandert“ sein. Sie bildet lange, bogig überhängende Triebe bis zu drei Metern Länge, weshalb ich sie immer wieder einkürze. Die Wildrose ist sehr robust und extrem stachelig.
Aus den pollenreichen Blüten werden im Herbst unzählige längliche, stark Vitamin C haltige Hagebutten, die ich zu köstlichem, leicht säuerlichem Hagebuttenmus verarbeite.
Wer keine Wildrosen im Garten hat, findet diese in ganz Mitteleuropa an halbschattigen Wald- und Wegrändern.

Die Hagebutten der Hundsrose
Heuer habe ich die Hagebutten der Hundsrose etwas früher geerntet und nicht bis zum ersten Frost gewartet, denn ein Teil der Hagebutten war bereits weich. Die harten habe ich für eine Nacht zum Frosten ins Gefrierfach gelegt. Zusammen mit Orangensaft und einigen Apfelspalten habe ich sie weichgekocht, durchs Passiersieb gestrichen und zu Hagebuttenmus eingekocht.
Tipp: Hagebuttenmus eignet sich auch perfekt als Füllung einer Biskuitroulade, mit oder ohne zusätzliche Obers-/Sahnefüllung.
